Unterschrift drunter: Schüler aus Dortmunds Süden dürfen wieder auf Schwertes Gymnasien

Höchstener und Holzener

Schüler aus Dortmund-Holzen und Dortmund-Höchsten dürfen ab 2020/21 wieder auf die Gymnasien in Schwerte gehen. Das besiegelten die Bürgermeister am Donnerstag mit ihren Unterschriften.

Schwerte, Holzen, Höchsten

, 10.10.2019, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unterschrift drunter: Schüler aus Dortmunds Süden dürfen wieder auf Schwertes Gymnasien

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos unterschreiben die Beschulungsvereinbarung. Sie gilt für die beiden Gymnasien aus Schwerte und für die Grundschüler aus Holzen und Höchsten. © Björn Althoff

„Manchmal muss man irgendwie westfälisch sein, so ein bisschen dickköpfig.“ Das unterstrich Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau, als er am Donnerstag zu Gast war im Ruhrtal-Gymnasium in Schwerte.

Vor Sierau und dem Schwerter Bürgermeister Dimitrios Axourgos lagen da zwei Verträge. Offizieller Name: Beschulungsvereinbarung. Inhalt: Ab 2020/21 haben die Mädchen und Jungen von der Höchstener Grundschule und der Eintracht-Grundschule Holzen dieselben Rechte wie die Schwerter.

Oder, deutlicher: Wenn sie nach Klasse 4 auf das Ruhrtal-Gymnasium (RTG) oder das Friedrich-Bährens-Gymnasium (FBG) in Schwerte gehen wollen, dürfen sie das auch. Denn sowohl am RTG las auch am FBG soll es ab 2020 wieder je vier fünfte Klassen geben.

Schwertes Politiker hatten Bedenken, stimmten aber dafür

Jahrzehntelang war das so. Doch nach der Eröffnung von Schwertes zweiter Gesamtschule im Sommer 2016 genehmigte die Bezirksregierung aus Arnsberg den Schwerter Gymnasien weniger neue Klassen. Also durften nur noch vereinzelt Dortmunder kommen.

2019 wurde aber wieder alles auf Anfang gestellt. Die beiden Städte und die Bezirksregierung Arnsberg trafen sich. Die Politiker in beiden Städten stimmten für eine neue Beschulungsvereinbarung. In Dortmund gab es eh keinen nennenswerten Gegenwind, in Schwerte am Ende einer Diskussion zwar einige Bedenken, aber eine breite Mehrheit.

Sierau: „Manchmal braucht man die richtige Konstellation“

„Was lange währt, wird endlich gut“, freute sich Dimitrios Axourgos vor dem Unterzeichnen: „Wir schließen den Schulfrieden, dem seit Jahren entgegengefiebert wird.“

Das Thema Bildung habe für ihn „höchste Priorität“ - was ja bei einem ehemaligen Lehrer auch nicht so verwunderlich sei, so der SPD-Politiker, der 2018 zum Nachfolger von Heinrich Böckelühr (CDU) gewählt wurde.

„Man braucht manchmal eben die richtige Konstellation“, unterstrich Sierau (SPD).

Unterschrift drunter: Schüler aus Dortmunds Süden dürfen wieder auf Schwertes Gymnasien

Wichtiger Paragraph 4: Schwerte verzichtet darauf, Geld für die ortsfremden Schüler von Dortmund zu verlangen. Das hatte vor einigen Jahren noch anders ausgesehen. © Björn Althoff

Vertrag läuft über fünf Jahre und verlängert sich automatisch

Die Regelung für die Kinder aus Holzen und Höchsten gilt ab 2020/21 zunächst für fünf Jahre und verlängert sich laut Vertrag, wenn keine Stadt widerspricht.

Dennoch will man kritisch draufschauen, deuten beide Seiten an. Schwertes Politiker hatten ohnehin den internen Zusatz hinzugefügt, man wolle Jahr für Jahr auf die Zahlen schauen, ob sich alles so entwickele wie vermutet.

Und Sierau merkte beim Unterschriften-Termin erst bis ironisch an, in fünf Jahren könne viel passieren. „Wir haben ja 2022 wieder Landtagswahlen. Wer weiß: Vielleicht gibt es ja danach wieder eine neue Idee. Vielleicht gibt es dann ja G10 oder G7.“

Lesen Sie jetzt