Weihnachtsmarkt trotzt Corona: Das Budendorf wird viel, viel größer

rnWeihnachtsmarkt Schwerte

Lange haben die Organisatoren überlegt. Doch jetzt steht fest: Der Weihnachtsmarkt „Bürger für Bürger“ wird stattfinden. Um das zu ermöglichen, wurde ein ganz neues Konzept geschmiedet.

Schwerte

, 08.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom Eierpunsch zu den Schwibbögen schlendern, wenn sich die Dämmerung über den Wuckenhof legt. Ein Bad in der Menge vor der Bühne nehmen, wo die Schwerter Operettenbühne „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ anstimmt. Schulkameraden von damals wiedertreffen, die man wer-weiß-wie-lange nicht mehr gesehen hat. All das wird der Weihnachtsmarkt „Bürger für Bürger“ in diesem Jahr nicht bieten können. Corona macht es kaputt. „Aber wir werden trotzdem die Flinte nicht ins Korn werfen“, sagt Michael Kebekus aus dem Organisations-Team: „Der Weihnachtsmarkt soll stattfinden, wenn es nach uns geht.“

Neues Konzept: Buden übers ganze Stadtgebiet verteilt

Um das zu ermöglichen, hat man ein ganz neues Konzept geschmiedet, mit dem Ziel, große Menschenansammlungen zu vermeiden. „Wir haben den Beschluss gefasst, es dezentral zu machen“, erklärt Michael Kebekus. Und zwar verteilt über das gesamte Stadtgebiet, also auch über die Ortsteile. Dort sollen jeweils einzelne Buden auf Grundstücken von Vereinen oder Organisationen aufgebaut werden.

Öffnungstage zudem über den gesamten Advent verstreut

Damit die Verkäufer sich dabei nicht an einem Wochenende gegenseitig das Publikum streitig machen, soll der Weihnachtsmarkt zudem auch noch „zeitlich unabhängig“ gestaltet werden, sich über den ganzen Advent hinziehen. Einen Rundlauf von Stand zu Stand können die Besucher dann nicht unternehmen - aber der soll auch bewusst verhindert werden. „Es muss alles coronamäßig beherrschbar sein“, sagt Michael Kebekus: „Alles muss niederschwellig und klein gehalten werden.“

Beispiel: Kräutersteak-Stand nach der Sonntagsmesse vor der Kirche

Gleichzeitig wird so den Anbietern ermöglicht, ihren Stand dann zu öffnen, wenn es für sie am passendsten ist - etwa einfach während ihrer üblichen Zusammenkünfte. Michael Kebekus nennt ein Beispiel. Die Helfer der katholischen Mariengemeinde könnten die Kräutersteaks und Bratwürste, die sie traditionell auf dem Weihnachtsmarkt anbieten, diesmal auf dem Kirchplatz von St. Marien verkaufen - am besten direkt im Anschluss an die Sonntagsmesse. Und wenn eine Lokalität wie in diesem Fall so groß ist, spricht nichts dagegen, dass sich ein weiterer Anbieter anschließen und nebenan eine weitere Bude für seine gebastelten Dekoartikel aufbauen könnte. Wenn die Gottesdienstbesucher nach Hause gegangen sind, wäre Schluss, so dass sich der zeitliche Aufwand in Grenzen hält.

Jetzt lesen

Umsatzrekorde - so weiß Michael Kebekus - sind bei diesem Konzept nicht zu erwarten. Aber darum geht es auch nicht. Anliegen ist es, präsent zu sein: „Zumindest ein Fähnchen in den Wind setzen.“ Ausdrücklich zum Mitmachen eingeladen sind übrigens auch Anbieter, die sonst auf dem Wuckenhof nicht teilnehmen konnten.

Lesen Sie jetzt