Wer wirft bei den Knoblerinnen „Töfte Puppen“ in Schwerte den nächsten „Schock“?

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Jeden zweiten Dienstag treffen sich die „Töften Puppen“ zum Knobeln in der Waage. Früher haben die gut gelaunten Damen einmal in der Woche mit sportlichem Ehrgeiz gekegelt.

Schwerte

, 18.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Zwei Einser, eine Sechs. Die Sache ist klar, „Schock 6“ gewinnt die Runde. Runde Metallplättchen wechseln die Besitzerin. Die Würfel wandern zurück in die Mini-Knobelbecher. Neue Runde, neues Glück.

Wer wirft bei den Knoblerinnen „Töfte Puppen“ in Schwerte den nächsten „Schock“?

Der ultimative Siegeswurf: dreimal die Eins, der „Schock“. © Berkenbusch

Jeden zweiten Dienstag ist die gemütliche Nische in der Gaststätte Waage am Postplatz für die Damen-Knobelrunde reserviert. Die fünf Schwerter Frauen jenseits der 70 sind treue Gäste von Wirtin Sylvia Schülke. Das Knobeln lässt so schnell keine ausfallen. Da müssen schon triftige Gründe vorliegen. Wie diesmal bei Ilse Scherbring. „Familiäre Gründe“ sind eine akzeptable Entschuldigung. Urlaub auch.

Vor 52 Jahren gründeten die Frauen einen Kegelclub

Uschi Schwiring, Ulla Städtler, Renate Laumann und Elke Ludorf bilden mit Freundin Ilse eine eingeschworene Gemeinschaft, seit sie als junge Frauen in Schwerte-Ost einen Kegelclub gegründet haben. Das war 1967. Man kannte sich aus der Nachbarschaft oder von der Arbeit. Renate Laumann erinnert sich: „Ich bin damals durch die Siedlung gelaufen und habe Nachbarinnen gefragt, ob sie auch zum Kegeln kommen mögen. Viele wollten.“

Jeden Montagnachmittag trafen sich fortan mindestens acht Frauen zum Kegeln. Und sie kegelten gut. Ulla Städtler erzählt: „Wir haben einige Pokale gewonnen. Wir waren gute Keglerinnen und haben gern Clubkämpfe ausgefochten.“ Auch auf großen Kegelpartys stellten sie ihr Geschick unter Beweis.

Ein kurzer Weg vom Kegeln zum Knobeln

Doch die „Töften Puppen“ wurden weniger. „Am Ende waren wir nur noch zu fünft“, berichtet Renate Laumann, „und als dann noch unsere Wirtin Margret Kamphausen plötzlich starb und die Gaststätte an der Bahnhofstraße schloss, haben wir uns aufs Knobeln verlegt.“

Wer wirft bei den Knoblerinnen „Töfte Puppen“ in Schwerte den nächsten „Schock“?

Mit diesen Mini-Knobelbechern bestreiten die Frauen ihre kleinen Wettkämpfe. © Berkenbusch

Dabei war ihnen das nicht neu: Ihre ledernen Knobelbecher in Miniaturausführung hatten sie schon auf manche Kegeltour mitgenommen, um sich abends die Zeit zu vertreiben. Nach Mallorca ging es damals zum Beispiel. Auch mal für eine Woche, als die Kinder aus dem Haus waren. Eine umfangreiche Chronik erinnert an diese Zeit.

Auf Ausflügen wird die Knobelkasse „verbraten“

Aber die ist vorbei, und die fünf Frauen sind im Hier und Jetzt angekommen - mit ihren Knobelbechern in der Waage. Dort wird auch an der Theke viel geknobelt. Im Haus Kreinberg haben sie auch schon geknobelt, aber das wurde geschlossen. Und ohnehin wohnen die Frauen nicht mehr so nah zusammen, da erschien das Treffen in der Stadt als eine gute Lösung.

Gemeinsame Ausflüge stehen noch immer auf der Tagesordnung. „Meist machen wir Tagestouren oder gehen essen“, erklärt Elke Ludorf. Für die Heimfahrt am Abend gönnen die „Töften Puppen“ sich dann ein Taxi. Das wird wie der Ausflug oder das Essen aus der Knobelkasse gezahlt.

Wer wirft bei den Knoblerinnen „Töfte Puppen“ in Schwerte den nächsten „Schock“?

Ulla Städtler und Renaute Laumann müssen sich mit dem besseren Wurf ihrer Kobelschwester abfinden. © Berkenbusch

Manchmal gibt es auch einen Likör oder einen Korn

Die wird jeden zweiten Dienstag aufgefüllt. Jede Teilnehmerin zahlt ein generelles „Antrittsgeld“, außerdem führt Uschi Schwiring die Liste der verlorenen Spiele, die jeweils mit einem Euro zu Buche schlagen. Alles wandert in die Kasse. Dazu kommen die individuellen Kosten für den Verzehr. Weil der sich in Grenzen hält, sind die Damen dankbar für die Gastfreundschaft von Sylvia Schülke, die sich an ihnen keine „goldene Nase“ verdienen könne.

Wer wirft bei den Knoblerinnen „Töfte Puppen“ in Schwerte den nächsten „Schock“?

© Berkenbusch

Geknobelt wird stets von 16 bis 19 Uhr. Selbstverständlich wird auch geplaudert - und auch mal ein Schnäpschen getrunken, egal, wem das Glück beim Knobeln gerade hold ist. „Manchmal schreien wir auch“, gesteht Ulla Städler. „Zum Beispiel, wenn eine überraschend mit drei Einsern das Spiel vorzeitig beenden kann.“ Dieser Wurf heißt übrigens „Schock“ und ist für die temperamentvollen Damen fast so etwas wie „Alle Neune“ beim Kegeln.

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