Vor Schwerter Bahnhof nicht mehr links abbiegen

Ärger um Neu-Regelung

Als am Montag nach 14-tägiger Vollsperrung die Bahnhofskreuzung wieder für den Verkehr freigegeben wurde, waren viele Bürger überrascht: Das Linksabbiegen von der Karl-Gerharts-Straße in die Bahnhofstraße ist neuerdings verboten. Viele müssen sich erst daran gewöhnen, bei manchen sorgt das Verbot für großen Ärger.

SCHWERTE

, 10.08.2016 / Lesedauer: 3 min
Vor Schwerter Bahnhof nicht mehr links abbiegen

Aus der Karl-Gerharts-Straße darf man nun nicht mehr nach links in die Bahnhofstraße abbiegen.

Um die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes zu verbessern hat man auf eine Verbindung verzichtet - und zwar auf die am wenigsten benutzte: den Linksschwenk in die Bahnhofstraße. Das verbessere gleichzeitig die Situation der Radfahrer: Der neue Platz für Radspuren bringt mehr Sicherheit für die Radler, erklärte Stadtplaner Adrian Mork auf Anfrage.  

Es wird wohl noch ein bisschen dauern, bis sich die Schwerter an die neue Regelung gewöhnt haben und sie auch einhalten. Und manche glauben schon nach einem Tag zu wissen, dass das Abbiegeverbot „völliger Blödsinn“ ist.

"Das ist gerade Stadtgespräch"

Drei Linksabbieger binnen einer Ampelphase. Ein Autofahrer auf dem Weg in die Bahnhofstraße, der das Schimpfen eines entgegenkommenden Fahrradfahrers gar nicht erst auf sich bezieht. Fußgänger, die die Schuld für „das ganze Elend“ bei Kanzlerin Merkel sehen und ihre sofortige Abwahl fordern – das Abbiegeverbot erregt die Gemüter.

Nicole Fischer vom Lotto-Geschäft bestätigt: „Das ist gerade Stadtgespräch.“ Sie selbst habe nicht gewusst, dass das Abbiegeverbot geplant gewesen sei. Das habe man so explizit nicht gesagt bekommen. „Aber wir werden uns schon daran gewöhnen“, sagt die Geschäftsfrau gelassen. „Allerdings müssen die entsprechenden Schilder her, damit die Autofahrer auch aufmerksam werden.“

Autofahrer müssen Umweg fahren oder wenden

Kaum hatte sie’s ausgesprochen, rückte ein Bautrupp an und stellte das Schild auf, das auf blauem Grund mit weißen Pfeilen die erlaubten Fahrtrichtungen anzeigt: In diesem Fall geradeaus und rechts. Links ist nicht dabei.

Darüber ärgert sich Yashar Koc. Er wohnte an der Bahnhofstraße über dem Laden von Bäcker Becker und kommt häufig über die Karl-Gerharts-Straße nach Hause. „Wenn ich da nicht mehr abbiegen kann, muss ich entweder einen Umweg fahren oder irgendwo wenden. So entsteht doch eher mehr Verkehr als weniger. Das ist doch nicht im Sinne der Umwelt.“

„Was soll der Quatsch?“

Auch Friedrich Przyswitt und Katharina Reynowski schimpfen: „Hier ist doch noch nie etwas passiert. Was soll der Quatsch? Die machen die ganze Stadt zu.“ Ihr Zorn richtet sich gegen die Stadtplaner – und die Regierung.

Die erboste Leserin, die sich am Mittwochmorgen gegenüber der Redaktion noch wild entschlossen zeigte, die auf der Fahrbahn angebrachten Pfeile ignorieren zu wollen, falls vor der Ampel wartende Autos auf ihnen stünden, hat seit dem Mittag schlechte Karten: Auf der Karl-Gerharts-Straße steht jetzt nicht nur das blau-weiße Schild mit den Pfeilen, es gibt sogar ein zusätzliches Hinweisschild auf eine Gefahrenquelle. 

Jetzt lesen

Da kann sich bald niemand mehr rausreden. Auch Stadtplaner Adrian Mork ist zuversichtlich, dass die neue Verkehrsführung letztlich auf Akzeptanz stoßen wird. „Veränderungen werden anfangs ja immer erst einmal skeptisch beäugt.“ Er setzt auf das Gesamtpaket mit Zentralem Omnibus-Bahnhof und dem für 2017 erwarteten Umbau der Bahnhofstraße, deren Aufenthaltsqualität künftig deutlich erhöht werden soll.

Lesen Sie jetzt