Verkehrschaos in der Innenstadt: „Umgedrehte“ Einbahnstraßen verwirren Autofahrer

rnBaustelle an der Hüsingstraße

Die Hauptkreuzung in der Schwerter Innenstadt ist wegen einer Baustelle der Stadtwerke für eine Woche voll gesperrt. Die Umleitung ist kompliziert und überfordert viele Autofahrer.

Schwerte

, 27.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Von der Post Richtung „Waage“ fahren, plötzlich stehen bleiben, verwirrt schauen und dann ungläubig entgegen der normalen Einbahnregelung in die Haselackstraße einbiegen.

Das war noch der glücklichere Ausgang aus dem Umleitungsgewirr, das die Vollsperrung der Kreuzung Hüsingstraße/Nordwall/Friedensstraße seit Freitagmorgen den Autofahrern in der Innenstadt aufzwingt.

Eine Woche lang wird die Hauptkreuzung vor der Fußgängerzone von einer Baustelle blockiert sein, weil die Stadtwerke eine Fernwärmeleitung verlegen. Der Verkehr wird durch die Haselackstraße in Richtung Marienkirche abgeleitet und durch die Eintrachtstraße, die vorübergehend zur Einbahnstraße in Richtung Beckestraße erklärt ist; die Absperrpoller hinter der Sparkasse sind entfernt.

Autos begegnen sich in der Einbahnstraße

So viele Schilder wie wohl noch nie bei einer Baustelle hatte die Stadtverwaltung aufstellen lassen. Doch gegen jahrelange Gewohnheiten kamen die nur schwer an. Immer wieder ereigneten sich auf der Eintrachtstraße Begegnungen, weil jemand die Einbahnstraßen-Tafeln übersehen hatte.

Ähnliche Situationen beobachtete ein Mitarbeiter des Optikgeschäfts Rottler-Kayser durch die Schaufensterscheiben. „Wieviele hier anhalten und wieder zurücksetzen“, berichtete er. Das war auch hier nicht erlaubt, denn die Hüsingstraße zwischen Post und C&A ist weiterhin bergab als Einbahnstraße ausgewiesen.

Doch viele scheuten sich, in die normalerweise von dieser Seite gesperrte Haselackstraße einzubiegen. „Komme ich da wieder raus?“ fragte eine verunsicherte Fahrerin einen Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, dessen Tipps permanent gefragt waren. Der Mann bemühte sich auch, die Verkehrsschilder so zurechtzurücken, dass sie besser sichtbar waren.

Seine Idee, wie früher zusätzlich mit großen Papp-Polizisten auf die Änderungen hinzuweisen, scheiterte: Der Bauhof habe sowas nicht mehr.

Ampel an der gesperrten Kreuzung leuchtet immer noch

Die Umleitungen übersehen hatte offensichtlich sogar ein Busfahrer der Linie C32 nach Ergste. Wie Fahrgäste berichteten, fuhr er wie gewohnt die Bahnhofstraße herunter und geradewegs auf die gesperrte Hauptkreuzung zu. Dann habe er umständlich zurücksetzen müssen. Eigentlich sollen Busse eine große Umleitung vom Bahnhof über die Beckestraße nehmen.

„Solange es keine Schäden materieller oder personeller Art gibt, geht es ja noch“, sagte der Mitarbeiter des Optikgeschäftes. Schräg gegenüber, im Biergarten der Traditionsgaststätte „Waage“ saßen die Gäste allem besonders hautnah gegenüber.

Die Manöver der Autos ließen sie kalt. Vielmehr wunderten sie sich über das rote Licht an der gesperrten Nordwall-Kreuzung: „Warum ist diese Ampel noch geschaltet? Vonwegen Nachhaltigkeit und so.“

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