Wirtin feiert im "Haus Pferdekämper" Geburtstag

Urgestein wird 70 Jahre

Die Wirtin "Cica" führt das "Haus Pferdekämper" in Schwerte seit fast 40 Jahren. Kein Wunder, dass Milica Mihelj, die ihre Gäste als ihre Familie bezeichnet, dort am Freitag auch ihren 70. Geburtstag feiert. Und für diesen besonderen Tag hat sich das Schwerter Urgestein großes Einfallen lassen.

SCHWERTE

, 27.01.2017, 05:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gastwirtin mit Leib und Seele ist Milica "Cica" Mihelj, die am Freitag, 27. Januar, ihren 70. Geburtstag feiert. Seit 1980 betreibt sie das traditionsreiche Restaurant Haus Pferdekämper an der Ostenstraße.

Gastwirtin mit Leib und Seele ist Milica "Cica" Mihelj, die am Freitag, 27. Januar, ihren 70. Geburtstag feiert. Seit 1980 betreibt sie das traditionsreiche Restaurant Haus Pferdekämper an der Ostenstraße.

Als Milica Mihelj kennt sie bloß der Pass. Die Schwerter gehen nur zu „Cica“, wenn sie sich im Haus Pferdekämper treffen. Seit 1980 ist die Wirtin die Seele der Traditionsgaststätte an der Ostenstraße. Sie ist am längsten von allen Schwerter Kollegen am selben Platz tätig. „Meine Gäste sind meine Familie“, sagt sie. Und weil das so ist, möchte sie mit ihnen zusammen am Freitag ihren 70. Geburtstag feiern.

So kam Cica nach Schwerte:

„Fünf Meter Schnee“ – so erzählt die Jubilarin – lagen auf den zehn Häusern des kleinen Dorfes in Serbien, wo sie am 27. Januar 1947 das Licht der Welt erblickte. An einem Freitag, um 14 Uhr nachmittags, hielt die Mutter ihre „Cica“ glücklich in den Armen. Wurde die später ausnahmsweise doch einmal in der Langform „Milica“ gerufen, wusste sie, dass sie irgendetwas ausgefressen hatte: „Dann rannte ich sofort weg!“

Es sollte aber noch ein weiter Weg werden, der Cica Mihelj schließlich nach Schwerte führte. Fünf Jahre lang lebte sie als Jugendliche zunächst in Frankreich, baute später im Saarland Teile für den Ford Escort und wurde vom Heimweh doch wieder nach Serbien getrieben. Weil es dort aber keine Arbeit gab, erhielt sie von Bekannten den Tipp, es in Schwerte zu versuchen. Ein Glückstreffer, wie sich herausstellte: „Das ist meine Heimat, mein Leben – alles, was ich habe!“

So kam die Wirtin an das "Haus Pferdekämper":

Die Ruhrstadt und die liebenswerte Wirtin – das passte einfach. Dabei fand sie ihren ersten Job zunächst in der Fabrik bei Diagramm Halbach, bevor sie zu einer Stippvisite ins Haus Pferdekämper und dann ins Restaurant Ostentor kam. Dessen Chef war rasch so überzeugt, dass er Cica Mihelj sein zweites Lokal „Ruhrbrücke“ zur selbstständigen Führung übergab. Als er es 1979 verkauft hatte, führte der glückliche Zufall erneut Regie: „Ich habe gehört, dass Pferdekämper frei wurde.“ Schnell war sie sich mit dem Vermieter einig.

„Ich liebe meinen Beruf“, sagt die Wirtin. Die Gäste merkten und honorierten das sofort. Sogar bei Touristen auf dem Ruhrtal-Radweg hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man in herzlicher Atmosphäre mit einer Mischung aus internationaler, jugoslawischer und westfälischer Küche verwöhnt wird. 

Das wird das Festessen zum Geburtstag:

Pfefferpotthast tischt Cica Mihelj an ihrem Ehrentag auf: „Ich habe 50 Kilo Fleisch und 50 Kilo Zwiebeln bestellt.“ Schließlich ist die Familie ihrer Freunde so groß, dass über 200 Gäste satt werden müssen. Solche Herausforderungen machen die Jubilarin aber nicht bange. Zum 250. Jubiläum ihres Lokals hat sie schon mal einen ganzen Ochsen am Spieß gebraten.

Und wenn mal ihr 75. Geburtstag naht, fällt ihr bestimmt eine weitere Steigerung ein. Denn sicher ist: „Ich bleibe hier, solange meine Gesundheit das mitmacht.“

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