Verbotene Schleichwege rund um die B236 in Schwerte: Jetzt ist ein Schild gestohlen

rnAuf dem Ruhrtalradweg

Autofahrer dürften hier eigentlich nicht sein - Radfahrer, Fußgänger und Hundebesitzer schon. Das regeln an dieser Stelle des Ruhrtalradwegs in Schwerte Schilder. Eins ist jetzt weg.

Schwerte

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Schilder sind mit Gewalt entfernt worden.“ Da ist sich Thomas Müller sicher. Keine drei Wochen ist es her, dass er sich an unsere Redaktion wandte und auf gefährliche Stellen hinwies: Zwischen Gut Ruhrfeld bis zur den Kleingärten auf der westlichen Seite der B236 einerseits, auf dem Schleichweg zwischen der Hundewiese und der B236 andererseits.

Zwei Teilstücke sind kombinierte Rad-Fußgängerwege mit dem Zusatz: „Landwirtschaftlicher Verkehr frei“. Was wiederum bedeutet: Selbst Anlieger dürfen hier nicht mit dem Auto fahren. Hierher darf nur landwirtschaftliches Gerät oder ein normales Auto, in dem ein Landwirt im Rahmen seiner Arbeit sitzt - etwa auf dem Weg zu einem Feld, um dort etwas nachzuschauen.

War jemand am Werk, der die Strecke regelmäßig fährt?

Thomas Müller weiß von anderen Begebenheiten zu berichten: von Autofahrern, die unfreundlich sind, die Mensch und Hund kaum Platz lassen oder gar keinen; von Autofahrern, die schimpfen, extra Gas geben, extra Staubwolken aufwirbeln, die selbst Rollstuhlfahrer bedrängen; von Autofahrern, die ganz sachlich darlegen, wie viel Zeit und Geld sie sparen, wenn sie absichtlich die verbotene Abkürzung nehmen.

„Es liegt nahe, dass hier Intensivnutzer dieser Strecken am Werk waren“, findet Müller. Deshalb habe er auch das Ordnungsamt informiert.

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Dort war man dankbar über die Hinweise. Und wurde auch direkt tätig, wie Schwertes Stadtsprecher Ingo Rous am Montag erläuterte: Der zuständige Mitarbeiter im Ordnungsamt habe bereits in die Wege geleitet, dass der Mangel behoben werde.

Es gebe weitere Schilder dieser Art. Bald hänge dort wieder eins, sicherte Rous zu. Man sehe hier dringenden Handlungsbedarf.

Und bis dahin? „Die Verkehrsrelegung bleibt erhalten“, unterstreicht der Stadtsprecher. Auch wenn sie nicht mehr ausgeschildert werde? Naja, Anlieger müssten ja eigentlich wissen, was verboten ist und was erlaubt.

Verbotene Schleichwege rund um die B236 in Schwerte: Jetzt ist ein Schild gestohlen

Verboten - außer für Landwirte, die auf dem Feld ertwas zu tun haben. So stand es bis vor wenigen Tagen deutlich lesbar an dieser Stelle des Ruhrtalradwegs. © Björn Althoff

Hinweis für Radfahrer hängt noch - Kommen bald Poller?

In der Tat ist es nicht schwer zu erraten, dass dort Schilder gestohlen wurden: Der Pfahl ist knapp über dem Boden abgeknickt. Die Halterungen der beiden verschwundenen Schilder hängen noch. Und das dritte Schild kurioserweise auch noch: ein Hinweis für Radfahrer, der Autofahrern weder etwas verbietet noch ihnen etwas erlaubt.

Generell hatte Thomas Müller angeregt, vor und hinter den Teilstücken, die maximal der Landwirt nutzen dürfe, könnten auch abschließbare Poller stehen. Was daraus wird, ist weiterhin offen. Zumal: Landwirtschaftliche Fahrzeuge passen auch nicht unter der engen B236-Brücke hindurch.

STRASSENVERKEHRSORDNUNG

Wie schnell darf ich auf dem Feldweg sein? Wann bin ich Anlieger?

Auf Feldwegen gilt laut Straßenverkehrsordnung kein Tempolimit. Allerdings darf man andere nicht gefährden. Passiert etwas, kann es dann teuer werden. Als „Anlieger“ gelten grob gesagt alle, die selbst Bewohner oder Eigentümer der Grundstücke an der Straße sind - oder diejenigen, die mit ihnen in Kontakt treten wollen. Also auch Lieferanten, Geschäftskunden, Arbeitnehmer und Besucher. Es gibt also eine große Grauzone.
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