Verdi-Streik in Schwerte: Rund 100 Teilnehmer mit Maske und Abstand

rnDemo am Rathaus

Mit Maske, Abstand und Forderungen an die Stadt Schwerte und andere kommunale Arbeitgeber – 100 Frauen und Männer haben am Mittwoch am Verdi-Streik in Schwerte teilgenommen. Für mehr Geld.

Schwerte

, 23.09.2020, 12:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

1, 2, 3, 4 – Leute, heute streiken wir.“ Dieser Satz schallte am Mittwochmorgen durch die Rathausstraße und anderswo in der Schwerter Innenstadt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen – und knapp 100 Frauen und Männer waren gefolgt.

Mitarbeiter der Stadt Schwerte und der Wasserwerke Westfalen zeigten so, was ihre Gewerkschaft fordert: 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens ein Plus von 150 Euro. Deutlich mehr als den „Inflationsausgleich“ von unter einem Prozent, den die öffentlichen Arbeitgeber angeboten haben.

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Verdi-Streik vor dem Rathaus in Schwerte

Verdi: Es geht um Wertschätzung im Corona-Jahr

„Jetzt geht es darum, dass ihr ein Stück weit Wertschätzung bekommt“, unterstrich Verdi-Gewerkschaftssekretärin Ramona Wolf zu Beginn der Kundgebung. Die – unter anderem – kommunalen Arbeitgeber wüssten doch genau, so ihr Vorwurf: In diesem Jahr sei Corona. Und deshalb „nicht die beste Zeit, in den Arbeitskampf zu ziehen, eben weil wir eine besondere Situation haben.“

Viele hätten „Sorge davor, sich zusammenzutun, auf der Straße zu sein, eben weil sie Angst haben vor Ansteckungen.“ Und die Arbeitgeber würden sich nun hinstellen und sinngemäß sagen: Probiert es doch. „Im Endeffekt ist das für den Arbeitgeberverband die beste Zeit, durchzusetzen, was sie durchsetzen wollen“, warnte Wolf.

Doch, gerade im Corona-Jahr gelte: „Wir waren jeden Tag da, vor Ort“. Das gelte für die Mitarbeiter in Krankenhäusern und der Pflege, in Kitas, in Ver- und Entsorgung. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, rief Wolf ins Mikro.

Die Demo zog vom Rathaus aus in die Innenstadt und wieder zurück.

Die Demo zog vom Rathaus aus in die Innenstadt und wieder zurück. © Björn Althoff

Betrieb in Kitas, Krankenhäusern und Pflege nicht eingeschränkt

Der Betrieb von Kitas, Krankenhäusern und Pflege sei indes durch den Streik in Schwerte nicht eingeschränkt, unterstrich Wolf. „Die Kitas waren mit aufgerufen, haben sich aber im Vorfeld entschlossen, heute nicht mitzumachen.“

Wie hätte der Bürger in Schwerte eine Einschränkung durch den Streik gemerkt? Wolf muss kurz überlegen. „Die Müllabfuhr ist später rausgefahren. Die Wasserwerke haben auf jeden Fall noch Leute da, die dafür sorgen, dass das Wasser fließen kann.“ Ansonsten könne es höchstens sein, dass Termine in Ämtern ausfallen, weil die städtischen Mitarbeiter draußen beim Streik seien statt im Büro.

„Das Ziel des heutigen Streiks ist eher, dass wir ein Zeichen setzen“, unterstrich Wolf: „Dass wir ein kleines Leuchtfeuer sind – eins von ganz vielen.“

Demo-Teilnehmer hielten Abstand und trugen Masken

Zumindest zu Beginn der Veranstaltung hielten die Teilnehmer übrigens vorbildlich Abstand und trugen auch Masken. Später – beim Gang durch die Innenstadt – kam es dann vor, dass die eine oder andere Maske zur Seite geschoben wurde und Platz machte für eine Zigarette.

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