Vorsitzender Preuß muss Presbyterium verlassen

Evangelische Gemeinde Schwerte

Es wird nicht ruhiger in der Evangelischen Kirchengemeinde Schwerte. Nach Personal-Querelen bei den Pfarr-Stellen brachte auch die Wahl zum Presbyterium eine Überraschung, die noch nachhallen wird: Der Vorsitzende Roland Preuß wird dem Gremium ab März nicht mehr angehören - und ist damit nicht der einzige, der die Wiederwahl verpasst hat.

SCHWERTE

, 16.02.2016, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vorsitzender Preuß muss Presbyterium verlassen

Roland Preuß ist ab März nicht mehr Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Schwerte.

Nach zahlreichen Abgängen beim Pfarrerteam im vergangenen Jahr kommt nun auch Unruhe in den Vorstand der Evangelischen Kirchengemeinde. Mit elf neuen Mitgliedern, aber ohne Roland Preuß, Wolfgang Stoeve und Christian Kuske geht das 20-köpfige neue Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Schwerte in die kommenden vier Jahre. 8,8 Prozent der Wahlberechtigten, das sind 1090 Gemeindeglieder, haben am Sonntag für einen Donnerschlag gesorgt, der rund um St. Viktor nachhallen wird.

Es war ausgerechnet Roland Preuß vorbehalten, der noch bis zur Installierung des neuen Presbyteriums im Amt sein wird, das für ihn niederschmetternde Wahlergebnis am Dienstag in einer Pressekonferenz selbst verkünden zu müssen. Er nahm die Niederlage souverän: „Ich akzeptiere das Ergebnis einer demokratischen Wahl ohne Wenn und Aber. Ich werde es nicht kommentieren. Ich habe mich immer korrekt verhalten und werde das auch jetzt tun.“

 

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"Mich hat's umgehauen"

Pfarrer Michael Kamutzki zeigte sich dagegen deutlich geschockt: „Mich hat’s umgehauen. Das muss ich erst einmal verdauen.“ Kamutzki lobte das Engagement von Roland Preuß, das in den 16 Jahren seiner Presbyteriumszugehörigkeit – davon rund vier Jahre als Vorsitzender – seinesgleichen gesucht habe. Mit den Begriffen Herzblut, Engagement, Zuverlässigkeit und Korrektheit beschrieb er die Arbeit von Preuß. Wie es ohne ihn gehen solle, könne er sich derzeit noch nicht recht vorstellen.

Der 58-Jährige hingegen sieht seine „kirchliche Zukunft“ an der Basis seines Gemeindebezirks. Zwischen dem Johanneshaus und dem Paul-Gerhard-Haus sei für einen engagierten Christen sicher was zu tun.

Keine leichten Aufgaben

Im März soll das neue Presbyterium seine Arbeit aufnehmen, dann wird sich zeigen, wie es ohne die Abgewählten weitergeht. Das Presbyterium wird aus seinen Reihen einen Vorsitzenden bestimmen. Eine der vorrangigen Aufgaben des Leitungsorgan wird es sein, das arg dezimierte Pfarrteam wieder komplett zu machen und einen neuen Kantor zu finden. Die Weiterentwicklung der „Neuen Mitte“ rund um St. Viktor und die Schaffung verlässlicher Strukturen in den Außenbezirken stehen ebenfalls auf der Agenda. Keine leichten Aufgaben.

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