Uraufführung von Heuckes Sinfonie wurde mit Applaus gefeirt

Chormusik im Freischütz

SCHWERTE Zeitgenössische Chormusik ist nicht ein Publikumsmagnet. Dennoch hat sich die Konzertgesellschaft an diese Herausforderung gewagt. Das Risiko wurde belohnt. Die Uraufführung von Stefan Heuckes III. Sinfonie im Freischütz wurde mit anhaltendem Applaus begeleitet.

von Ruhr Nachrichten

, 16.11.2009, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Werk wurde von der Konzertgesellschaft Schwerte und der Oratorienchor Kamen in Auftrag gegeben.

Das Werk wurde von der Konzertgesellschaft Schwerte und der Oratorienchor Kamen in Auftrag gegeben.

Lang anhaltender Applaus und Bravo-Rufe begleiteten die Uraufführung von Stefan Heuckes III. Sinfonie im Freischütz. Die Konzertgesellschaft Schwerte und der Oratorienchor Kamen hatten das Werk in Auftrag gegeben. Ein mutiges Unterfangen, denn mit der Pionierarbeit für zeitgenössische Chormusik waren mit der Aufführung auch Höchstleistungen von Chor und Orchester verbunden. Beiden gelang dies in Verbindung mit der Philharmonie Westfalen unter der Gesamtleitung von Franz-Leo Matzerath hervorragend. Dramatische und ruhigere Chorpassagen sowie klanggewaltige Orchesterpassagen boten ein musikalisches Bild der fünf Bücher Mose. Deshalb wählte Heucke auch einen hebräischen Titel „Sh’má Jissra‘él“ (höre Israel) für sein rund 50-minütiges Werk, das er auch als einen Beitrag zur christlich-jüdischen Versöhnung versteht.

Zuvor hatte Jugend-Dramaturg Roland Vesper eine Einführung in Heuckes Klangwelten gegeben. Mit Musikbeispielen führte er das Publikum an die Welt des Bochumer Komponisten heran. Dass es begeisterte Hörer seiner Werke gibt, bewies auch die Zusammenstellung des Publikums. Selbst aus Süddeutschland waren Gäste zur Uraufführung angereist. Ihnen wurde eine äußerst gelungene Umsetzung der Sinfonie geboten. Heucke nutzt die archaischen Klänge der hebräischen Sprache und verbindet sie mit oft monumentalen und geheimnisvollen Klängen eines großen Chores. Nur im zweiten Satz gönnt er seinen Zuhörern eine lyrisch ruhige Phase, bevor es mit einem dramatischen Satz über den strafenden Gott hin zum ruhigen und fließenden Finale geht, in dem Gottes Friede und Segen symbolisiert wird.

„Obwohl wir bereits in der Vergangenheit anspruchsvolle Chorliteratur umgesetzt haben, war dies schon eine immense Herausforderung“, fasste Professor Carl-Joachim Heinrich zusammen. Eine Herausforderung, die von den Chören und dem Orchester bravourös gemeistert wurde. Sehr zur Freude des Komponisten, der der Uraufführung beiwohnte und selbst einige Hinweise zur Komposition gab. Schwerte kann sich glücklich schätzen, einen Kuturträger wie die Konzertgesellschaft Schwerte zu haben, die bisweilen mutige und eigenständige Wege geht.

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