Video: Geschwister zocken BVB gegen Schalke

Derby an der Playstation

Borussia Dortmund gegen Schalke 04 - das Derby steht kurz bevor. Genau so unterschiedlich wie die Vereine, sind die Geschwister Isabell Glotz und Daniel Storkmann aus Schwerte. Sie BVB-Fan, er Schalker. Die beiden haben ihre Top-Mannschaften auf der Playstation zusammengestellt und das Derby vorab gespielt. So ging es aus.

SCHWERTE

, 07.11.2015, 05:31 Uhr / Lesedauer: 4 min
Video: Geschwister zocken BVB gegen Schalke

Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister - und beim Derby für unterschiedliche Teams.

Königsblau setzt sich in der Familie Storkmann seit Generationen durch. Die Geschwister Isabell Glotz (geb. Storkmann) und Daniel Storkmann teilen diese jedoch nur in ihrer Augenfarbe. Geht es um Fußball, dann könnten die Meinungen der Geschwister kaum weiter auseinanderdriften. Daniel ist seit Kindheit Schalker, Isabells Herz schlägt schwarz-gelb. Mit 16 entschied sich die heute 41-Jährige nach einem beeindruckenden Besuch im ehemaligen Westfalenstadion dazu, von der Familientradition abzuweichen.

„Es kann ja nicht aus jedem Kind etwas werden“, sagt Daniel und schickt den ersten rhetorischen Giftpfeil in Richtung seiner Schwester. Die Borussin, die in Villigst wohnt, bleibt gelassen und verweist auf das Jahr 1958 (in diesem wurde Schalke zuletzt Deutscher Meister). Daniel schweigt, seine Schwester erinnert sich hingegen mit leuchtenden Augen an ihre Anfänge als BVB-Fan. „Mit 16 hatte ich einen Freund, der großer Borussia-Fan war. Ich bin mit ihm ins Stadion gegangen. Die Stimmung war einfach nur geil“, sagt sie.

Isabell erlebte in der Saison 1990/1991 ihr erstes Fußballspiel im Stadion auf der Südtribüne in Block 14 gegen den 1. FC Köln. Dass das Spiel mit einer 1:2-Pleite ihrer Borussia endete, hat sie nicht davon abgehalten, Fan des BVB zu werden. In ihrer Familie musste sich Isabell, die beim Jugendamt der Stadt Iserlohn beschäftigt ist, jedoch einige Sprüche anhören. „Meine Großeltern, mein Vater – sie alle waren Schalker und haben es nicht verstanden. Mir war das aber egal“, sagt sie.

Zum ersten Mal im Stadion

„Das war dein Absturz in frühen Jahren“, sagt Daniel, der sich beruflich um die Logistik in einem Papierfachhandel kümmert. Der Schalker erlebte sein erstes Stadion-Spiel ebenfalls gegen den 1. FC Köln. Im Jahre 1993 sah der heute 36-Jährige einen 3:1-Erfolg des S04.

„Ich war damals mit meinem Nachbarn im Parkstadion. Er war FCK-Fan und wir saßen bei den Kölnern. Da hatte ich Schiss“, sagt Daniel. „Stell‘ dich nicht so an“, so Isabell und zieht ihren Bruder auf. So bissig und neckisch geht es bei den Geschwistern nicht immer zu. Eigentlich sind die beiden gut miteinander befreundet, verbringen auch in der Freizeit viel Zeit miteinander.

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BVB-S04-Derby: Schwerter Fans im Fifa-Duell

Vor dem BVB-S04-Derby: Die Schwerter Geschwister Isabell Glotz und Daniel Storkmann zocken Fifa auf der Playstation gegeneinander. Sie ist Dortmundfan, er Schalker.
06.11.2015
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Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Isabell Glotz und Daniel Storkmann sind Geschwister
Sie ist Borussia Dortmund-Fan, er ist Schalkefan.© Foto: Manuela Schwerte
Schlagworte Schwerte

Geht es jedoch um das Thema Fußball, dann hört der Spaß auf, erst recht, wenn beide Teams direkt aufeinandertreffen. Am morgigen Sonntag ist es wieder soweit. Um 15.30 Uhr gastiert der FC Schalke 04 im Dortmunder Signal-Iduna-Park und bittet den BVB zum Derbytanz. Die Freundschaft der beiden Fußballfans wird dann zumindest für 90 Minuten auf Eis gelegt.

Wer kommt in welches Team?

Während sich die Geschwister einen Spruch nach dem anderen um die Ohren hauen, fährt die Spielekonsole hoch. „Wir wollen das Derby nachstellen und gucken, wer virtuell die Nase vorne hat“, sage ich. Die beiden Fußballfans sind begeistert. „Das wird eine klare Sache, ich gewinne“, sagt Daniel und jubelt schon vor dem Anpfiff der Partie. „Du kannst gerne gewinnen, dafür siegen wir am Sonntag“, kontert Isabell.

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Die Teams sind schnell aufgestellt. Während Isabell nichts an ihrer Formation ändert, tauscht Daniel zwei Spieler aus. „Johannes Geis darf wegen seiner Sperre nicht spielen, deswegen muss ich auf ihn verzichten“, sagt der 36-Jährige. Außerdem nimmt Stürmer Klaas Jan Huntelaar auf der Bank Platz, für ihn spielt Leroy Sané. „Ein tolles Talent“, sagt Daniel.

Das Fifa-Duell beginnt

Dann geht es los. Die Geschwister schenken sich nichts, schubsen sich auf der Couch und beklatschen jeden Fehler des Gegners mit hämischem Beifall. Daniel hat mit seinen Schalkern jedoch klare Feldvorteile und erspielt sich reihenweise Chancen. Die Anfangsminuten erinnern dabei an den ersten gemeinsamen Stadionbesuch der beiden. Am 23. September 2000 besuchten die Geschwister zum ersten Mal gemeinsam ein Fußballspiel – ausgerechnet ein Derby zwischen dem BVB und dem S04, bei dem die Blau-Weißen einen 4:0-Auswärtserfolg feierten.

„Wir standen damals auf der Südtribüne. Ich hatte meinen Schalke-Schal unter meiner Jacke versteckt. Die innerliche Freude, die ich verspürt habe, war richtig geil“, sagt Daniel. Sein erster Besuch im Dortmunder Stadion sei bislang seine schönste Derby-Erfahrung gewesen. Isabell erinnert sich aus doppeltem Grund nur ungern zurück. „Wir haben verloren und ich musste die Karten bezahlen“, sagt sie.

 

Dennoch war dieses Spiel ein Wendepunkt in der Beziehung der Geschwister. Da sich ihre Eltern früh trennten, wuchsen die beiden nicht gemeinsam auf. Isabell wuchs bei ihrem Vater auf, Daniel bei der Mutter. „Wir hatten nicht so viel miteinander zutun. Das lag aber auch daran, dass ich fünf Jahre älter bin“, sagt Isabell. Erst im Jahre 2000, nachdem beide gemeinsam zum Fußball gegangen waren, hatten sie wieder besseren Kontakt.

Chance für Schalke - Bürki hält

Saaaaaané – Daniel scheitert mit seinem Angreifer nur knapp an BVB-Schlussmann Roman Bürki. Die Zuschauer im virtuellen Stadion machen richtig Lärm. Die beiden Fans mögen diese Form der Rivalität, Gewalt und Pyrotechnik lehnen sie jedoch strikt ab. „Fußball ist Spaß, vor Pyrotechnik habe ich große Angst“, sagt Isabell. Ihr Bruder pflichtet ihr bei: „Das ist verboten und gehört nicht in ein Fußballstadion“. Nur selten sind sich die beiden an diesem späten Nachmittag einig. Kein Wunder, es geht ja um Fußball.

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Bis zum Pausenpfiff auf der Fußballkonsole schafften es weder Daniel noch Isabell, in Führung zu gehen. Der S04 erspielte sich zwar sechs Chancen, fand seinen Meister jedoch immer wieder in Bürki. Daran änderte sich auch in der zweiten Hälfte nichts. Das Geschehen spielte sich zwar meist im Strafraum des BVB ab, ins Tor traf Daniel aber nicht, sodass die Partie 0:0 endet. „Das kann doch nicht sein“, sagt der Schalker und verzweifelt.

Tipp für das reale Revierderby

Isabell freut sich über den Punktgewinn, fordert für das reale Duell am Sonntag jedoch einen Sieg. „Ich wünsche mir ein torreiches Spiel. Wir gewinnen 3:2“, tippt sie. Ihr Gegenüber erwartet eine schwere Aufgabe. „Uns fehlen viele wichtige Spieler. Ich wünsche mir aber einen 2:0-Sieg meiner Jungs“, so der Schalker.

Insgesamt drei Derbys haben die Geschwister gemeinsam im Stadion verfolgt, ansonsten schauen sie die Spiele meistens bei Sky. An diesem Wochenende trennen sich jedoch die Wege der beiden. „Ich gucke mit meinem Mann und vielen Freunden hier zuhause“, sagt Isabell.

Daniel wird sich das Spiel hingegen mit seinen Freunden des Golfclubs ansehen. „Ich habe dort fest zugesagt“, sagt er. Im Rückspiel könnte es aber zum Zusammentreffen der Geschwister kommen. Daniel ist Dauerkartenbesitzer für die Veltins-Arena und könnte sich gut vorstellen, seine Schwester im Rückspiel mit in die Arena zu nehmen. „Da waren wir nämlich noch nie“.

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