Was wir diese Woche erlebt haben: Schwänzende Schüler demonstrieren für ihre Zukunft.

rnWochenrückblick

Schüler, die den Unterricht schwänzen, um für eine saubere Umwelt zu demonstrieren. Und auf den Schwerter Sortplätzen geht es wieder um was - vielleicht auch verbal.

Schwerte

, 17.02.2019, 12:54 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.

Aileen Kierstein: Unentschuldigte Demo-Stunden

Klima-Demo/Freitagsdemo vor dem Rathaus Schwerte.

Klima-Demo/Freitagsdemo vor dem Rathaus Schwerte. © Foto: Manuela Schwerte

Ich war begeistert, vom Einsatz der Schwerter Kinder: Am Freitag haben sich über 300 Schüler vor dem Rathaus getroffen, um zu demonstrieren - gegen Kohlekraft, Klimawandel und Umweltverschmutzung. Die 16-jährige Greta aus Schweden macht es vor. An jedem Freitag schwänzt sie die Schule und protestiert in der Öffentlichkeit - ihr Einsatz hat für Diskussionen gesorgt und es schließlich auch in die Ruhrstadt geschafft. Einen unschönen Nebeneffekt hat die Aktion aber trotzdem. Denn die Fehlstunden in der Schule gelten als unentschuldigt. Spannend wird es erst, wenn man sich mit 18 Jahren die Stunden selbst entschuldigen darf ...

Holger Niehaus: Schönes Schwerte

Redakteur Holger Niehaus gefällt es in Schwerte.

Redakteur Holger Niehaus gefällt es in Schwerte. © Foto: Reinhard Schmitz

Wissen Sie. Ich fahre gerne nach Schwerte. Schon als Volontär damals bin ich gerne nach Schwerte gefahren. Nun also wieder: Witten. Schwerte. Witten. A45, Wittbräucker Straße, dann runter in die Stadt. Pendlerparkplatz und durch den Stadtpark zur Redaktion. Auch am Dienstag war es schön, aber nicht wirklich lange. Die Oma mit Kinderdienst hatte den Schlüssel verloren und stand vor der Haustür in Witten. Der Schulschluss nahte, das Essen war noch nicht einmal in Ofennähe. Also: Raus aus der Stadt, Wittbräucker Straße, A45. Aufgeschlossen, Oma rein. Dann. Naja, Sie wissen schon. Gearbeitet wurde auch noch am Dienstag. Versprochen.

Reinhard Schmitz: Carsharing ist ganz einfach

Zwei Ford Fiesta bieten (v.r.) Ralf Werlich, Sandy Pflug-Werlich und Bereichsleiter Olav Dutkowiak in ihrem Autohaus Pflug an der Sonnenstraße im Carsharing an.

Zwei Ford Fiesta bieten (v.r.) Ralf Werlich, Sandy Pflug-Werlich und Bereichsleiter Olav Dutkowiak in ihrem Autohaus Pflug an der Sonnenstraße im Carsharing an. © Reinhard Schmitz

Carsharing, wie funktioniert das praktisch? Wie wird der Autoschlüssel weitergegeben? Fragen, über die ihr mir – ehrlich gesagt – noch nie Gedanken gemacht hatte. Sie kamen erst jetzt, als ich das Thema für einen Zeitungsartikel recherchieren musste. Und dabei lernte ich bei Ford Pflug: Es ist ganz einfach. Elektronik statt Mechanik. Man registriert sich für den Dienst mit persönlichen Daten, Kontoverbindung und Führerscheinnummer. Dann erhält man eine Chipkarte, die per Funksignal exakt nur für die gebuchte Zeit aktiviert wird. Man hält sie vor ein Lesegerät hinter der Windschutzscheibe – und schwupp, öffnet sich die Fahrertür.

Karin König: Bienen mobilisieren die Bayern

Teilnehmer einer Demonstration stehen als Bienen verkleidet vor dem bayerischen Landtag.

Teilnehmer einer Demonstration stehen als Bienen verkleidet vor dem bayerischen Landtag. © picture alliance/dpa

Am Donnerstag stand fest: rund 1,7 Millionen Bayern haben beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ihre Stimme abgegeben. Die Initiative, die unter anderem von den Grünen und der ÖDP (Ökologisch-Demokratische-Partei)ins Leben gerufen wurde, fordert Gesetzesänderungen für besseren Artenschutz. So sollen zum Beispiel weniger Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt, Biotopverbünde geschaffen und die nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden. Die Bauernverbände dagegen fühlen sich von der Initiative zu unrecht angeklagt und als Umweltsünder verurteilt. Jetzt will der bayerische Ministerpräsident Söder einen Runden Tisch veranstalten, um mit allen Beteiligten zu verhandeln. Dass so viele Menschen sich für mehr Umweltschutz einsetzen und ihre Stimme abgeben, hat mich sehr beeindruckt. Und lässt mich hoffen, dass die Politik jetzt mit einer Lösung nachzieht, von der alle profitieren. Ich bin gespannt, ob auch die anderen Bundesländer aus dem Volksbegehren eine Lehre ziehen werden.

Maximilian Stascheit: In schöner Form

Das Grundgesetz erscheint in Magazinform.

Das Grundgesetz erscheint in Magazinform. © picture alliance/dpa

Richtige Gänsehaut bekomme ich selten. Vor allem nicht beim Lesen. Diese Woche aber ist es mir passiert. Ziemlich unauffällig lag da dieses 124 Seite starke Heft in der Bochumer Bahnhofsbuchhandlung und ich konnte kaum glauben, welche neueste Erscheinung des Zeitschriftenmarktes es da gab. „Das Grundgesetz als Magazin“ heißt das von Oliver Wurm herausgegebene Heft, welches unsere Verfassung in tollem Design aufbereitet und besondere Stellen hervorhebt. Als ich das Heft las, wurde mir bewusst, wie klug und wunderbar formuliert diese Artikel sind, die wir heute als Selbstverständlichkeit betrachten.

Michael Dötsch: „Wir haben uns gut bewegt“

Die Zeit der Testspiele ist vorbei.

Die Zeit der Testspiele ist vorbei. © Foto: Manuela Schwerte

Seit diesem Wochenende ist die Winterpause der Amateurkicker vorbei. Vorbei ist damit auch die Zeit der Testspiele, mit denen sich die Mannschaften in Form gebracht haben für die vermeintlich wichtigen Partien, in denen es nun wieder um Meisterschaftspunkte geht. Vorbei sind damit aber auch die Trainer-Statements zu diesen Testspielen – und das ist für uns Berichterstatter ein bisschen schade. Wir waren in der Redaktion schon kurz davor, Wetten abzuschließen, dass Folgendes zu hören sein wird „Wir haben uns gut bewegt.“ Oder: „Das Ergebnis ist zweitrangig.“ Oder auch: „Es war ein guter Test.“ Solche Sätze werden uns fehlen.

Annette Theobald-Block: Vonwegen gelbe Bananen

Es gibt nicht nur gelbe Bananen, sondern auch blaue und ote. Und besonders süß sollen sie auch noch sein.

Es gibt nicht nur gelbe Bananen, sondern auch blaue und ote. Und besonders süß sollen sie auch noch sein. © picture alliance / Jan Woitas/dp

Auf dem Weg zum Kindergarten erklärte mir mein Sohn: „Mama, Bananen sind nicht immer gelb. Es gibt auch blaue aus Thailand und rote aus Brasilien.“ Tja, was sagt man zu soviel Kreativität, dachte ich. Eine Antwort blieb ich schuldig, denn wir fuhren gerade am Kindergarten vor. In der Turnhalle stürmte Linus dann gleich zur Projektpräsentation „Banane“, an der die Kinder einige Wochen gearbeitet hatten. Denn der Kindergarten ist als Fair-Trade-Kita zertifiziert. Und tatsächlich dort erfuhr ich, dass es tatsächlich blaue und rote Banane gibt und die auch noch viel leckerer sein sollen als die gelben. Kita bildet auch Erwachsene.

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