Warum die große Kreuzung der B236 am Ortseingang Schwerte so gefährlich ist

rnUnfallschwerpunkt Ostentor

Vier Mal hat es in diesem Jahr bereits an der Ostentor-Kreuzung in Schwerte heftig gekracht. Auch vorher tauchte sie immer wieder auf der Liste der Unfallschwerpunkte im Kreis Unna auf.

Schwerte

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Zwei heftige Zusammenstöße binnen fünf Wochen. Ein Dutzend verletzte Personen, heftiger Sachschaden. Die Kreuzung am Ostentor hat einmal mehr gezeigt, wie gefährlich sie ist. Bereits zuvor hatte die Polizei dort in diesem Jahr zwei weitere größere Unfälle registriert, wie Sprecherin Vera Howanietz ermittelte. Was macht die Kreuzung so risikoreich für die Verkehrsteilnehmer?

Fest steht: Jahrelang galt diese Stelle der B236 kurz hinter dem Ortseingang als eine der unfallträchtigsten im Kreis Unna. Mehrfach wurde sie von der Unfallkommission auf der Liste der Unfallschwerpunkte geführt, von der sie erst 2015 kurzfristig wieder verschwand. Doch schon 2017 krachte es wieder sieben Mal. Die Bilanz: ein Schwerverletzter und fünf Leichtverletzte. „Darum war die Kreuzung 2017 wieder Unfallhäufungsstelle“, sagt Polizeisprecherin Howanietz. Meistens - insgesamt fünf Mal - führten Fehler beim Abbiegen zum Zusammenstoß.

Immer wieder krachte es beim Linksabbiegen

So war es auch bei den beiden schweren Unfällen der vergangenen Wochen wieder. Beim Linksabbiegen aus der Schützenstraße hatte - so die Polizei - am Sonntag ein Golffahrer einen entgegenkommenden Van übersehen.

Anfang Juni hatte es an der gleichen Stelle mitten in der Nacht gescheppert, als ein Opel, der nach Polizeiangaben von der Béthunestraße nach links in die Schützenstraße einbiegen wollte, mit einem entgegenkommenden Suzuki-Geländewagen zusammenkrachte. Die Kreuzung musste jedesmal längere Zeit voll gesperrt werden.

Verkehrsführung ist sehr ungewöhnlich

Die Verkehrsführung aus den Seitenstreifen ist dort zumindest sehr ungewöhnlich. Wer als Linksabbiger aus der Ostenstraße oder aus der Schützenstraße auf die B236 möchte, muss entgegen der üblichen Regelung links an der Mittelinsel vorbeifahren. Diese Situation wurde nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) Westfalen schon vor rund 20 Jahren geschaffen, als man das ungehinderte Rechtsabbiegen aus der Schützenstraße abschaffte.

„Um den Umbauaufwand gering zu halten, wurden die vorhandenen Fußgängerinseln an Ort und Stelle belassen und der Linksabbiegerstreifen links daran vorbeigeführt“, sagt ADAC-Sprecher Tobias Scheffel. Es handele sich um eine sicherlich selten anzutreffende Lösung, die aber nun seit etwa 20 Jahren Bestand habe. Ob die Unfallträchtigkeit auf die etwas ungewohnte Verkehrsführung zurückzuführen sein, lasse sich nicht pauschal beurteilen. Denn auch die starke Verkehrsbelastung und die Größe der Kreuzung machten sie gefährlich. Lange Standzeiten vor den Ampeln lassen die Ungeduld wachsen: „Dann ist das Risiko sehr hoch.“

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