Trägerwechsel an der Kita Gänsewinkel: Mitarbeiter appelieren an die Schwerter Politiker

rnNach DRK-Kündigung

Wie geht es weiter ab Sommer 2019? Und wie geht es weiter ab Sommer 2020? Die Erzieherinnen der Kita Gänsewinkel sind verunsichert. Das machten sie nun auch gegenüber Politikern deutlich.

Schwerte

, 18.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Viele Eltern der Kita Gänsewinkel sind sauer. Denn sie haben den Info-Abend in der Kita noch bestens im Kopf. Wie die Vertreter der Stadt dort aufgetreten seien! Arrogant seien der Erste Beigeordnete Hans-Georg Winkler und Jugendamtsleiter Andreas Pap gewesen. Als es um die Zukunft der Kita-Erzieherinnen gegangen sei, habe es nur geheißen: „Pech gehabt.“

Nach der überraschenden Kündigung des Roten Kreuzes in Richtung Stadt soll die Kita Gänsewinkel im Sommer 2019 den Träger wechseln - und ab da eine Kita des Lebenszentrums Königsborn sein. Bis zum Sommer 2020 soll alles mit Regel-Kita-Gruppen weiterlaufen, hieß es. Danach werde es nur noch drei statt zwei Gruppen geben, dafür eine dritte für Kinder mit Förderbedarf, also mit Behinderungen.

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Den Mitarbeitern wird „der rote Teppich ausgerollt“

„Pech gehabt“ - war das so gemeint, wie es ankam? Pap bemührte sich am Montagnachmittag im Jugendhilfeausschuss, den Satz zu relativieren: Nein, der Zusammenhang sei ein bisschen anders gewesen. Das sei keine arrogante Haltung gewesen. Zudem würden die Kita-Mitarbeiterinnen „nicht ins Bergfreie fallen, sondern es wird der rote Teppich für sie ausgerollt“.

Die Optionen: beim DRK bleiben oder zum neuen Träger wechseln. Nimmt das den Mitarbeitern die Sorge? Eine Erzieherin ergriff in der Sitzung das Wort und versuchte, der Politik ins Gewissen zu reden: „Es wird einfach über uns bestimmt. Mitarbeiter und Eltern haben Ängste. Wir haben ein gutes Team und das wird auseinandergerissen. Darüber sind wir sehr traurig.“

Zudem sei die Frage: Was passiere denn 2020, wenn der neue Arbeitgeber nicht mehr so viele Erzieherinnen brauche, weil eine von drei Gruppen wegfalle? Bedrohe diese Situation nicht gerade die älteren Kolleginnen?

Bau einer neuen Kita würde mehrere Jahre dauern

Die indirekte Antwort der Rathaus-Verantwortlichen: Das sei Sache des alten und des neuen Trägers. Man müsse die Gesamtsituation in Schwerte im Blick behalten.

„Ja, wir haben die Kündigung angenommen, damit wir einen Betriebsübergang hinbekommen“, so Andreas Pap. Richtig problematisch wäre doch, einen Kindergarten komplett neu zu bauen - ganz abgesehen von der jahrelangen Planungs- und Bauzeit: „Wir haben kein Geld und keine Grundstücke.“

Kann sich die Politik den Appell der Mitarbeiter noch einmal zu Herzen nehmen und anders entscheiden, also für einen Verbleib mit dem DRK? Die Ausschussvorsitzende Andrea Hosang (Grüne) dachte das kurz, blickte zur Seite zu Pap und Winkler. Und bekam als kurze Antwort: „Nein, ist nicht vorgesehen.“

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