200 Unterschriften wünschen: Redet und findet eine konstruktive Lösung

rnCoronastrafe für Lo´Canta

Hilfe erbeten, weil die Existenz in Gefahr ist. Andererseits muss der Lo´Canta-Wirt 1000 Euro Corona-Buße zahlen. Birthe Stabenow schickt dem Bürgermeister 200 Unterschriften und eine Bitte.

Schwerte

, 27.04.2020, 12:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Liste wurde immer länger. An die 200 Unterschriften hat Birthe Stabenow gesammelt, nachdem die Stadtverwaltung Lo‘Canta-Wirt Hasan ein Corona-Bußgeld von 1000 Euro aufgebrummt hat. Ohne einen Aufruf zu starten, kamen diese Unterstützer in einer Woche zusammen.

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„Das zeigt das massive Interesse der Schwerter an ihrem Wohnzimmer“, sagt die Initiatorin, die selbst gar nicht Stammgast in dem Restaurant ist. Alle 14 Tage trifft sie sich dort nur mit ihrer Doppelkopf-Runde: „Aber ich möchte nicht woanders spielen.“ Ohne das Lo´Canta stelle sie sich den Markt „ganz gruselig“ vor. Seit 18 Jahren gebe es das Lokal. Ein Lebenswerk, das jetzt gefährdet sei: „Die stehen vor dem Aus.“ Es sei doch absurd, dass jemand, der Soforthilfe beantragt habe und sich in existenzieller Notlage befinde, noch 1000 Euro Bußgeld zahlen solle. Die Stadt verwies in diesem Zusammenhang noch einmal auf ihre Stellungnahme in der vergangenen Woche. Erst nachdem man den Gastwirt dreimal verwarnt und auf seine Verstöße hingewiesen habe, sei das Bußgeld verhängt worden.

In einer Kleinstadt sollte man miteinander sprechen

„Ich habe großes Vertrauen in unseren Bürgermeister, Herrn Axourgos, dass es zu einer konstruktiven Lösung kommt“, sagt Birthe Stabenow. Sie habe es in der Kleinstadt immer erlebt, dass man miteinander spreche und sich gegenseitig helfe: „Ich denke, es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern darum, ein Zeichen von Solidarität zu setzen.“ Das sei ihr Anliegen. Weil eine persönliche Übergabe wegen der Coronakrise nicht möglich ist, hat sie die Unterschriften per Post an den Bürgermeister geschickt.

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Ob eine friedliche Lösung der Angelegenheit noch denkbar ist? Der Gastwirt habe die Angelegenheit mittlerweile einem Rechtsanwalt übergeben. Deshalb könne man zur aktuellen Entwicklung nichts sagen, so die Stadt.

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