Dr. Ulrich Franken, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Marienkrankenhaus, meldet, dass die Intensivstationen in Schwerte und im Kreis Unna momentan nicht mit Corona-Patienten überlastet sind. © Marienkrankenhaus
Coronavirus

Wieder mehr Infektionen: So ist die Situation auf der Intensivstation des Marienkrankenhauses

Bundesweit steigen wieder die Corona-Infektionszahlen. Mehr Corona-Kranke, das bedeutet auch immer mehr Patienten auf den Intensivstationen. Die Situation in Schwerte überrascht.

Dr. Ulrich Franken, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Marienkrankenhaus, bekommt jeden Tag Informationen über das Infektions-Geschehen im Kreis Unna und die Belegung der Intensiv-Betten mit Corona-Patienten.

Seine Einschätzung zur Lage am Dienstag (19.10.) ist eine gute Nachricht: „Die Intensivstationen im Kreis Unna sind momentan nicht belastet. In Schwerte wird momentan ein Patient mit Corona intensivmedizinisch betreut.“

In seiner Einschätzung lauert allerdings ein „aber“. Die meisten Corona-Kranken, die aufgrund der Schwere der Erkrankung auf einer Intensivstation versorgt werden müssen, waren bislang ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

Immer jüngere Patienten

Zuletzt, vermutlich aufgrund der fortschreitenden Impfungen, wurde der Anteil jüngerer Patienten in den vergangenen Monaten immer größer. Die letzten drei in Schwerte versorgten Corona-Intensiv-Patienten waren zwischen 40 und 50 Jahren alt.

Deshalb glaubt Dr. Ulrich Franken, dass viele Corona-Kranke ganz einfach zuhause bleiben und die Krankheit im eigenen Bett auskurieren. Daraus resultierten die momentan guten Zahlen.

Dr. Ulrich Franken und sein Team sind im Einsatz.
Dr. Ulrich Franken und sein Team sind im Einsatz. © Marienkrankenhaus © Marienkrankenhaus

Von diesem Verhalten rät er aber ausdrücklich ab. „Wer sich in diesen Zeiten krank fühlt, schlecht atmen kann und Muskelschmerzen hat, sollte auf jeden Fall einen Arzt benachrichtigen.“

Verlegung nach Dortmund

Corona-Erkrankte mit einem schweren Verlauf, die intensiv-medizinisch versorgt werden müssen, bleiben etwa drei bis vier Tage im Marienkrankenhaus, vornehmlich am Standort Schützenstraße.

Wenn sich ihr Zustand dann nicht bessert, werden sie in die Corona-Zentren in Dortmund (Johannes-Hospital und Städtische Kliniken) verlegt. Deshalb kann Dr. Ulrich Franken nicht sagen, ob sich die Krankheitsverläufe in Relation zum geringeren Alter der Patienten verändert haben.

Die momentan so entspannte Lage hat nach Meinung von Dr. Ulrich Franken noch einen zweiten Grund: Die Grippe-Saison hat noch nicht begonnen. Wenn sie aber beginnt, so Franken, werde sie schwerer verlaufen als im vergangenen Jahr.

Grippewelle könnte schwerer Verlaufen

In jedem Jahr hätten die Menschen, die im Jahr davor an Grippe erkrankten, einen gewissen Schutz gegen eine Neuinfektion. 2020 sei die Grippesaison wegen der damaligen Kontaktbeschränkungen aber praktisch ausgefallen.

Deshalb gebe es in diesem Jahr vermutlich weniger geschützte Menschen als im Vorjahr. Inwieweit schwere Influenza-Verläufe die Intensiv-Stationen in Schwerte und im Kreis Unna belasten werden, könne aber nicht vorhergesagt werden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann