Wie die AWO-Familienpaten Eltern entlasten

Helfer gesucht

Beide Elternteile arbeiten in Vollzeit. Die Kinder kommen zu kurz und die Eltern wünschen sich Entlastung und Unterstützung. In dieser Situation will das Projekt „Netzwerk Familienpatenschaften“ helfen, das dringend Unterstützer sucht. Wir haben uns von einer Familie erklären lassen, warum das Projekt so gut ist.

SCHWERTE

von Luisa Kopyciok

, 19.11.2015, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie die AWO-Familienpaten Eltern entlasten

Sofia, Toma und Jaroslawa (v.l.) haben sich bereits gut angefreundet.

Bei dem Projekt des AWO-Familienzentrums für Bildung und Lernen im Kreis Unna unterstützen ehrenamtlich arbeitende Paten alle Familien, die ein paar Stunden für sich brauchen und einfach einen vertrauten Gesprächspartner suchen. Sie spielen mit den Kindern, machen Ausflüge oder erledigen gemeinsam Hausaufgaben.

„Im Moment haben wir 32 aktive Patenschaften. Wir achten besonders darauf, dass die Paten und Familien perfekt zueinander passen“, sagt Projektmitarbeiterin Maria Keuthen.

Gute Zusammenarbeit

Ein Beispiel für eine gute Zusammenarbeit zwischen Paten und Familie sind Toma Racinskaite und ihre achtjährige Tochter Vilte. Vilte trifft sich jede Woche mit Jaroslawa Monczka. Vor zwei Jahren haben die drei zueinander gefunden und die Patin nimmt Vilte jeden Donnerstag für ein paar Stunden in ihre Obhut.

Viltes Mutter ist darauf angewiesen, da sie neben ihrem Nebenjob noch Ingenieurwissenschaften studiert und ihre Tochter nicht den ganzen Tag in die offene Ganztagsschule geben möchte. „Vilte freut sich immer auf das Treffen. Ich habe noch weitere Kinder und wir unternehmen auch neben dem festen Termin unter der Woche oft noch alle gemeinsam was. Es ist schon so, dass sie wie meine eigene Tochter ist“, sagt Jaroslawa.

Paten auch für Eltern

Doch nicht nur Vilte bekommt Unterstützung. Auch Toma erhält Hilfe. Für ihr Studium muss sie Englisch können, doch das hat die gebürtige Litauerin, die vor dreieinhalb Jahren nach Deutschland kam, allerdings nie gelernt. „In Dortmund oder in Schwerte gibt es keinen einzigen Intensivkurs für Englisch“, sagt Toma.

Für sie wurde dann die 17-jährige Schülerin Sofia Detambel gefunden. Jeden Sonntag lernen sie seit etwa vier Monaten gemeinsam Englisch. „Das hilft nicht nur Toma, sondern mein Englisch vertieft es zudem auch noch“, erzählt Sofia.

Keine pädagogische Vorbildung

„Oftmals entstehen zwischen den Frauen feste Freundschaften“, sagt Maria Keuthen. Pate kann grundsätzlich jeder werden: es ist keine pädagogische Vorbildung nötig, allerdings muss das erweiterte Führungszeugnis vorliegen. Erst mal bleibt der Pate für ein halbes Jahr in der Familie und wenn alles gut läuft, bleibt der Pate, so lange wie er möchte oder bis die Familie keine Hilfe mehr braucht.

„Wir suchen dringend Familienpaten. Momentan ist die Nachfrage nach Paten größer, als dass wir sie hier haben“, sagt Maria Keuthen. Es ist völlig egal, ob man Mann oder Frau, alt oder jung ist: Hauptsache man passt zur Familie. 

Treffen für Interessierte
Das nächste Patenschaften-Treffen findet am Mittwoch, 2. Dezember, statt. Zielgruppe sind junge Familien, alleinerziehende Väter und Mütter oder Familien, denen Großeltern zur Unterstützung in der Betreuung fehlen. Informationen dazu gibt es beim AWO-Familienzentrum für Bildung und Lernen im Kreis Unna unter Tel.
(02304) 981060.

 

 

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