Was machen die Streifen im Asphalt am Superblitzer, der keine Kontaktschleifen braucht?

rnRote-Haus-Straße in Schwerte

Eine futuristische Blitzsäule hat den Starenkasten an der Roten-Haus-Straße im Mai abgelöst. Er misst mit Laser - ohne Kabel im Asphalt. Jetzt sind aber doch Frässtreifen gezogen worden.

Villigst

, 01.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schildbürgerstreich? Hat irgendjemand doch noch Kontaktschleifen, die der neue, futuristische Laserblitzer an der Roten-Hause-Straße gar nicht mehr braucht, in die Fahrbahn gelegt? Seit etwa zwei Wochen geben die auffälligen Frässtreifen in etwa 20 Metern Abstand zu der Anlage, die sich hinter der Eisenbahnbrücke Schwerte-Iserlohn versteckt, den Autofahrern Rätsel auf. Leser Peter Kurze hat gesehen, wie sie angelegt wurden. Als er morgens Richtung Iserlohn fuhr, sei für die Arbeiten eine Fahrbahn gesperrt gewesen. Eine Behelfsampel regelte den Verkehr. Als er später wieder nach Hause fuhr, war die Baustelle verschwunden. Stattdessen waren die Frässtreifen auf der jeweils rechten Spur deutlich sichtbar. Deshalb vermutete der Schwerter, dass die Blitzsäule künftig das Tempo in beiden Fahrtrichtungen kontrolliere. Bisher erfasste die Messstelle nur den bergab fließenden Verkehr.

Kreis: Geblitzt wird weiterhin nur in Fahrtrichtung Schwerte

Dabei bleibt es, wie der stellvertretende Sprecher des Kreises Unna, Max Rolke, erklärt: „Geblitzt wird nur in Fahrtrichtung Schwerte.“ Er widerlegt auch die Annahme, dass Kontaktschleifen gelegt worden seien. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Fachbereich habe er erfahren: „Das hat nichts mit den Blitzern zu tun und sind auch keine Kontaktschleifen. Die sehen anders aus.“ Was das für Fräsungen seien, könne der Kreis aber nicht sagen.

Was machen die Streifen im Asphalt am Superblitzer, der keine Kontaktschleifen braucht?

Im Mai hat der Kreis die futuristische Blitzsäule an der Eisenbahnbrücke über die Rote-Haus-Straße aufgestellt. © Reinhard Schmitz

Das konnte aber schließlich die Stadt Schwerte. „Das hat mit dem Blitzer nichts zu tun“, bestätigt Stadt-Pressesprecher Alexander Nähle. Was man auf dem Asphalt sehe, seien Spuren ehemaliger Fahrbahnmarkierungen. Dort seien sogenannte Haltebalken aufgetragen gewesen, als für einen Tag Arbeiten an der Eisenbahnbrücke vorgenommen worden seien. Beim Abkratzen der Farbe blieben jetzt die Muster im Asphalt zurück.

Neue Anlage ist seit gut einer Woche scharf geschaltet

Vielleicht warnen sie den einen oder anderen Autofahrer, die den Blitzer-Standort immer noch nicht kennen. Jahrzehntelang wachte hier einer der eckigen, grünen Starenkästen über die Einhaltung von Tempo 50. Bei einer umfassenden Fahrbahnsanierung des vorbeiführenden Abschnitts der Roten-Haus-Straße wurde er im vergangenen Jahr seiner Kontaktschleifen beraubt, als der Asphalt abgefräst wurde. Deshalb ersetzte ihn der Kreis im Mai durch die 60.000 Euro teure Laser-Säule vom Typ Victronic, die ohne Kabel in der Fahrbahn auskommt. Das Modell ist der Vorreiter für den ganzen Kreis, wo in den nächsten Jahren alle alten Starenkästen ausgetauscht werden. Nachdem die Säule an der Roten-Haus-Straße von Vandalen sofort beschädigt worden war, ist sie seit gut einer Woche in Betrieb. Ein Aufkleber warnt, dass sie videoüberwacht wird.

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