Was wir diese Woche erlebt haben: Schulsport-Trauma und Eltern, die lieber anonym bleiben

rnWochenrückblick

Bei einigen Themen, zum Beispiel der Schulwahl, bleiben Schwerter lieber anonym. Und ein Schulsport-Trauma kann bei einer Recherche wieder aufbrechen. Was wir in dieser Woche gelernt haben.

Schwerte

, 10.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.

Björn Althoff: Mein Name? Tut nichts zur Sache

Was wir diese Woche erlebt haben: Schulsport-Trauma und Eltern, die lieber anonym bleiben

© Manuela Schwerte

Man ist sehr vorsichtig in Schwerte. Das ist mir gleich bei mehreren Recherchen in dieser Woche aufgefallen. Warum schickt ihr euer Kind denn auf Schule A und nicht auf Schule B oder C oder D? Wenn man das überhaupt sagt, dann am liebsten nicht mit Namensnennung. Sicher ist sicher. Wer weiß schon, ob so eine Aussage das Kind oder die Eltern nicht doch einholt. Und dann gibt es noch diese andere Sache – die, bei der einige Schwerter die Stadt kritisieren, und das nicht zu knapp. Auch da ist die Angst groß, den Namen in der Öffentlichkeit zu nennen. Vielleicht gebe es da ja Probleme mit dem Rathaus – beim nächsten Antrag, beim Bau, bei familiären Angelegenheiten, irgendwo halt. Die Personen, die man jetzt kritisiert, könnten sich ja später daran erinnern. Ach ja: Manchmal ist es dann doch schön, nicht in Schwerte zu wohnen. Seine Kinder nicht hier auf einer Schule zu haben und nicht auf der anderen. Keine Anträge im Rathaus stellen zu müssen. Da muss ich zumindest diese Sorge nicht haben.

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Aileen Kierstein: Olympia war nichts für mich

Was wir diese Woche erlebt haben: Schulsport-Trauma und Eltern, die lieber anonym bleiben

© Aileen Kierstein

Ich war als Kind nie ein Fan vom Schulsport. Und das Adjektiv „super-sportlich“ kann ich mir auch nicht wirklich auf den Deckel schreiben. Umso schlimmer war es für mich, wenn ich mich im Unterricht mit den Top-Athleten meiner Klasse messen sollte. Zur besseren Einordnung: In der Kategorie Leichtathletik gehörte ich zu der Sorte Schüler, die beim Weitwurf den Ball nach hinten fallen lässt. Auf die Schüler der Sportklassen im Friedrich-Bährens-Gymnasium wäre ich also mehr als nur neidisch gewesen. Die tingeln vom Stadion zum Olympia-Stützpunkt und wieder zurück. Manchmal braucht es eben nicht nur Talent, sondern auch Hingabe.

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Reinhard Schmitz: Leider doch kein Milchreis

Was wir diese Woche erlebt haben: Schulsport-Trauma und Eltern, die lieber anonym bleiben

© Reinhard Schmitz

Eine dicke knusprige Schicht Zucker und darüber noch eine ordentliche Portion Zimt. So klassisch und nur so schmeckt Milchreis. An diese Köstlichkeit erinnerte mich in dieser Woche mein Garten. Den Löffel reinzustecken, empfahl sich allerdings nicht wirklich. Denn was so appetitlich auf der Schneedecke wirkte, war profaner Düngekalk. Ein erfahrener Hobbygärtner hatte mir den Tipp gegeben, den Bodenverbesserer am besten an solchen Wintertagen auszustreuen. Da kann man an der Farbe sofort sehen, welche Stellen der Beete man fertig hat. Und außerdem zieht der Kalk mit dem schmelzenden Schnee danach besser in die Erde ein.

Michael Dötsch: „M.d.a.w.g.“ - das ging in die Hose

Was wir diese Woche erlebt haben: Schulsport-Trauma und Eltern, die lieber anonym bleiben

© dpa

Die Unsitte, alle möglichen Redewendungen mit Abkürzungen zu versehen, breitet sich immer mehr aus – das ist nichts Neues. „MfG“ für die freundlichen Grüße ist längst gängig. Auch über ein „hdl“ („hab´dich lieb“), das mir meine Tochter ab und zu schickt, freue ich mich. Was mir mein Tenniskumpel vor unserem Match, mit seiner WhatsApp sagen wollte, blieb mir allerdings ein Rätsel: „M.d.a.w.g.“ stand da im Display meines Handys. Die Aufklärung folgte auf Nachfrage. „Mach‘ dich auf was gefasst“ – eine Kampfansage, die allerdings ziemlich in die Hose ging. Denn in aller Bescheidenheit darf ich erwähnen, dass ich 6:2, 6:3 gewonnen habe.

Heiko Mühlbauer: Ein Zeitloch in der Küche

Was wir diese Woche erlebt haben: Schulsport-Trauma und Eltern, die lieber anonym bleiben

© dpa

Bei uns in der Küche gibt es nur eine Uhr. Die ist in den Backofen integriert, und dank ihrer dauerhaften Verbindung zum Strom ist sie auch zuverlässig. Doch am Montag zeigte sie eine andere Zeit an als die mitteleuropäische Zeit. Eigentlich gar keine Zeit. Es blieb konstant 8.00 Uhr, was mir morgens zunächst viel Zeit am Frühstückstisch verschaffte. Aber nur kurz, denn als ich die Armbanduhr aufsetzte, war es schlagartig 9.05 Uhr. Aus dem ruhigen Frühstück wurde eine Hatz zum ersten Termin des Tages. Das Geheimnis des Zeitstillstands klärte sich schnell. Jemand hatte den Timer für den Backofen auf 8 Minuten gestellt und nie gestartet.

Annette Theobald-Block: Wie viel passt in ein Zimmer?

Was wir diese Woche erlebt haben: Schulsport-Trauma und Eltern, die lieber anonym bleiben

© Peter Bandermann

Wie groß ist eigentlich so ein durchschnittliches Zimmer? Anrufen, ausmisten, raus damit – damit wirbt die Dortmunder DEG. Eine haushaltsübliche Menge – was in etwa Möbel und Gegenstände eines Zimmers seien – würde für 20 Euro abgeholt. Wir hatten ein Futon-Bett, ein kleines Sofa und drei Stühle. Also noch Platz für mehr? Ein Nachbar gab noch vier Stühle dazu. Wir hatten auch noch einen Schirmständer, einen Garderobenständer, eine Jalousie, zwei Plastikhöckerchen und ein paar Bretter. Doch stopp, das sei ja viel mehr als ein Zimmer. Alles, was ins Auto passt, sollen wir doch bitte selbst zum Wertstoffhof bringen.

Petra Berkenbusch: Wo wächst der Spülschwamm?

Man kann Brot selbst backen und Marmelade einkochen. Beides habe ich schon mit Erfolg getan. Man kann Obst und Gemüse im eigenen Garten anbauen, das hat bei uns nicht so gut geklappt. Jetzt berichtete die Kollegin von der Möglichkeit, selbst einen Spülschwamm anzubauen. Heureka, was für eine Idee! Wenn das versiffte Ding in der Küche mal wieder fällig ist, flitze ich einfach in den Garten und „ernte“ einen neuen? Nicht ganz, denn die im Garten herangereifte Luffa-Gurke muss erst geschält und dann getrocknet werden, bevor sie als Schwamm taugt. Vielleicht bleibe ich doch beim Industrie-Modell mit der Kratzseite.

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