Windkraft auf Schälker Heide: Das sagen die Planer

Info-Veranstaltung

Windkraft gilt als saubere, nachhaltige Form der Energiegewinnung. Daher hat sie viele Freunde, auch in Schwerte. Doch wenn die hohen Anlagen nahe des eigenen Hauses geplant werden, kippt die Stimmung bei den Betroffenen häufig. In Ergste sollen Windräder auf der Schälker Heide errichtet werden. Auch, um Proteststimmung bei den Bürgern im Keim zu ersticken, gab es jetzt eine Info-Veranstaltung.

ERGSTE/SCHÄLK

, 30.09.2015, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom Institut für Landschaftsschutz bis zur Energieagentur NRW – das Angebot der Menschen, die einen informieren wollen, ist dicht gestaffelt im kleinen Saal des Gasthauses Zum Schälk. Vor allem aber sind es Mitarbeiter der Abo Wind. Die Entwicklergesellschaft aus Wiesbaden hat mit der Planung eines Windparks auf der Schälker Heide begonnen.

Auch der Fürst war angereist

Und damit der nicht an massivem Bürgerprotest scheitert, hatte die Entwicklerfirma für Dienstag zur Projektmesse eingeladen. Vier Windräder will man an der Stadtgrenze zu Schwerte aufstellen. Das Land gehört dem Fürsten Maximilian von Bentheim-Tecklenburg. Der ist auch persönlich für die Werbearbeit in Sachen Windenergie angereist. Die Forstwirtschaft würde zunehmend auf regenerative Energien zurückgreifen, erzählt er. Und berichtet von einer Windanlage in Rheda-Wiedenbrück, wo am Morgen noch der Grundstein gesetzt wurde. „Dort wird der Windpark von der Bevölkerung getragen“, erzählt er.

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Die Besucher, die am Nachmittag den Saal des Ausflugslokals bevölkern, sind wenig kritisch. „Ich freue mich, wenn ich ein Windrad sehe“, sagt Besucher Günter Quick. Auf jeden Fall sei das besser als ein Atomkraftwerk. Und Karl-Friedrich Winterhager aus Berchum verweist auf die Brachen, die der Braunkohletagebau hinterlässt.

Gegner werden zu Mitstreitern?

Doch mit offenen Armen würden die Entwickler von Windparks nirgends in der Republik empfangen, weiß Georg von Aretin von der Abo Windkraft. Deshalb gebe es solche Veranstaltungen und deshalb wähle man auch nie das vereinfachte Planungsverfahren mit der geringen Bürgerbeteiligung.

Seine Firma aus Wiesbaden plant und baut Windanlagen, die dann von anderen betrieben würden. Oft beteiligten sich später auch Nachbarn an dem Projekt, das sie einst bekämpft hätten. Aber von Aretin ist auch klar: „Eine Bürgerinitiative gegen Windkraft werden wir nicht überzeugen.“ Die hat ihren VW-Bus schon mal vor dem Eingang zur Gastwirtschaft abgestellt. „Keine Windindustrie im Landschaftsschutzgebiet“, lautet deren Forderung. Schon im Vorfeld hatte man erklärt, dass man die Risiken für unabsehbar halte. Zumindest politisch sieht sich der Fürst von Bentheim-Tecklenburg nach der Bürgermeisterwahl in Iserlohn bestärkt. Denn die CDU-Kandidatin, die sich auf die Seite der Windkraftgegner geschlagen hatte, verlor gegen den Amtsinhaber. Ob das die Windkraftbefürworter nach vorne bringt, wie Bentheim glaubt, wird die Zukunft zeigen.

Auf dieser Karte sind die ungefähren Standorte der geplanten Windkraftanlagen verzeichnet - um genaue Informationen zu erhalten, klicken Sie bitte auf die roten Markierungen.

 

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