Unvorsichtig wegen Liebeskummer: Mit dem Handy am Steuer erwischte die Schwerter Polizei einen 34-Jährigen. Und stellte dabei fest, dass noch andere Dinge nicht stimmten. © picture alliance/dpa
Amtsgericht Schwerte

Weil die Freundin Schluss machte: Mit Vollgas und Handy am Steuer von der Polizei erwischt

Weil seine Freundin ihn verlassen wollte, düste ein 34-Jähriger mit dem Auto zu ihr. Leider viel zu schnell, mit dem Handy in der Hand und ohne Fahrerlaubnis wurde er von der Polizei in Schwerte erwischt.

Pech in der Liebe, die Unfähigkeit, vernünftig am Straßenverkehr teilzunehmen, Unglück im Job: So lautet die Kurzfassung einer Angelegenheit, die jetzt vor dem Amtsgericht Schwerte verhandelt wurde.

Alles beginnt vor wenigen Jahren, als der Mann immer wieder negativ im Straßenverkehr auffällt: Mal fährt er zu schnell, dann ist seine TÜV-Plakette abgelaufen. Am Ende hat er so viele Punkte in Flensburg gesammelt, dass ihm die Fahrerlaubnis entzogen wird. Der nächste Schlag folgt mit Corona: Er muss seine selbstständige Tätigkeit aufgeben.

Das sind gleich drei Verstöße auf einmal…

Dann kommt der 18. Mai. Seine Freundin erklärt ihm, sie wolle die Beziehung beenden. Doch damit ist der 34-Jährige so gar nicht einverstanden. Er macht sich sofort mit dem Auto – noch immer ohne Fahrerlaubnis – auf den Weg nach Schwerte, um die dort lebende Frau davon zu überzeugen, bei ihm zu bleiben.

Während der Fahrt hat er sein Handy in der Hand und ist außerdem viel zu schnell unterwegs. Das fällt Polizisten in Schwerte auf, die den Mann stoppen. Bei dieser Gelegenheit kommt schnell heraus, dass der Bonner keine Fahrerlaubnis hat. Also kommt es zur Anzeige.

Kurz darauf bekommt der 34-Jährige einen Strafbefehl über 50 Tagessätze zu je 40 Euro und neun Monate Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis zugestellt. Dagegen legt er Einspruch ein, und der Fall landet vor dem Amtsgericht Schwerte. Dort erklärt sein Verteidiger, dass der Einspruch gegen den Strafbefehl auf das Strafmaß beschränkt würde. Die Fahrt gibt der Angeklagte zu.

Ohne Fahrerlaubnis gestaltet sich die Jobsuche schwierig

Seit er seinen Job verloren habe, sei er auf der Suche nach Ersatz. Doch aufgrund dessen, dass er keine Fahrerlaubnis habe, sei es ihm bis jetzt nicht gelungen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, erläutert der Verteidiger.

Sein Mandant stehe kurz vor der MPU-Prüfung, um seine Fahrerlaubnis zurückzubekommen (MPU: „Medizinisch-psychologische Untersuchung“). Eine Sperre würde dazu führen, dass er noch einmal von vorne beginnen müsste. Das sei finanziell nicht möglich und auch für die Jobsuche nicht förderlich.

Und: „40 Euro sind als Tagessatzhöhe zu viel“, führt der Anwalt weiter an. Dem stimmt die Richterin zu. Durch den Verlust seiner Arbeit bezieht der Angeklagte derzeit Hartz-IV. In diesen Falle läge der Satz nicht bei 40, sondern 15 Euro. Damit werden aus den ursprünglichen 2000 Euro aus dem Strafbefehl schon einmal 750 Euro.

Und auch was die neunmonatige Sperre anbelangt, entscheidet sich die Richterin für eine Änderung und wandelt sie in ein dreimonatiges Fahrverbot um. Das behindere die MPU-Prüfung nicht. Der Angeklagte dürfte nur nicht nach Bestehen der Prüfung direkt mit Fahrzeugen fahren, die einen Motor haben, erklärt die Vorsitzende.

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