Vortrag zur Möhnekatastrophe von 1943 in Schwerte

Ruhrtalmuseum

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 zerstörte die brititische Royal Air Force die Mauer der Möhnetalsperre. Die Flutwelle hatte verheerende Folgen für die Menschen im Möhne- und Ruhrtal auch in Schwerte - über 1500 Menschen starben. Im Ruhrtalmuseum gibt es am Montag, 8. Mai, einen Zeitzeugen-Vortrag zum Thema.

SCHWERTE

06.05.2017, 07:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
In den Straßen von Günne stand das Wasser meterhoch.

In den Straßen von Günne stand das Wasser meterhoch.

Die Flutkatastrophe forderte über 1500 Menschenleben starben, davon mehr als 1000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Etwa 1000 Häuser, 120 Fabriken und zahlreiche Brücken wurden zerstört. Die entstandenen Sachschäden waren für die Ruhrindustrie zwar nicht existentiell bedrohend, aber dennoch schwerwiegend und in den im Ruhrtal gelegenen Klein- und Mittelstädten von nachhaltiger Wirkung.

Am 15. Juni wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Mehrere tausend Arbeitskräfte, davon mindestens 2500 Zwangsarbeiter, arbeiteten rund um die Uhr. Während des Wiederaufbaus kam es regelmäßig zu schweren Unfällen und Todesfällen.

Vortrag mit privaten Fotos und Filmen

Der Förderverein des Ruhrtalmuseums Schwerte lädt im Rahmen der Reihe „Montags im Museum“ am Montag, 8. Mai, um 20 Uhr zum Vortrag „Die Möhnekatastrophe und ihre Folgen“ ein. Es referiert Karl-Heinz Wilmes, Zeitzeuge und langjähriger Ortsvorsteher von Günne, Ortsteil der Gemeinde Möhnesee im Kreis Soest.

Karl-Heinz Wilmes wird zunächst über den Bau der Möhnetalsperre von 1908 bis 1913 referieren, dann die Nacht im Mai 1943 erläutern. Im Anschluss wird er detailliert über den Wiederaufbau berichten. Dazu hat er private Fotos, Filme und weitere historische Dokumente gesammelt. Die Reihe „Montags im Museum“ wird von Christopher Wartenberg für den Förderverein Ruhrtalmuseum organisiert. Die Vorträge finden immer am 1. Montag des Monats statt.

Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Freiwillige Spenden kommen dem Förderverein des Ruhrtalmuseums zugute.

Briten setzten Rollbomben gegen Staudämme ein
Um die Abwehranlagen an Talsperren, insbesondere die vor dem Damm im Wasser aufgespannten Schutznetze, zu umgehen und zu zerstören, wurden speziell für diesen Zweck konstruierten Rollbomben eingesetzt. Diese Fliegerbomben wurden aus den äußerst tief und schnell über den Stausee fliegenden Bombern abgeworfen. Sie erreichten die Wasseroberfläche mit einem ihnen zuvor verliehenen Rückwärtsdrall. Dadurch prallten sie – nach analogen physikalischen Gesetzmäßigkeiten wie beim Steinehüpfen – auf ihrem Weg in Richtung Staumauer mehrere Male auf der Wasseroberfläche ab und überwanden so die Abwehrnetze.
Eingesetzt wurden die Rollbomben im zweiten Weltkrieg nur bei einem einzigen Angriff der britischen Luftwaffe. Dabei wurden sowohl die Möhne- als auch die Edertalsperre zerstört. 

Jetzt lesen

 

Lesen Sie jetzt