Wildkräuter in Schwerte: Eine Pflanze gegen Husten und Entzündungen

rnVideo-Serie Teil 1

Im Salat oder als Heilmittel sind Wildkräuter bereits seit Jahrhunderten bekannt. Viele laufen an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Dabei bewirkt manches Kraut vom Wegesrand wahre Wunder.

Schwerte

, 21.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wachsen fast überall in der Stadt, werden aber selten beachtet: Wildkräuter. In unserer Serie führt Kräuter-Experte Ferdinand Ziese durch die Welt der Pflanzen am Wegesrand, in denen oft mehr steckt, als man denkt.

Heute: Ein wirksames Mittel gegen Husten und ein Kraut, das sogar bei Herzbeschwerden helfen soll.

Der Spitzwegerich

Die Arzneipflanze des Jahres 2014 wird von Ferdinand Ziese auch „Dr. Wegesrand“ genannt.

Wer auf teure Arznei aus der Apotheke verzichten möchte, liegt bei diesem Kraut genau richtig: Aus den Blättern des Spitzwegerich lässt sich zusammen mit Zucker ganz leicht selbst ein Hustensaft herstellen.

Bei Wunden, Entzündungen oder Insektenstichen wirkt der Spitzwegerich schmerzlindernd. „Früher hat man ihn in die Schuhe gesteckt, weil er antiseptisch ist“, weiß Ziese.

Auch geschmacklich hat der Spitzwegerich etwas zu bieten: „Die Dolden des Spitzwegerich kann man in der Pfanne braten, die schmecken wie Champignons“, verrät Ferdinand Ziese. Aufgrund der Bitter- und Gerbstoffe sollte man die jedoch nur in Maßen genießen. „Unser Magen verträgt das nicht mehr, wenn wir davon zu viel essen.“ Das liege daran, dass diese natürlichen Stoffe mittlerweile aus den meisten Nahrungspflanzen herausgezüchtet wurden.

Am Wegesrand des Wuckenhofes wächst Spitzwegerich, der nicht nur lecker schmeckt, sondern auch Schmerzen lindern und Husten lösen kann.

Am Wegesrand des Wuckenhofes wächst Spitzwegerich, der nicht nur lecker schmeckt, sondern auch Schmerzen lindern und Husten lösen kann. © Dennis Görlich

Das Schöllkraut

Auch als Marienkraut bekannt. Wer ein Mittel gegen Warzen sucht, liegt mit Schöllkraut laut Ferdinand Ziese genau richtig: „Da kommt eine gelbe Flüssigkeit aus dem Bereich des Stammes, die man dagegen anwenden kann.“ Auch gegen Ekzeme, Akne, Hühneraugen und anderen Hautkrankheiten soll Schöllkraut helfen.

Ziese werde des Öfteren von Schwertern gefragt, wo das Schöllkraut zu finden ist. Das Kraut wächst auf fast jedem Boden und blüht von Mai bis Oktober. Auch von Ärzten hätte Ziese schon Anrufe bekommen, da manche von ihnen das Kraut ebenfalls zu schätzen wüssten. „Schöllkraut ist eine Heilpflanze, die auch bei Herzerkrankungen hilft“, so Ferdinand Ziese.

Bei Menstruationsbeschwerden und Magenkrämpfen kann ein Schöllkraut-Tee helfen. „Schöllkraut ist aber teilweise giftig“, warnt der Kräuterexperte. Beim Umgang mit diesem Kraut ist also in jedem Fall Vorsicht geboten.

Schöllkraut hilft bei Hautkrankheiten, ist aber giftig.

Schöllkraut hilft bei Hautkrankheiten, ist aber giftig. © Danny S.

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Ferdinand Ziese erklärt Wildkräuter in Schwerte, Teil 1

Die Angaben zur Verwendung und Wirkung der Kräuter entsprechen persönlichen Erfahrungen. Nicht alle Angaben sind wissenschaftlich erwiesen. Fragen Sie also in jedem Fall vor der Verwendung von Ihnen unbekannten Kräutern einen Arzt oder Apotheker, ob die Verwendung sinnvoll erscheint. So können Sie Gefahren durch die Einnahme ausschließen.

Kräuterführungen in Schwerte

Vom Markt bis zur Ruhr und zurück

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die Wildkräuter-Führungen mit Ferdinand Ziese zurzeit ausgesetzt. Ansonsten startet „Kräuter-Ferdi“ seine Rundgänge jeden Mittwoch um 18 Uhr am Marktbrunnen vor St. Viktor. Die Teilnehmer lernen etwa 30 essbare und heilende Kräuter kennen. Anmeldungen sind unter Tel. 0176 66 10 50 30 oder über die Touristik-Information im Ruhrtalmuseum möglich. Eine Spende von 9 Euro an den Heimatverein Schwerte wird erbeten.
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