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Über ein Schwerter Fernseh-Geschäft - im Grünen

TV und Video Schmidt

Eine Herde Schafe, ein Reiterhof, ein mit grünen Algen bewachsener ehemaliger Löschteich – wer den Steinberg im Schwerter Stadtteil Ergste zum ersten Mal sieht, würde dort wohl kaum ein Fernsehgeschäft vermuten. Doch genau hier ist TV und Video Schmidt seit 36 Jahren ansässig. Wie es dazu kam, erzählen wir hier.

ERGSTE

, 03.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Über ein Schwerter Fernseh-Geschäft - im Grünen

Manfred Schmidt eröffnete vor über 30 Jahren sein Geschäft in seinem Privathaus am Rande von Ergste.

„1981 habe ich mich selbstständig gemacht“, erzählt Seniorchef Manfred Schmidt, den alle nur Manni nennen. Der gelernte Fernsehtechniker setzte aber zunächst nicht auf Flimmerkisten, sondern auf Video-Kassetten. Eröffnet wurde das neue Geschäft in seinem Wohnhaus, hier draußen weit vor den Toren der Stadt.

Eine Videothek weit außerhalb? Das funktionierte vor allem deshalb, weil es Filme gab, die die Schwerter damals nicht direkt vor den Augen ihrer Nachbarn ausleihen wollten. Bei Manni war man da schon deutlich außerhalb der eigenen Nachbarschaft.

Rund zehn Jahre lief das Geschäft mit VHS, Betamax und Video 2000, dann besann sich der Fernsehtechniker mehr auf seine eigentliche Kompetenz.

Videos, Fernseher, Satelliten-Schüsseln

Videorekorder waren schon im Angebot der Videothek enthalten. Neben Fernsehern kamen dann die Satelliten-Anlagen hinzu.

„Wir haben damals eine Schüssel auf einen Anhänger gebaut und sie den Leuten zum Ausprobieren vor die Tür gestellt“, erzählt er. Die neue Programmvielfalt kam an. „Wenn wir die Schüssel abgeholt haben, war meist ein Auftrag drin.“

Im Dortmunder Stadion vertreten

In Schwerte lebt das Geschäft von Mundpropaganda, aber vor allem werden heute gewerbliche Kunden in ganz Deutschland bedient. Für Hotels in Garmisch, in Österreich oder Casinos in Norddeutschland liefert die kleine Firma aus Ergste TV- und seit Neuestem auch Überwachungsanlagen.

Ein Großteil des Geschäfts macht Schmidt aber nicht mit den Hotels, sondern mit einer Leasingbank. Die verleast die Anlagen dann an die Betreiber.

Wer beim BVB im Signal-Iduna-Park das Stadion TV auf einem der zahlreichen Bildschirme sieht, betrachtet auch ein Werk aus dem Haus Schmidt.

Auch eine Filiale in Schwerte

Seit Neustem gibt es sogar eine Filiale in Schwerte. Als Untermieter von Elektro Neuhoff hat Schmidt den ehemaligen Bereich TV-Geräte von HHKT an der Sonnenstraße übernommen. Damit müssen seine Kunden nicht mehr den Bürenbrucher Weg hoch bis zum Steinberg fahren.

Nur einmal in der Geschichte der Firma zweifelte Manni Schmidt an der Zukunft. Das war 2003, als der Betrieb abbrannte. Vor allem, weil man nicht ausreichend versichert war. „Damals habe ich schnell gesehen, wer ein echter Freund ist“, so Manni.

Generationswechsel steht bevor

Fünf Mitarbeiter hat sein Betrieb, in dem zusätzlich außer ihm noch sein Schwiegersohn mitmacht. „Dem macht das Spaß“, so Schmidt. Der Generationenwechsel steht kurz vor der Tür. „Im nächsten Jahr werde ich 70, da müssen wir uns zusammensetzen und reden“, sagt der Seniorchef.

Die Zukunft des TV-Geschäfts im Grünen, das hochmoderne Technik verkauft und doch ein wenig anachronistisch wirkt, ist jedenfalls gesichert.

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