Teures Nachbarschaftsgericht für Bürgermeister Böckelühr

Sup Peiter

Einer hat seine Frau am Bahnhof stehen lassen. Ein anderer ist auf Kosten der Krankenkasse in den Urlaub gefahren. Die Westhofener Männer feierten Sup Peiter – und mussten für Missetaten büßen. Auch Bürgermeister Heinrich Böckelühr wurde nicht geschont.

SCHWERTE

von Von Anne Petersohn

, 26.02.2012, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Westeneicken: Schräpper Fritz Brenne (r.) zeigte auch im Gespräch mit Heinrich Böckelühr keine Gnade. Am Ende musste der Bürgermeister 100 Euro in die Nachbarschaftskasse zahlen.

Westeneicken: Schräpper Fritz Brenne (r.) zeigte auch im Gespräch mit Heinrich Böckelühr keine Gnade. Am Ende musste der Bürgermeister 100 Euro in die Nachbarschaftskasse zahlen.

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Sup Peiter in Schwerte

Beim traditionellen Sup Peiter musste auch in diesem Jahr wieder Schwerter für ihre kleinen und großen Sünden büßen. Wer beim Nachbarschaftsgericht als Angeklagter vor dem Holzofen ins Schwitzen kommt, dem hilft nur noch der Griff in den Geldbeutel. Freikaufen funktioniert beim Sup Peiter im Zweifel immer.
25.02.2012
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Östliche: Erster Schräpper Martin Gerst (l.) hatte kein Mitleid mit FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken (r.).© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken musste sich gegen viele Vorurteile behaupten: "Man muss mit dem Märchen aufräumen, dass wir die Partei der Besserverdienenden sind", sagte er.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Auch Schützenkönig Dirk Hanné (vorn) und sein Adjutant Eckhard Rothert mussten vor dem heißen Ofen Platz nehmen. Sie spendeten ein Fass Bier für die Nachbarn.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken (vorne) sträubte sich mit allen Mitteln dagegen, in die Kasse einzuzahlen - und erntete damit Beistand von Ulrich Bartscher (stehend). Der Sparkassen-Vorstand steuerte zehn Euro bei.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Die Nachbarn im katholischen St.-Petrus-Heim waren gut gelaunt - solange sie nicht selbst vor dem Ofen Platz nehmen mussten.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Die Nachbarn verfolgten amüsiert, wie sich FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken (vorne) aus der Affäre ziehen wollte.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Schützenkönig Dirk Hanné (l.) und sein Adjutant Eckhard Rothert spendeten Beifall für die Diskussionen vor dem Ofen.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Der Vorstand verfolgte und notierte genau, was vor dem Ofen verhandelt wurde.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Einer der Gäste im St.-Petrus-Heim: Ortsheimatpfleger Lothar Meißgeier (r.).© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Schräpper Thomas Lünemann (stehend) hatte erneut alle Missetaten der Nachbarn aufgeschrieben.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Die Zuschauer im Feuerwehr-Gerätehaus waren froh, nicht selbst vor dem Ofen Platz nehmen zu müssen.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Schräpper Thomas Lünemann (stehend) schaffte es, Nachbar Bernd Göge immerhin 40 Euro für die Gemeinschaftskasse zu entlocken.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Mit dem Geld, das die Verhandlungen vor dem Ofen einbrachten, wurden auch im Feuerwehr-Gerätehaus die Getränke finanziert.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Für die Verhandlungen vor dem Ofen im Feuerwehr-Gerätehaus gab es wohlwollende Kommentare und zustimmendes Lachen.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Von ihrem sicheren Platz im Feuerwehr-Gerätehaus beobachteten die Vorstandsmitglieder, was den anderen Nachbarn vor dem Ofen widerfuhr.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Ohne Zögern machte sich dieser Nachbar auf den Weg vor den Ofen.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Applaus für die guten Verhandlungen vor dem heißen Ofen im Evangelischen Gemeindehaus.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Udo Voigt, der 22 Jahre lang als erster Schräpper auf der Bühne stand, verfolgte Sup Peiter in diesem Jahr erstmals als Zuschauer.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Udo Voigt hat nach 22 Jahren das Amt des ersten Schräppers niedergelegt. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", sagte der 72-Jährige im Evangelischen Gemeindehaus.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Das Publikum würdigte die Arbeit der Schräpper Fritz Brenne und Udo Voigt mit lang anhaltendem Applaus.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Fritz Brenne ist ab sofort erster Schräpper.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Gab das Amt des ersten Schräppers nach 22 Jahren aus gesundheltichen Gründen ab: Udo Voigt.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Udo Voigt (r.) hat das Amt des ersten Schräppers an Fritz Brenne abgetreten. Mit der Übergabe der Kette wurde der personelle Wechsel offiziell besiegelt.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Der erste Schräpper, Fritz Brenne (v.l.), im Gespräch mit seinem Vorgänger Udo Voigt und Oberrichter Stefan Petruschke.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Der langjährige erste Schräpper Udo Voigt (stehend, l.) und sein Nachfolger Fritz Brenne (stehend, r.) zahlten je 50 Euro für ihre neuen Ämter in die Nachbarschaftskasse ein.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Wer von Tim Wagemann (hinten) auf die Bühne des Evangelischen Gemeindehauses geholt wurde, hatte keine Chance zu entkommen.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Dieter Kuchhäuser (l.) und Peter Nettmann stießen auf den 80. Geburtstag an.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Schräpper Fritz Brenne (l.) hatte gleich drei 80-jährige Nachbarn zu sich auf die Bühne geholt. Karl-Heinz Prünte, Dieter Kuchhäuser und Peter Nettmann (v.l.) sollten die Nachbarschaft mit einer Spende an ihren Jubiläen teilhaben lassen. Am Ende gab es 200 Euro für die Kasse.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Frank Dommermühl (r.) war in diesem Jahr erstmals als Schräpper dabei. Vor dem Ofen versuchte er, Alfred Wendt auf eine möglichst hohe Geldstrafe festzunageln.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Des einen Freud ist des anderen Leid. Die Männer im Zuschauerraum verfolgten amüsiert, wie ihre Nachbarn vor dem heißen Ofen für ihre Missetaten bluten mussten.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Was die Stunde geschlagen hatte, erfuhren die Nachbarn im Evangelischen Gemeindehaus von Nachtwächter Andreas Adler.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Schräpper Matthias Rohde "verhörte" Andreas Kessler: Der Vorwurf: ein Kur-Urlaub zum 60. Geburtstag auf Kosten der Krankenkasse.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Wer sich weigerte, in die Kasse einzuzahlen, wurde ein Stück näher an den heißen ofen gerückt.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Schräpper Fritz Brenne (r.) zeigte auch im Gespräch mit Heinrich Böckelühr keine Gnade. Am Ende musste der Bürgermeister 100 Euro in die Nachbarschaftskasse zahlen.© Foto: Bernd Paulitschke
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Beim traditionellen Sup Peiter musste auch in diesem Jahr wieder Schwerter für ihre kleinen und großen Sünden büßen. Wer beim Nachbarschaftsgericht als Angeklagter vor dem Holzofen ins Schwitzen kommt, dem hilft nur noch der Griff in den Geldbeutel. Freikaufen funktioniert beim Sup Peiter im Zweifel immer.
25.02.2012
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Östliche: Erster Schräpper Martin Gerst (l.) hatte kein Mitleid mit FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken (r.).© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken musste sich gegen viele Vorurteile behaupten: "Man muss mit dem Märchen aufräumen, dass wir die Partei der Besserverdienenden sind", sagte er.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Auch Schützenkönig Dirk Hanné (vorn) und sein Adjutant Eckhard Rothert mussten vor dem heißen Ofen Platz nehmen. Sie spendeten ein Fass Bier für die Nachbarn.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken (vorne) sträubte sich mit allen Mitteln dagegen, in die Kasse einzuzahlen - und erntete damit Beistand von Ulrich Bartscher (stehend). Der Sparkassen-Vorstand steuerte zehn Euro bei.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Die Nachbarn im katholischen St.-Petrus-Heim waren gut gelaunt - solange sie nicht selbst vor dem Ofen Platz nehmen mussten.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Die Nachbarn verfolgten amüsiert, wie sich FDP-Ratsmitglied Wolfgang Schilken (vorne) aus der Affäre ziehen wollte.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Schützenkönig Dirk Hanné (l.) und sein Adjutant Eckhard Rothert spendeten Beifall für die Diskussionen vor dem Ofen.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Der Vorstand verfolgte und notierte genau, was vor dem Ofen verhandelt wurde.© Foto: Bernd Paulitschke
Östliche: Einer der Gäste im St.-Petrus-Heim: Ortsheimatpfleger Lothar Meißgeier (r.).© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Schräpper Thomas Lünemann (stehend) hatte erneut alle Missetaten der Nachbarn aufgeschrieben.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Die Zuschauer im Feuerwehr-Gerätehaus waren froh, nicht selbst vor dem Ofen Platz nehmen zu müssen.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Schräpper Thomas Lünemann (stehend) schaffte es, Nachbar Bernd Göge immerhin 40 Euro für die Gemeinschaftskasse zu entlocken.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Mit dem Geld, das die Verhandlungen vor dem Ofen einbrachten, wurden auch im Feuerwehr-Gerätehaus die Getränke finanziert.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Für die Verhandlungen vor dem Ofen im Feuerwehr-Gerätehaus gab es wohlwollende Kommentare und zustimmendes Lachen.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Von ihrem sicheren Platz im Feuerwehr-Gerätehaus beobachteten die Vorstandsmitglieder, was den anderen Nachbarn vor dem Ofen widerfuhr.© Foto: Bernd Paulitschke
Niederste: Ohne Zögern machte sich dieser Nachbar auf den Weg vor den Ofen.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Applaus für die guten Verhandlungen vor dem heißen Ofen im Evangelischen Gemeindehaus.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Udo Voigt, der 22 Jahre lang als erster Schräpper auf der Bühne stand, verfolgte Sup Peiter in diesem Jahr erstmals als Zuschauer.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Udo Voigt hat nach 22 Jahren das Amt des ersten Schräppers niedergelegt. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", sagte der 72-Jährige im Evangelischen Gemeindehaus.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Das Publikum würdigte die Arbeit der Schräpper Fritz Brenne und Udo Voigt mit lang anhaltendem Applaus.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Fritz Brenne ist ab sofort erster Schräpper.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Gab das Amt des ersten Schräppers nach 22 Jahren aus gesundheltichen Gründen ab: Udo Voigt.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Udo Voigt (r.) hat das Amt des ersten Schräppers an Fritz Brenne abgetreten. Mit der Übergabe der Kette wurde der personelle Wechsel offiziell besiegelt.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Der erste Schräpper, Fritz Brenne (v.l.), im Gespräch mit seinem Vorgänger Udo Voigt und Oberrichter Stefan Petruschke.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Der langjährige erste Schräpper Udo Voigt (stehend, l.) und sein Nachfolger Fritz Brenne (stehend, r.) zahlten je 50 Euro für ihre neuen Ämter in die Nachbarschaftskasse ein.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Wer von Tim Wagemann (hinten) auf die Bühne des Evangelischen Gemeindehauses geholt wurde, hatte keine Chance zu entkommen.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Dieter Kuchhäuser (l.) und Peter Nettmann stießen auf den 80. Geburtstag an.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Schräpper Fritz Brenne (l.) hatte gleich drei 80-jährige Nachbarn zu sich auf die Bühne geholt. Karl-Heinz Prünte, Dieter Kuchhäuser und Peter Nettmann (v.l.) sollten die Nachbarschaft mit einer Spende an ihren Jubiläen teilhaben lassen. Am Ende gab es 200 Euro für die Kasse.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Frank Dommermühl (r.) war in diesem Jahr erstmals als Schräpper dabei. Vor dem Ofen versuchte er, Alfred Wendt auf eine möglichst hohe Geldstrafe festzunageln.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Des einen Freud ist des anderen Leid. Die Männer im Zuschauerraum verfolgten amüsiert, wie ihre Nachbarn vor dem heißen Ofen für ihre Missetaten bluten mussten.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Was die Stunde geschlagen hatte, erfuhren die Nachbarn im Evangelischen Gemeindehaus von Nachtwächter Andreas Adler.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Schräpper Matthias Rohde "verhörte" Andreas Kessler: Der Vorwurf: ein Kur-Urlaub zum 60. Geburtstag auf Kosten der Krankenkasse.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Wer sich weigerte, in die Kasse einzuzahlen, wurde ein Stück näher an den heißen ofen gerückt.© Foto: Bernd Paulitschke
Westeneicken: Schräpper Fritz Brenne (r.) zeigte auch im Gespräch mit Heinrich Böckelühr keine Gnade. Am Ende musste der Bürgermeister 100 Euro in die Nachbarschaftskasse zahlen.© Foto: Bernd Paulitschke
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Er habe es immer genossen, für die Nachbarn da zu sein und die Sup-Peiter-Feste vorzubereiten. Und auch in Zukunft werde er den ein oder anderen Fall vor dem Ofen verhandeln, versicherte Oberrichter Stefan Petruschke. Er ernannte Voigt zum Ehrenschräpper. Für den 72-Jährigen rückt Frank Dommermühl in den Vorstand der Nachbarschaft auf.

 Fritz Brenne, ab sofort erster Schräpper in Westeneicken, war dann ähnlich hartnäckig wie sein Vorgänger. Wer vor den Ofen gerufen wurde, musste in die Kasse der Nachbarn einzahlen – so wie Heinrich Böckelühr, dem gleich mehrere Vergehen vorgehalten wurden. Allein die New-York-Reise zu seinem 50. Geburtstag kostete den Bürgermeister 25 Euro. Am Ende musste er den vierfachen Betrag in die Kasse einzahlen.  Auch die Schräpper der Niedersten Nachbarschaft im Feuerwehrgerätehaus kannten keine Gnade. Wer sich den Tanzkurs in der Rohrmeisterei leisten kann, muss auch für die Gemeinschaftskasse bluten, befanden die Nachbarn. Und selbst ein Vorstandsposten bewahrte die Männer nicht vor der Verhandlung vor dem heißen Ofen.

Bei den Nachbarn der Östlichen im St.-Petrus-Heim musste Schräpper Paul Bunge selbst die Bühne betreten. Denn er war zum Golfspielen nach Portugal gefahren – während seine Mitstreiter Kartoffeln für Sup Peiter schälen mussten.

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