Von großen Hunden zerfleischt: Notoperation rettet Steini das Leben

rnTierschutz in Schwerte

Um 1 Uhr nachts klingelte das Telefon bei Tierarzt Dr. Stefan Wolf aus Schwerte. Steini, ein kleiner Terrier, war von großen Hunden übel zerbissen worden. Doch das war nicht sein einziges Abenteuer.

Schwerte, Fröndenberg

, 17.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er wirkt traumatisiert. Nahezu regungslos liegt er in der Box in der Tierarztpraxis. Daran, was Steini durchgemacht hat, wird der kleine Terrier-Mischling wohl noch lange zu knacken haben. Man stelle sich vor, man werde nachts auf der Straße von drei Riesen angegriffen und aufs Übelste zugerichtet.

So wurde der Hund in der Nacht zu Sonntag auf den OP-Tisch des Schwerter Tierarztes Dr. Stefan Wolf gebracht, der ihm in einer mehrstündigen Operation das Leben rettete. Doch damit nicht genug. Das nächste unfreiwillige Abenteuer sollte später noch folgen.

Verhängnisvolle Begegnung beim Gassigehen in Dellwig

Die Vorgeschichte ist eine Sache für die Polizei. Es war am Samstagabend gegen 22.57 Uhr, als die Beamten alarmiert wurden, wie Polizeisprecherin Vera Howanietz berichtet. Am Dörssiepen in Fröndenberg-Dellwig, einer vom Strickherdicker Weg abzweigenden Sackgasse, würden sich mehrere Hunde beißen, hieß es: „Angeblich sei ein Hund tot.“

War Steini zum Glück aber nicht. Die eintreffende Streife notierte, dass er von einem Gassigänger ausgeführt worden und auf zwei Männer mit drei Hunden getroffen sei. Eine verhängnisvolle Begegnung.

Drei große Cane-Corso-Hunde fielen über Steini her

Wie Dr. Wolf erfuhr, sollen es drei Cane-Corso-Hunde gewesen sein, die Steini anfielen. Die laut Internet-Lexikon Wikipedia auch als „italienische Dogge“ bezeichnete Rasse wird den Angaben zufolge als großer Schutz- und Hütehund eingesetzt. Der kleine Terrier trug schlimmste Verletzungen davon. „Der Kehlkopf war zerbissen, der Kopf war offen, die Haut teilweise abgezogen“, erklärt der Tierarzt.

Als gegen 1 Uhr bei ihm das Nottelefon klingelte, zögerte er keinen Moment. Er sprang aus dem Bett und eilte in seine Praxis. Dreieinhalb Stunden kämpfte er um das Leben von Steini, nähte die Wunden.

Bei der Übergabe büxte Steini in Schwerte aus

Als die aus Fröndenberg stammenden Hundebesitzer ihren vierbeinigen Liebling dann am Sonntagabend wieder glücklich übernehmen wollten, passierte es: Das traumatisierte Tier, dem wegen der Wunden am Hals keine Leine umgelegt werden konnte, büxte einfach aus. „Wir haben es händeringend gesucht“, sagt Dr. Wolf, der seine sozialen Medien im Internet mobilisierte, um Unterstützung zu bekommen.

Und die Meldungen ratterten: Erst wurde Steini am Friedrich-Bährens-Gymnasium gesehen, dann an der Ostberger- und Wittekindstraße und schließlich an der Strangbrücke unterhalb der Ostentorkreuzung, wo eine beherzte Dame ihn festhielt, bis der Tierarzt eintraf, um seinen felligen Patienten zu übernehmen. Der erholt sich jetzt bei ihm.

Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

Für die Polizei ist die Sache in Fröndenberg noch nicht erledigt. Sie hat eine Strafanzeige wegen Körperverletzung geschrieben. Es habe ein Handgemenge gegeben, sagt Vera Howanietz: „Jeder schiebt die Schuld auf den Anderen.“ Die Ermittlungen laufen.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt