Wälder in Schwerte: „Wir brauchen Regen, Regen, Regen"

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Dem Wald in und um Schwerte geht es mit der Trockenheit nicht besser als anderswo. Sollte sich die Lage nicht bessern, droht stellenweise die Durchforstung. Und die Weihnachtsbäume?

Schwerte

, 11.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Städtische Förster Christoph Jendrusch ist besonders besorgt um die Alt-Buchen in Schwerte: „Die Alt-Buchen sind besonders in Mitleidenschaft gezogen. Die Kronen sind stark ausgetrocknet." Diese 150 bis 180 Jahre alten Bäume seien mit ihren Kronen ganz oben im Dach des Waldes und bekämen dadurch die meiste Sonneneinstrahlung ab.

In Zimmermanns Wäldchen gäbe es besonders viele von der Trockenheit betroffene Bäume, vor allem Buchen. „Die Buchen sind Flachwurzler, und der Boden ist bis 1,80 Meter ausgetrocknet", erklärt Jendrusch.

Regen, Regen, Regen

Da es nicht viele Fichten auf städtischem Gebiet gibt, habe man hier auch nicht so starke Probleme, so Jendrusch. Ein Stück Wald in Westhofen am Ebberg sei betroffen. „Hier haben wir einen Ausfall von 1,9 bis 2,0 Hektar, in dem die Fichten total ausgetrocknet sind."

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Nun müsse man abwarten, wie sich das Ganze weiter entwickelt. „Wir brauchen Regen, Regen, Regen. Am besten jeden Tag mehrere Stunden", macht der städtische Förster deutlich. Sollte sich die Lage nicht bessern, müsse man in den Wäldern, zum Beispiel in Zimmermanns Wäldchen, eine Durchforstung durchführen. „Das heißt, wir gehen rein und müssen alles, was trocken ist, rausholen. Zur Sicherheit der Bevölkerung", so Jendrusch.

Auch regionale Wälder stark betroffen

Dem Wald um Schwerte gehe es grundsätzlich nicht besser als anderswo, resümiert Förster Winfried Hardes vom Regionalforstamt nach diesem Sommer. Gerade in Ergste gebe es viele Fichten, die absterben.

Das Problem sei dabei nicht nur die Hitze, sondern seien auch die Schädlinge. Die kämen im Normalfall erst, wenn die Bäume durch die Trockenheit geschädigt wurden. „Wenn die Borkenkäfer aber zu Hauf auftreten, können sie auch gesunde Bäume zum Absterben bringen", so der Förster.

Mittlerweile seien auch nicht mehr nur die Fichten vom Borkenkäfer betroffen. Hardes habe bereits erlebt, dass auch Kiefern, die eigentlich sehr robust seien, befallen wurden.

Binnenmarkt ist gesättigt

„Es ist allerdings nur ein sehr geringer zeitlicher Ausschnitt, den wir hier gerade im Waldleben sehen", erklärt Hardes. Unter den abgestorbenen Fichten wachse bereits neuer Wald. Dabei handle es sich nicht nur um Nadelholz, sondern um alles, was in der Umgebung wächst, also einen Mischwald.

Ein großes Problem für die Waldbesitzer seien die stark zurückgegangenen Preise auf dem Holzmarkt. „Der Binnenmarkt ist gesättigt, die Lager sind voll", so der Förster über die Probleme. Im Wald könne das Holz auch nicht lange gelagert werden.

Weihnachtsbäume mit Hand bewässert

„Man merkt, dass die Bäume Stress haben", sagt Hendrik Wassermann, der auf Gut Halstenberg unter anderem die Weihnachtsbaumschonung mit betreut. „Die Neuanpflanzungen im Frühjahr mussten wir mit Hand bewässern, da das Frühjahr sehr trocken war", so Wassermann.

Dennoch: Durch die schonende Pflege und Verzicht auf das Spritzen von Unkraut sei bei den Bäumen eine geschlossene Grasdecke entstanden, die die Feuchtigkeit gut halten kann.

Aber bekommen die Bäume keinen Sonnenbrand? „Das hält sich in Grenzen, da wir einen Schirm aus größeren Bäumen haben, der die Sonne abschirmt. Gerade bei den Nordmanntannen", so Wassermann.

Wenig Regen zwischendurch habe geholfen

Henner Papendieck von Gut Beckhausen hatte in diesem Jahr keine großen Probleme mit seinen Weihnachtsbäumen. Der Regen, den es in diesem Sommer immer mal wieder gegeben habe, habe den Weihnachtsbäumen geholfen.

„Wir hatten in diesem Sommer auch nicht die Starkhitzeperioden mit mehreren Tagen hintereinander über 40 Grad", so Papendieck. Natürlich habe es bei den Neuanpflanzungen Ausfälle gegeben, aber dies sei normal. „Ausfälle von ungefähr 5 Prozent haben wir meistens."

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