Was liegt unterm Speckberg? Bernhard Dördelmann (79) erinnert sich an „schlammige Pampe“

rnEhemaliger Steinbruch

Was schlummert am Speckberg in Westhofen unter dem Boden? Welcher Müll, welche Abfälle liegen dort? Ein Fast-80-Jähriger erinnert sich - auch an einen Steinbruch, LKW und „schlammige Pampe“.

Westhofen

, 25.04.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist unter der Oberfläche am Speckberg? Diese Frage bewegt auch Bernhard Dördelmann, der vor beinahe 80 Jahren in Westhofen geboren wurde und dort seine Kindheit verbracht hat. „Für uns Kinder war das Gelände ein Paradies“, erinnert er sich. „Meine Eltern betrieben das Lebensmittelgeschäft im Ort. Nach der Schule kletterten wir die Mauer am Denkmal hoch und gingen an der Kirche am Hohlweg vorbei direkt zu unseren Lieblingsplätzen.“ Die Indianer-Spiele sind ihm noch gut in Erinnerung, aber auch die Lastwagen, die Füllmaterial in die Steinbrüche brachten und dort abkippten, hat er nicht vergessen. Das sei eine schlammige Masse gewesen, die in die Löcher gekippt worden sei.

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Es gibt am Speckberg Flächen, die sind seit Jahrzehnten kahl

Er ist davon überzeugt, dass man die Spuren der Entsorgung bis heute sieht. Dördelmann: „Es gibt hier Flächen, die sind jahrzehntelang kahl geblieben. Da ist nie etwas Vernünftiges gewachsen. Und es ist doch bestimmt kein Zufall, dass die Westhofener die Bebauung in all den Jahren niemals bis dorthin ausgedehnt haben.“

Der Düsseldorfer Investor Bohne, der wollte vor ein paar Jahren mit seinen Wallhäusern näher heranrücken an die ehemaligen Steinbrüche, aber er scheiterte mit seinem spektakulären Vorhaben. Pech für einige Grundstücksbesitzer, die ihren Besitz gern als Bauland veräußert hätten. Damit sich so ein Streitfall nicht wiederholt, will die Stadt mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes vorbeugen und das Gebiet als Ausgleichsfläche ausweisen, auf der Bäume gepflanzt werden sollen, wenn anderswo Flächen zugebaut werden. Zu diesem Zweck will sie das Grundstück nun von der Erbengemeinschaft kaufen.

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Lastwagen brachten früher nicht nur Hausmüll zum Speckberg

Gerd Schmidt wohnt am Hohlweg. Er zog in den 60er-Jahren dort hin, als Bernhard Dördelmann schon in Wandhofen lebte. Schmidt ist davon überzeugt, dass die ehemaligen Steinbruchflächen, auf denen nicht viel wachsen mag, nichts Gutes enthalten. Bei einer Bürgerversammlung zur Speckberg-Bebauung vor zwei Jahren hatten Anwohner sogar von Gießerei-Abfällen berichtet. Dass Westhofen am Speckberg einst eine Hausmüll-Deponie betrieben hat, ist bekannt. Was sonst noch im Boden schlummern könnte, offenbar nicht. Einig sind sich die beiden Männer, dass sie der Stadt dringend davon abraten würden, auch diese Flächen in ihren Besitz zu nehmen. „Das könnte ein Fass ohne Boden werden“, mahnt Dördelmann. Und Schmidt fügt hinzu: „Die sollen bloß die Finger von vergifteten Flächen lassen.“

Die CDU will vor einer größeren Geldausgabe auf Nummer sicher gehen: Sie will bekanntlich die Untere Umweltbehörde beim Kreis einschalten.

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