Viele zerkratzte Autos, wenig Anzeigen: Haben Autobesitzer in der City schon resigniert?

rnVandalismus in Schwerte

Mal ein Kotflügel, mal eine Motorhaube, mal die ganze Fahrzeugseite. Immer wieder sieht man an abgestellten Pkw in der Wilhelmstraße die Spuren von Vandalen. Die Beseitigung ist sehr teuer.

Schwerte

, 29.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rundum zerkratzt ist der kleine silberne Fiat. Den schwarzen Seat, ein paar Schritte weiter abgestellt, hat es auf der Bürgersteigseite getroffen. Auch der silberne Golf, der silberne Passat und der schwarze Ford weisen Spuren mutwilliger Beschädigung auf. Auf unsere Berichterstattung über den Autokratzer in Ergste meldeten sich Geschädigte auch aus der City. Und in der Tat, an gefühlt jedem zweiten Auto zeigten sich Beschädigungen, die ganz offensichtlich durch Vandalen verursacht worden sind. In der parallelen Friedensstraße ging es, wenn auch nicht ganz so heftig, weiter. Haben die Anwohner in diesem Innenstadt-Viertel schon resigniert vor der Zerstörungswut, die sich an ihren Autos entlädt? Vor der scheinbaren Aussichtslosigkeit, Täter zu erwischen und zum Schadensersatz heranziehen zu können?

Polizei-Stastik kennt nur vereinzelte Fälle

Denn der Polizei gemeldet wurden nur ganz vereinzelte Fälle. An Anzeigen zu Kratzereien findet Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz (Unna) seit Jahresbeginn in der Wilhelmstraße in ihrer Statistik sogar nicht eine einzige. In der Nacht vom 22./23. Februar wurde dort ein zerstochener Reifen gemeldet, am 2. März ein entwendetes Kennzeichen - das war´s. Die Kriminal-Hauptkommissarin muss schon weit zurückblättern, um unter dem Stichwort „Wilhelmstraße“ fündig zu werden. Anfang November 2018 sei dort der vordere linke Kotflügel eines Opel Corsa zerkratzt worden, sagt sie. Nahezu zeitgleich sei in der Friedensstraße ein Audi A3 auf ähnliche Weise beschädigt worden. Die Polizei-Sprecherin rät dazu, solche Fälle unbedingt anzuzeigen: „Vielleicht findet man auch jemanden, den man entsprechend kostenpflichtig machen kann.“

Ansonsten können es enorme Rechnungen sein, die auf Autobesitzer zukommen. Die Reparaturen am Lack sind sehr teuer, wie Marc Pannenbecker vom Kundendienstbüro der Versicherung HUK-Coburg weiß. „Das kann locker bis zu 3000 bis 3500 Euro erreichen“, sagt er. Vor allem, wenn nicht nur ein Kotflügel oder eine Tür, sondern gleich eine komplette Fahrzeugseite neu lackiert werden muss. Manchmal müssten auch Teile ausgetauscht werden, da sich beispielsweise die Ritzen in Plastikteilen nicht einfach zuspachteln ließen.

Nur bei Vollkasko-Versicherung abgedeckt

Gut ist es dann, mehr als eine Teilkasko-Versicherung abgeschlossen zu haben. „Diese Schäden sind Vandalismusschäden und werden nur über eine Vollkasko-Versicherung abgewickelt“, so Pannenbecker. Allerdings wird auch diese oft mit einer Selbstbeteiligung (möglich sind 150 bis 2500 Euro) abgeschlossen, um die Prämie zu begrenzen. Außerdem droht eine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse, wenn kein Rabattschutz vereinbart ist. Deshalb sagt auch der Versicherungsexperte: „Es ist ratsam, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.“

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