Wie viel Geld der Superblitzer auf der A45 in die Kassen der Stadt Hagen spült

rnSuper-Blitzer auf A45

Seit vier Jahren ist sie installiert: Die Blitzeranlage auf der A45 vor der Lennetalbrücke. Warum sie errichtet wurde, was die Stadt damit verdient hat und wann sie abgebaut wird.

von Aaron Schlütter

Schwerte

, 03.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Blitzer bei Hagen, auf der A45 steht vor der Lennetalbrücke direkt hinter der Schwerter Stadtgrenze. Die Anlage wurde im Juli 2015 dort fest installiert. Damit wollte man den besonders gefährlichen Punkt am Anfang der Baustelle für die neue Lennetalbrücke entschärfen und Verkehrsteilnehmer, sowie Bauarbeiter beschützen. Außerdem dient die Anlage der Wissenschaft: Verkehrsexperten testen in einem Feldversuch, welchen Effekt eine Radarfalle vor einem Gefahrenpunkt langfristig erzielt.

Hagen profitiert finanziell

Doch in den letzten Jahren entpuppte sich die Radarfalle auch als sehr lukrativ. Auf Anfrage erläuterte die Stadt Hagen der Redaktion die Zahlen: Insgesamt hat die Stadt durch die Anlage bislang über 12 Millionen Euro in drei Jahren eingenommen. Die Einnahmen für 2019 sind noch nicht erfasst. Aber geblitzt wird natürlich weiter.

Dabei ist ein tatsächlich ein Trend festzustellen. Die größten Einnahmen wurden 2015 verzeichnet. In nur sechs Monaten landeten 4,4 Millionen Euro in der Stadtkasse. Denn die Anlage ging erst im Juli in Betrieb.

Im Folgejahr 2016 blieb man knapp unter dem Rekordergebnis. 124.932 Fahrer, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten, wurden erwischt, 4,38 Millionen Euro wurden in die Kassen der Stadt Hagen gespült.

Das dritte Jahr 2017 war mit nur noch 73.276 dokumentierten Verstößen und Knöllchen im Höhe von 2,19 Millionen Euro schon weniger ertragreich.

Der Abwärtstrend setzte sich auch in den nächsten Jahren fort. Im Jahr 2018 wurden 58.504 Fälle dokumentiert und Bußgelder in einer Höhe von 1,66 Millionen Euro erhoben.

Zahl der Geschwindigkeitsverstöße sinkt

Un auch in diesem Jahr wird weiter geblitzt: bisher wurden 29.550 Verstöße erfasst, in 4.555 Fällen war auch ein Bußgeld fällig. Zur Höhe der Bußgelder 2019 machte die Stadt Hagen keine Angaben. Von 2015 bis 2018 brachte die Radarfalle also 12,63 Millionen Euro ein.

Nicht nur die hoch verschuldete Stadt Hagen profitiert von der Anlage. Denn der Blitzer selbst gehört der Firma Jenoptik. Die ist laut Medienberichten mit zwei Euro pro erwischtem Temposünder beteiligt.

Die Rekord-Raser

Den bisherigen Geschwindigkeits-Rekord stellte ein Fahrer auf, der mit 201 km/h unterwegs war. Nochmal zur Erinnerung: die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt dort bei 80 km/h, die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde also um 121 km/h überschritten. Ebenfalls mehr als doppelt so schnell wie erlaubt, waren Platz zwei und drei unterwegs, diese blieben jedoch unter der 200 km/h Marke und rasten mit 199 und 190 km/h an der Blitzkiste vorbei.

Mit dem Ende der Baustelle soll Schluss sein

Die Stadt Hagen bekräftigte auf unsere Anfrage die Absicht, den Blitzer mit Ende der Baustelle wieder abzubauen. Das sollte nach bisherigen Angaben des Landesbetriebs Straßen.NRW Ende 2020 der Fall sein. Bis dahin sollte der Blitzer über 17 Millionen Euro für die Stadt erwirtschaftet haben.

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