Unbekannter schießt auf Schwerter Wartehäuschen

Am Busbahnhof

Kreisrund markieren Splitterspuren die Einschlagsstelle der Kugel: Mit einem Schuss haben Unbekannte die Glasscheibe eines der nagelneuen, 225.000 Euro teuren Wartehäuschen am Schwerter Busbahnhof zerstört. Dass Bushaltestellen in Schwerte durch Schüsse zerstört werden, ist für die Stadt tatsächlich nichts Neues.

SCHWERTE

, 06.06.2017, 19:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unbekannter schießt auf Schwerter Wartehäuschen

Vermutlich mit einem Schuss aus einem vorbeifahrenden Auto haben Unbekannte eine Scheibe des neuen Wartehäuschens am Busbahnhof zerstört. Deutlich ist das Einschlagloch über dem Kopf einer Figur zu erkennen, die auf das Glas aufgeklebt ist.

Im aktuellen Fall geht der Pressesprecher der Stadt Schwerte Alexander Nähle von einem Schuss aus einer Waffe aus: „Wir vermuten, aus einem fahrenden Auto heraus.“

Dabei hatten die Stadtplaner schon extra hochwertige, vandalismussichere Scheiben in die Konstruktion einbauen lassen, so Nähle weiter. Doch auch die hielten der „rohen Gewalt“ nicht Stand. Zwar zerfiel das Glas nicht und bekam auch keine scharfen Kanten, aber ein bizarres Rissmuster überzieht die gesamte Fläche, die sich zudem ein wenig nach innen gebogen hat.

Dem Krater zufolge, den das Projektil in dem Glas hinterlassen hat, muss der unbekannte Täter aus Richtung Beckestraße auf das Wartehäuschen geschossen haben. Die Polizei konnte bislang nicht tätig werden. Denn bis Dienstag lag in den Akten noch keine Anzeige vor, wie Behördensprecher Thomas Röwekamp (Unna) berichtete. Auch seinen Kollegen vom Schwerter Kommissariat sei auf Nachfrage hin nichts davon bekannt gewesen.

Das Zerstören des Glases an Bushaltestellen ist keine Seltenheit

„Das ,Entglasen‘ von Bushaltestellen war mal richtig in Mode“, erinnerte sich Röwekamp. Zuletzt im Herbst 2015 hatten Vandalen eine massive Spur der Verwüstung quer durch die Ruhrstadt gezogen. Mehr als ein Dutzend Glaswände von Schutzhäuschen von der Heidestraße bis zum Stahlwerk Ergste waren damals zertrümmert worden. Zudem wurden eine Rollade an der Bergischen Straße sowie Schaufenster der Kuhbar am Holzener Weg und an einem Kinder-Second-Hand-Geschäft in Ergste durchlöchert sowie mehrere Autos beschädigt. Wegen der großen räumlichen Entfernung der Tatorte war die Polizei auch damals davon ausgegangen, dass die Täter mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sein mussten.

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Viele Bushaltestellen in den Außenbezirken müssen immer noch ohne Wände oder Dächer auskommen, weil die ständige Beseitigung der Vandalismusschäden für die Stadt teuer war. Allein in den Jahren 2013 und 2014 mussten dafür jeweils rund 5500 Euro ausgegeben werden.

Es entstand ein Schaden von rund 2700 Euro

Fast die Hälfte dieses Betrages wird jetzt allein die neue Scheibe für das Häuschen am Busbahnhof kosten. Mit 2700 Euro schlage sie zu Buche, teilte Nähle am Dienstag auf Anfrage mit. Dazu kommen noch die Ausgaben für den Aufdruck, der an dieser Stelle Passanten zeigte. „Die neue Scheibe ist bestellt“, sagte Nähle. Man warte auf die Spezialanfertigung, damit die „Visitenkarte“ der Stadt sich wieder schön präsentiert.

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