Hausärzte warnen: Trotz Corona wichtige Behandlungen nicht aufschieben

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Zu Beginn der Kontaktsperre aufgrund der Corona-Krise riet die Kassenärztliche Vereinigung dazu, nur in dringenden Fällen zum Arzt zu gehen. Einige Patienten haben das missverstanden.

Schwerte

, 06.04.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Gedanke war einfach und logisch. In Zeiten einer Pandemie und einer daraus resultierenden Kontaktsperre ist das Wartezimmer eines Arztes ein Ort, den man meiden sollte. Denn dort trifft man kranke Menschen auf engem Raum.

Deshalb riet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) relativ früh den Patienten, nur noch in dringenden Fällen zum Arzt zu gehen. „Sogar Vorsorgeuntersuchungen sollte man verschieben“, berichtet Jana Elbert von der KVWL.

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Der Aufruf wurde gehört: Tatsächlich, momentan gehen weniger Menschen in die Arztpraxen. Leider aber auch die Patienten, die lieber kommen sollten. Das berichtet der Mediziner Theo Spanke aus Schwerte: „Einige Patienten versäumen Termine, die für eine Therapie unverzichtbar sind.“

Arztbesuch für die Therapie

Patienten, die gerade auf ein Medikament eingestellt werden, deren Blutdruck kontrolliert werden muss, die ein EKG benötigen, um das Herz-Kreislaufsystem zu überwachen, dürfen nicht einfach ihre Arztbesuche einstellen und die Termine canceln.

Tun Patienten das doch, bekommen sie zumindest bei Theo Spanke einen Anruf und werden in die Praxis gerufen. Dort merken sie dann, dass es gar nicht voll ist. Denn die Patienten, die es sich leisten können, nutzen Spankes Telefonsprechstunde.

Dieser Trend ist auch schon bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe angekommen. Deren Sprecher, Volker Heiliger, appelliert deshalb an alle Patienten: „Trotz Corona. Schieben sie notwendige Behandlungen nicht auf.“

Nicht alles kann über das Telefon geregelt werden

Ähnliche Erfahrungen hat Dr. Ingo Barth in seiner Praxis an der Schützenstraße gemacht. Es gibt Patienten, die in diesen Zeiten den Weg zum Arzt scheuen, aber eigentlich dringend einer eingehenden Untersuchung bedürfen. Natürlich werde dieser Tage viel über das Telefon geregelt und es gibt sogar einen Schalter an seiner Praxis, wo man sich das Rezept abholen kann, ohne die Räume zu betreten. Aber wer eigentlich zu Arzt muss, der sollte zwar zunächst zum Telefonhörer greifen, dann aber auch kommen.

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In der Telefonsprechstunde wird abgeklärt, wer kommen muss. Und in vielen Fällen ist die Angst auch unberechtigt. „Man ist hier in der Praxis vermutlich sicherer als im Supermarkt“, so Barth. Denn in der Praxis achte man darauf, dass Abstand zwischen den Patienten gewahrt bleibt, und die Mediziner tragen Schutzmasken.

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