Trinker-Szene im Stadtpark: Politik sucht Lösung

Projektgruppe geplant

Der Schwerter Stadtpark wird für viele Spaziergänger zunehmend unattraktiv, weil sie sich von der Trinker- und Drogenszene dort gestört fühlen. Mit einer Projektgruppe soll das Problem angegangen werden. Doch wie die Lösung aussehen kann, das wissen auch Politiker und Verwaltung nicht genau.

SCHWERTE

, 09.09.2016, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trinker-Szene im Stadtpark: Politik sucht Lösung

Der Rat der Stadt Schwerte möchte im Stadtpark weniger Szene dafür mehr nüchterne Bürger.

Der Stadtpark hat schon immer eine gewisse Szene angezogen. „Doch die war überschaubar“, erklärte Jutta Pentling von der Verwaltung im Ratsausschuss für Generationen am Donnerstagabend. Seit etwa einem Jahr hat sich das geändert. Vor allem bei gutem Wetter sind alle Bänke besetzt, Alkohol wird getrunken und das Gebüsch als Toilette genutzt.

Doch die Gruppe ist nicht homogen. „Sie reicht von ganz jungen bis ganz alten Menschen, vom Alkoholabhängigen, über Drogenkranke bis zu gelangweilten Jugendlichen ohne Job“, so Pentling. Warum dieses soziale Problem jetzt derart gehäuft im Stadtpark sichtbar wird, hat ebenfalls viele Gründe. Zum einen ist der Keller im Rathaus, der bislang als Schlafstelle für Obdachlose genutzt wurde im vergangenen Jahr, aus Brandschutzgründen geschlossen.

Das Methadonprojekt einer Schwerter Praxis sorgt für weiteren Zulauf. Bei einem Gespräch mit den Ruhr Nachrichten im Juni gab sich ein Teil der Gruppe als Methadon-Patienten aus anderen Städten zu erkennen, „Wir warten hier nur auf den Zug“, hatte ein junger Mann auf Nachfrage erklärt. Damals hatten die meisten der Gruppe im Stadtpark gefordert, dass man einen eigenes Refugium brauche. Die Bänke im Nowy-Sacz-Park hatte die Stadt auf Anwohner-Beschwerden weggeräumt. Und auch anderswo werde man vertrieben. Jetzt konzentriert sich die Szene, die eigentlich aus ganz vielen unterschiedlichen Szenen besteht, im Stadtpark und sorgt da für massive Beschwerden von den Nachbarn.

Vertreiben? Das ist keine Option 

„Wenn wir die Menschen aus dem Park vertreiben, lösen wir damit kein Problem“, betont Jutta Pentling. Denn dann ziehe die Gruppe wahrscheinlich eine Grünfläche weiter. Das sehen auch die Politiker so. Dennoch will man dafür sorgen, dass der Park wieder von allen Schwertern genutzt werden kann.

„Wir haben eine Verantwortung auch für die Menschen im Stadtpark“, betonte SPD-Fraktionschefin Angelika Schröder. Deshalb soll jetzt auf einen gemeinsamen Antrag aller Parteien hin, eine Projektgruppe gegründet werden. In der sollen neben der Verwaltung und Vertretern des Rates vor allem auch die Fachleute der Diakonie, der Drogenberatung und der Polizei vertreten sein. „Hochkarätig“ müsse man das Gremium besetzen, betont Angelika Schröder.

Stelle für Sozialarbeiter

Doch ob das alleine die Lösung für das Problem ist, bezweifeln selbst die Initiatoren des Antrags. Wahrscheinlich müssen wir auch eine Stelle für einen Sozialarbeiter in den Stellenplan 2017 einplanen, schätzt CDU-Ratsherr Egon Schrezenmaier, der den Antrag im Ausschuss einbrachte. Bis 2011 hatte es so eine Stelle bereits gegeben. Doch als die Förderprogramme ausliefen, endet auch die Sozialarbeit dort.

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