Weg zwischen Marktplatz und Ruhr sorgt für Unmut

Anwohner zeigten sich kampfeslustig

Hier die Altstadt, dort die Ruhr. Dazwischen: Schleichwege, mehr oder weniger schönes altes Gemäuer, ein bisschen Landwirtschaft, ein paar Schmuddelecken, viel Kultur – und Menschen, die dort leben. Ein Weg soll her als Verbindung zwischen Marktplatz und Rohrmeisterei, doch er wirft Gräben auf.

SCHWERTE

, 18.11.2016, 05:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weg zwischen Marktplatz und Ruhr sorgt für Unmut

Die Pläne, die am Mittwochabend mit den Bürgern in der RTG-Aula diskutiert wurden, sind demnächst in der Rohrmeisterei, im Rathaus und im Internet zu sehen, versprach Stadtplaner Adrian Mork.

Am Mittwochabend stellten die drei Finalisten des städtebaulichen Ideenwettbewerbs, den die Stadt und die Bürgerstiftung Rohrmeisterei für eine attraktive Wegeverbindung zwischen Marktplatz und Ruhr ausgelobt haben, ihre Entwürfe in der Aula des Ruhrtal-Gymnasiums vor. Rund 40 Bürger ließen sich die drei Pläne präsentieren und machten unmissverständlich deutlich, was ihnen wichtig ist: ihre Parkplätze, ihre Ruhe und Privatsphäre in ihren Gärten.

Dass die Rohrmeisterei ein Pfund ist, mit dem die Stadt wuchern sollte und dessen Erreichbarkeit und Auffindbarkeit sie verbessern sollte, war einhellige Meinung unter den Vertretern der drei Planungsbüros aus Bochum, Oberhausen und Köln. Alle lobten die idyllische Lage des Wuckenhofs, versicherten den Erhalt der Gänsewiese und kritisierten das Parken entlang des Rohrmeisterei-Gebäudes.

Steg-Lösung fiel bei den Anwohnern durch

Während wbp aus Bochum und „urbane gestalter“ aus Köln ein Wegenetz vom Wuckenhof an der historischen Mauer entlang vorschlagen, bevorzugen die Oberhausner Planer eine Steg-Lösung, die den Höhenunterschied zwischen Wuckenhof und Rohrmeisterei barrierefrei überbrücken soll.

Zwei Vorschläge umfassten Aussichtsplattformen oder -balkone, die zum Verweilen einladen sollen, bei den Anwohnern aber durchfielen: Sie könnten zum einen ein unerwünschter Party-Treffpunkt werden und zum anderen den ungehinderten Blick in Gärten und Häuser ermöglichen, befürchten die Nachbarn: „Wir sind doch keine Tiere im Zoo!“ Ein Bewohner drohte unverhohlen mit Rechtsmitteln: „Die Anlieger werden besichtigt, beschallt und mit Abfall gesegnet.“ Das lasse man sich nicht bieten.

Jetzt lesen

Ob man barrierefrei von St. Viktor bis zur Ruhr kommt, bewegte die Anwohner deutlich weniger als die schon jetzt heikle Parkplatz-Situation in der Altstadt. Beim Thema Anwohner-Parkplätze zeigten sie sich kampfeslustig: „Wenn auch nur ein einziger Anwohnerparkplatz wegfällt, laufen wir Sturm“, drohte ein Bürger an, der sich um die Stellplätze auf dem Wuckenhof sorgt.

Empore sorgt für weiteren Zündstoff

Die Aussicht, dass die Rohrmeisterei mit der neuen Empore die Zahl ihrer motorisierten Gäste noch erhöht, schafft weiteren Zündstoff, denn es gibt Zweifel daran, dass die Öffnungszeiten der Tiefgarage im City-Center über 22 Uhr hinaus erweitert werden können, wie die Stadt es gern hätte.

Der Planungsausschuss soll, so Stadtplaner Adrian Mork, im Februar entscheiden, welche der drei Wettbewerbs-Varianten realisiert werden soll. Die Fachjury wird schon nächste Woche eine Empfehlung aussprechen.

Lesen Sie jetzt