Therapieschwein Felix hilft Senioren in Schwerte

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Felix sieht eigentlich aus wie ein Rabauke: beeindruckende Eckzähne, raue Borsten und etwas Übergewicht. Doch er ist ein ganz Zärtlicher, charmant im Umgang mit Kindern und Senioren. Das Mini-Schwein hat eine Berufung: die Therapie. Er war zu Besuch in einem Schwerter Seniorenzentrum, wir haben ihn dabei gefilmt.

HOLZEN

, 27.06.2017, 15:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

 

Seit zehn Jahren begleitet Felix seinen Besitzer, Physiotherapeut Daan Vermeulen zur Tier-Therapie. Am Dienstag besuchten sie die Bewohner des Friedrich-Krahn-Seniorenzentrums. Bei der Tier-Therapie muss Felix gar nicht viel machen, es reicht, dass er ein Schwein ist.

„Senioren, gerade wenn sie dement sind, werden von Felix aktiviert und mobilisiert“, sagt Daan Vermeulen. Der Niederländer, der seine Praxis in Gelsenkirchen hat, hat rund um sein Schwein ein fein ausbalanciertes Programm entwickelt. „Keiner achtet auf mich“, so der Physiotherapeut. Doch als Moderator ist er fast so wichtig wie sein grunzender Kollege.

Viele Senioren hatten in ihrer Kindheit Kontakt zu Schweinen

Denn während die Augen der Senioren dem Schwein folgen, leitet Vermeulen gezielte Aktivitäten an. Er kann darauf bauen, dass viele der Senioren in ihrer Kindheit direkten Kontakt zu Schweinen hatten, auf dem Bauernhof nebenan oder im Stall hinter dem elterlichen Haus.

Wie hieß noch mal das Geräusch, dass Schweine machen? Ach ja, Grunzen. Was machen Schweine am liebsten? Sie suhlen sich. Und warum wurden Schweine damals immer nur im Winter geschlachtet? Na klar, weil es keine Kühlschränke gab.

Stück für Stück kommen Worte wieder zu Vorschein, die die alten Menschen seit Jahren nicht mehr gebraucht haben, und mit den Worten kommen auch die Erinnerungen.

Erinnerungen tauchen wieder auf

Felix kann es zum Glück nicht hören, aber plötzlich plaudern Menschen, die sonst kaum reden, über die Erinnerungen an das „Schwarz-Schlachten“ in ihrer Kindheit, das Selbstversorgen der Bergleute, die noch darum kämpfen mussten, satt zu werden.

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