Warum Heinz Peter Dunke sein Fotografenstudio in Schwertes Innenstadt verkaufen will

rnAm Rand der Fußgängerzone

Verkaufen oder vermieten - das wäre ihm egal. Doch er wird das Ladenlokal nicht los. Fotografenmeister Heinz Peter Dunke würde sich gerne aus der Schwerter Innenstadt zurückziehen.

Schwerte

, 24.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mal eben flüchtig verschicken und dann per Daumenwischer weg damit vom Display. Schnell vergängliche Massenware statt Erinnerungen fürs Leben sind Bilder in Zeiten des Smartphone-Booms geworden. Fotografenmeister Heinz Peter Dunke zieht die Konsequenz. Er hat sein Studio am Westwall im Verkaufsportal Immoscout 24 ins Internet eingestellt.

„Seit zwei Jahren versuche ich, es zu vermieten oder zu veräußern“, sagt der 51-Jährige. Denn die 135 Quadratmeter - ebenerdig und mit ausgedehnter Schaufensterfront - sind für seine Zwecke viel zu groß geworden.

Das Express-Labor, vor dessen Tür früher mal die Hochzeitspaare aufgeregt auf das Entwickeln der Filme und die Papiervergrößerungen warteten, gibt es längst nicht mehr. Die mächtigen Geräte sind verkauft. Und auch die einstige Riesenauswahl an Rahmen und Alben, die einen eigenen Verkaufsbereich rappelvoll füllten, ist notgedrungen nur noch ein Schatten ihrer selbst. „Ich verkaufe nur noch eine Handvoll Bilderrahmen“, berichtet der Inhaber. Denn wer hat noch Fotos auf Papier, die man stilvoll hinter Glas präsentieren könnte?

Mittlerweile bringt das Catering-Geschäft den meisten Umsatz

Die Profi-Fotografenwelt war noch eine ganz andere gewesen, als Dunke im Jahre 1998 sein modernes Studio am Westwall eröffnet hatte. Es galt als das größte der Stadt. Zwei Jahre später wurden die Räumlichkeiten sogar noch von 95 auf 135 Quadratmeter erweitert. „Zu den besten Zeiten habe ich dort neun Mitarbeiter beschäftigt“, erzählt er. Heute ist die Eingangstür an manchen Wochtentagen nur noch halbtags geöffnet, das Geschäft konzentriert sich auf den Freitag und Samstag. Dann kommen meistens Kunden, die Passbilder oder Bewerbungsfotos brauchen - die Haupt-Umsatzbringer fürs Geschäft. Doch für diese Aufgabe würde ein kleineres Studio mit 30 bis 35 Quadratmetern locker genügen. Zum gekonnten Aufstellen von Hochzeitsgesellschaften braucht es nicht mehr Platz zu bieten. Zu ihnen fährt Dunke, der immer noch seine fahrbahne Bühne für 30 bis 150 Gäste ans Auto anhängen kann, direkt vor Ort. Genauso wie für Werbeaufnahmen, für die er bundesweit unterwegs ist.

Warum Heinz Peter Dunke sein Fotografenstudio in Schwertes Innenstadt verkaufen will

Fotografenmeister Heinz Peter Dunke möchte sein Studio am Westwall verkaufen. © Reinhard Schmitz

Total gewandelt hat sich das Berufsbild, das Dunke vor Augen hatte, als er 1991 erstmals hinter der Kamera stand. „Ich habe mich als Zeitzeuge gefühlt“, berichtet der Profi. Sein Anliegen war es, Momente auf Film festzuhalten für die Ewigkeit. Das ist in Zeiten der Digitalisierung nicht mehr gefragt. Dunke hat die Herausforderung angenommen. Das Cateringgeschäft, zu dem er eigentlich zufällig über einen Kundenauftrag kam und in das er sich dann verliebte, ist mehr als sein zweites Standbein geworden. Es hat die Fotografie schon überholt und trägt mittlerweile sogar mit einem Verhältnis von 60:40 Prozent zu seinem Umsatz bei.

Mit „Extrawurst“ am Sonntag auf dem Marktplatz

„Ich bin Foodtrucker geworden“, sagt Dunke. Meistens reist er auf Bestellung mit seiner mobilen Live-Küche, in der auf regionale und frische Zutaten gesetzt wird, zu den Veranstaltungen seiner Kunden. Die Leser der Ruhr Nachrichten kürten ihn bei einem Wettbewerb zum unumstrittenen Currywurst-King der Ruhrstadt. Seine Extrawurst wird übrigens - neben anderen Spezialitäten - am verkaufsoffenen Sonntag am 27. Oktober bei „Schwerte kulinarisch“ auf dem Marktplatz zu genießen sein.

Wenn sich die Interessenten um das Fotostudio am Rand der Fußgängerzone nur auch so reißen würden wie um die Wurst. „Eine Nutzungsänderung von A bis Z ist möglich“, sagt Dunke. Es gebe auch die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu teilen. Schließlich sind drei Eingänge vorhanden: „Man kann auch den Hinterhof und die Passage mitnutzen.“

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