Wasserrohr zugefroren: Stadtwerke verlegen 140 m lange Notleitung in die Elsetalstraße

SCHWERTE Spülwasser im Topf auf der Herdplatte erwärmen. Zum Duschen die Verwandten besuchen: Eiskalt erwischt hatte der Frost die Bewohner des abgelegenen Hauses in der Senke der Elsetalstraße.

von Von Reinhard Schmitz

, 13.01.2009, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur noch die Warnbaken an der Schlauchbrücke aufstellen und  fertig ist die 140 m lange Notleitung, mit der Matthias Kaufhold das Wohnhaus in der Senke an der Elsetalstraße mit Wasser versorgt.

Nur noch die Warnbaken an der Schlauchbrücke aufstellen und fertig ist die 140 m lange Notleitung, mit der Matthias Kaufhold das Wohnhaus in der Senke an der Elsetalstraße mit Wasser versorgt.

Erste Versuche, das Rohr durch Wegschieben der Schneedecke und den Einsatz von wärmendem Auftausalz wieder frei zu bekommen, scheiterten. "Vermutlich ist es an der Stelle zugefroren, wo die Brücke am dünnsten ist", glaubt Martin John, technischer Abteilungsleiter. Unter dem Scheitelpunkt des Durchlasses, durch den die Triebwagen nach Iserlohn dieseln, konnte der eisige Wind den Straßenkörper am leichtesten packen. Statt aus der Leitung, mussten sich die Bewohner zunächst aus schweren Kanistern versorgen, die von den Stadtwerken zur Verfügung gestellt wurden. Damit diese keinen weiteren Lieferdienst einrichten mussten, übernahmen Nachbarn das Nachfüllen, die von dem eingefrorenen Rohr nicht betroffen waren. Allerdings verlangte es später schon einige Geschicklichkeit ab, das Wasser aus einem 25-Liter-Behälter etwa in den Tank der Kaffeemaschine zu gießen.

Um ihren Kunden den gewohnten Service bieten zu können, griffen die Stadtwerke am Dienstag zu einer spektakulären Maßnahme. Von der Straße Am Winkelstück aus installierten sie eine 140 m lange Notleitung bis an die Wasseruhr im Keller des Hauses. "Wir haben an den Hydranten Am Winkelstück ein Standrohr gesetzt, wie es die Feuerwehr benutzt", berichtet Matthias Kaufhold. Mit zwei Kollegen zog der Vorarbeiter der Gas- und Wasserversorgung das blaue, einzöllige Kunsststoffrohr am Straßenrand entlang. Aluschweller an den Fahrbahnkreuzungen verhindern, dass es von Autos platt gefahren wird. Denn es kann durchaus noch eine Woche dauern, bis die Hauptleitung wieder aufgetaut ist. Wenn sie dabei nicht auch noch platzt...

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