Trotz Rekordjahres für die Wirtschaft bleibt der städtische Haushalt eine knappe Kiste

rnWirtschaft in Schwerte

Wie läuft es in der heimischen Wirtschaft? Plant die Stadt Steuererhöhungen? Fragen, die beim Wirtschaftsgespräch der IHK in der Rohrmeisterei in Schwerte geklärt worden sind.

Schwerte

, 15.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gewerbesteuereinnahmen sprudelten im vergangenen Jahr so gut wie selten und aus der Sicht der meisten Unternehmen war 2018 ein Rekordjahr. An dem solle man nun auf keinen Fall die Konjunktur messen. Auch wenn es 2019 nicht so gut liefe, sei das noch keine Konjunkturdelle, erklärte Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK. Am Mittwoch hatte die ihre Schwerter Mitglieder zum Wirtschaftsgespräch eingeladen.

Stadt plant keine Steuererhöhungen

Zumindest einer frohe Botschaft an alle Schwerter hatte Bürgermeister Dimitrios Axourgos im Gepäck: Er plane keine Steuererhöhungen. Doch Axourgos räumte auch ein, dass der Haushaltsentwurf für 2020 sehr knapp bemessen sei. Dennoch sei es gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.

Was auf den ersten Blick gut ankam, sorgte auch für Kritik. Moderator des Wirtschaftsgesprächs und IHK-Vollversammlungsmitglied Philipp Halbach fand es „eher beunruhigend“, wenn in Zeiten wie diesen der Haushaltsentwurf mit Ach und Krach ausgeglichen sei.

In vielen Bereichen gehe es Schwerte Halbach zufolge wirtschaftlich relativ gut. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei gut, die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gestiegen. Am 31. Juni habe es in Schwerte 14.308 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gegeben, bilanzierte der Moderator.

Vier Steinkohlekraftwerke im Kreis werden schließen

Dass es nicht überall im Kreis so rund läuft, machte Stefan Schreiber deutlich: Zu den Ergebnissen der Kohlekommission der Bundesregierung gehöre die Entscheidung, mittelfristig vier Steinkohlekraftwerke im Kreis Unna zu schließen. Da könnten bis zu 1000 Arbeitsplätze verloren gehen, so Schreiber. Vor diesem Hintergrund müsse der Bund die zugesagten finanziellen Hilfen nicht nur den Braunkohlerevieren zukommen lassen. „Auch hier vor Ort im Kreis Unna brauchen wir Geld, um den Strukturwandel abzufedern“ forderte der Hauptgeschäftsführer. Gleichzeitig solle man sich um Nachnutzungen für die Flächen bemühen und diese vollerschlossenen Gewerbe- oder Industrieflächen nicht renaturieren. Überhaupt fehlten im Entwurf für den neuen Regionalplan aus Sicht der IHK Gewerbeflächen. 800 Hektar zu wenig hätten die Planer dort veranschlagt.

Gesundheitsbranche stand im Fokus

Im Kern ging es beim Wirtschaftsgespräch, zu dem rund 80 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gekommen waren, aber um die Gesundheitsbranche. Die sei zu einer tragenden Säule der regionalen Wirtschaft geworden, erklärte IHK-Geschäftsführer Ulf Wollrath. Zu diesem Thema hat die IHK eine Studie herausgegeben. Als Gastredner erläuterte der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses, Jürgen Beyer, wie eine Klinik dieser Größe funktioniert.

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