Verkehr in Schwerte kollabierte nach A1-Sperrung

Wegen Baustelle

Verkehrs-Infarkt in Schwerte: Die A1 in Fahrtrichtung Bremen war ein ganzes Wochenende lang gesperrt wegen Bauarbeiten. Die Auswirkungen auf den Straßen der Ruhrstadt waren deutlich zu spüren. Teilweise ging es auf der Umleitung zwischen Ergste und der oberen Hörder Straße nur im Schritttempo vorwärts.

SCHWERTE

, 17.09.2017, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf sieben Kilometern Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Westhofen und der Anschlussstelle Schwerte in Richtung Bremen ist die Fahrbahndecke der A1 marode. Damit die Autobahnniederlassung Hamm von Straßen-NRW eine Sanierung zügig realisieren kann, griff von Freitagabend bis Montagmorgen die erste von zwei Vollsperrungen der Strecke – mit teils drastischen Auswirkungen für Schwertes Hauptverkehrsader.

Autofahrer, die am Wochenende von der A45 auf die A1 mussten oder unterwegs in Schwertes Zentrum waren, mussten sich in Geduld üben: Da die B236 als Umleitungsstrecke während der A1-Sanierung ausgewiesen war, ging es zwischen der Autobahnanschlussstelle Ergste bis zur oberen Hörder Straße nur im Schritttempo vorwärts.

Das sorgte neben Autofahrerfrust mitunter für kuriose Szenen. So entschloss sich zum Beispiel der Beifahrer eines PKW aus Ludwigsburg dazu, die Nordic-Walking-Stöcke auszupacken, um auf Schusters Rappen das mögliche Stauende auszuspähen.

Über 1000 Fuhren notwendig

Die Ursache für Schwertes Verkehrsinfarkt ließ sich konkret verorten. Sie lag exakt zwischen Kilometer 335,750 und 338,840 auf der A1, dem ersten von zwei Abschnitten. Rund um die Uhr beherrschten dort am Wochenende große Baumaschinen das Bild. Das, was hier rund 50 Mitarbeiter an beiden Wochenenden bewerkstelligen müssen, hat ein beeindruckendes Ausmaß: 6480 Kubikmeter werden ausgefräst, in 1120 Fuhren mit Sattelzügen insgesamt 15.700 Tonnen Material abtransportiert und erneuert.

PKW rollen dort nur durch, wenn sich die Mitarbeiter der Bauherrin Straßen-NRW vom reibungslosen Ablauf auf der Baustelle überzeugen wollten. „Bisher liegen wir voll und ganz im Zeitplan“, sagte Dieter Reppenhorst, Leiter der Autobahnniederlassung Hamm, am Samstagmittag.

"Haben Glück mit dem Wetter gehabt"

Und Heike Gerlach, Abteilungsleiterin Straßenbau, fügte hinzu, dass man mit dem Wetter ganz besonders viel Glück gehabt hat: „Freitagnacht wurde von 0 bis 8 Uhr die alte Fahrbahndecke ausgefräst. Dabei war der Regen optimal, damit es nicht so staubte. Und zum Auftragen der neuen Asphaltschicht kam dann die Sonne raus“, so Gerlach.

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In Fahrtrichtung Köln hatte man im Vorjahr bereits die gleiche Sanierungsmaßnahme realisiert. Arbeitsschichten und Vollsperrung waren jedoch völlig anders getaktet, wie Dieter Reppenhorst erläutert. 2016 waren die Mitarbeiter des beauftragten Unternehmens Heitkamp aus Herne sowie deren Subunternehmen „Die perfekte Baustelle“ nicht durchgängig auf der Strecke, sondern auf 40 Nachtbaustellen.

„Diesmal hätten wir 70 Nachtbaustellen einrichten müssen. Deshalb haben wir uns entschieden, diesmal zwei Wochenenden durchgängig für die Sanierung zu nutzen.“ Der Vorteil: Die Arbeiten gehen schneller voran, der Rückstau ist vorab überschaubar.

Staumeldungen im eingeplanten Rahmen

Laut Reppenhorst habe man im Vorfeld Gutachten erstellt und mit den Anrainer-Kommunen Absprachen getroffen. Das Ergebnis: „Bis zu fünf Kilometer Stau waren zumutbar, bei mehr als sieben hätten wir umdisponieren müssen“, so Reppenhorst. Dass der Rückstau sich in dem einkalkulierten Rahmen bewegt, wird von Straßen-NRW stetig via Google Maps überprüft. Und die Staumeldungen liegen bisher im eingeplanten Rahmen.

„Die Autofahrer müssen zweimal in den sauren Apfel beißen, aber dann war’s das auch“, meint der Niederlassungsleiter. Mit Blick auf den bisherigen Baufortschritt könnte die Vollsperrung sogar schon etwas früher als am Montagmorgen um 5 Uhr aufgehoben werden.

Von Freitag, 22. September, ab 20 Uhr bis Montag, 25. September, 5 Uhr, wird’s dann noch einmal hart für die Autofahrer: Dann wird sich die B236 abermals in ein Nadelöhr verwandeln.

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