Warum Schwertes Straßen voller Schlaglöcher sind

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Zwei milde Winter in Folge. Das müsste doch eigentlich die zuständigen Profis von der Straßenunterhaltung freuen. Dennoch gibt es immer noch viele Schlaglöcher und Straßen in bemitleidenswertem Zustand in Schwerte. Wir fragten nach, warum das so ist. Und wollen von Ihnen wissen: Wo sind Schwertes schlimmste Schlaglöcher?

SCHWERTE

, 24.05.2016 / Lesedauer: 3 min

Wer kontrolliert eigentlich die Schwerter Straßen auf Schlaglöcher?

Grundsätzlich ist in Schwerte dafür die Stadtentwässerung (SEG) zuständig. Mit dem Unternehmen, dass heute zu den Stadtwerken gehört, schloss die Stadt 2002 einen Vertrag ab. „Für die Kontrolle aller 250 Straßenkilometer in Schwerte gibt es nur einen Mitarbeiter“, erläutert Thomas Kaczynski von der SEG. Der hat den Auftrag, einmal pro Monat alle Straßen zu kontrollieren.

Und wer kümmert sich um die Schlaglöcher?

Die SEG unterhält einen Bautrupp mit fünf Mitarbeitern. Der füllt aber nicht nur die Löcher auf, sondern ist auch bei kleineren Stücken für die Erneuerung der Straßendecke zuständig. „Bis 50 Quadratmeter erledigen wir selber“, erklärte Kaczynski auf Anfrage. Für größere Flächen habe man einen Rahmenvertrag mit einer Tiefbaufirma abgeschlossen.

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Und wer finanziert die Straßenreparatur?

Die Stadt stellt dafür ein Budget zur Verfügung. Und zwar 350.000 Euro pro Jahr. Daraus werden die Reparaturen bezahlt, aber auch die Erneuerung der Straßendecke, wenn die Schäden nicht tiefer in das Bauwerk reichen. Dann wird eine Erneuerung der Straße fällig, die wird aus einem anderen Topf bezahlt.

Und reichen die 350.000 Euro dafür aus?

Markus Borchert von der SEG erläutert: „Die Forschungsgesellschaft Straßen und Verkehr berechnet den Aufwand, der notwendig ist, um Straßen gut in Schuss zu halten.“ Je nach Straße liege der im Durchschnitt pro Quadratmeter bei 1,10 bis 1,20 Euro jährlich. Die 250 Kilometer städtischer Straßen haben eine Fläche von 1,6 Quadratkilometer, sodass man eigentlich jährlich 1,8 Millionen Euro investieren müsste.

Wie hat man die 350.000 Euro ermittelt?

Auf diese Frage wusste weder Stadtsprecher Carsten Morgenthal noch die SEG eine Antwort. Wahrscheinlich hat man die Summer bereits 2002 beim Abschließen des Vertrages mit der SEG auf Basis vergangener Kosten so festgelegt und aus finanziellen Gründen nicht mehr erhöht.

Wie wird entschieden, welche Straße wann saniert wird?

Dazu gibt es eine Matrix, nach der die Straßen bewertet werden. Gelb werden dann die Straße gekennzeichnet, bei denen es reicht, die obere Decke auszutauschen. Rot bedeutet, die Straße muss richtig saniert werden.

Wie viele rote Straßen gibt es mittlerweile in Schwerte?

„So einfach ist das nicht zu beantworten“, sagt Borchert. Denn die SEG rechnet in Straßenabschnitten. Manchmal hat eine Straße rote, gelbe und grüne Abschnitte. Insgesamt gibt es aber 278 Flächen, auf denen die Straße komplett saniert werden müsste.

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Wann muss der Bürger für die Sanierung seiner Straße in die Tasche greifen?

Nicht wenn der alte Zustand wieder hergestellt wird. Anwohnerbeiträge werden erst dann fällig, wenn sich eine Verbesserung ergibt.

Warum gibt es trotz zwei milden Wintern in Folge noch immer so viele Schlaglöcher?

Die milden Winter sorgen zwar dafür, dass es nicht so viele neue Schäden gibt, sie ändern aber nichts am schlechten Zustand der Straße. Und die mit Kaltasphalt oder anderen Hilfsmitteln geflickten Straßen bleiben ja kaputt. Diese Art der Reparatur diene nur der Verkehrssicherung, so die SEG.

Hat die Stadt alleine das Problem?

Nein auch der Landesbetrieb Straßen NRW, der für überregionale Straßen zuständig ist, kämpft gegen die maroden Straßen an. Zuletzt wurde zum Beispiel wegen des schlechten Asphalts die Ruhrtalstraße in Ergste mit einem Tempolimit belegt.

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