Wo Guildo Horn als „Herr Schatz“ die Schere schwang

rnHäuser erzählen

Westhofen wurde 1999 zu Hollywood - naja, nicht so ganz, aber fast. Schlagersänger Guildo Horn drehte dort einige Szenen der Komödie „Waschen-schneiden-legen“.

Westhofen

, 05.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Schaufenster unter dem geschwungenen Giebel sind leer. Der pinkfarbene Schriftzug „Frisörsalon“ ist sowieso schon seit Ewigkeiten wieder verschwunden.

Nichts erinnert an dem Häuschen an der Reichshofstraße 94 mehr daran, dass es im Februar 1999 zur Riesenkulisse für einen Kinofilm wurde. Mit Schlagerstar Guildo Horn drehte Kult-Regisseur Adolf Winkelmann in dem Ladenlokal die ersten Szenen der Komödie „Waschen-schneiden-legen“.

Im Mittelpunkt der Presse

Für ein paar Filmklappen-Schläge rückte Westhofen in den Mittelpunkt des Journalisten-Interesses. Aus der ganzen Bundesrepublik wurden sie in zwei Reisebussen herangekarrt, um die ersten Aufnahmen zu begleiten.

Ein paar Schritte weiter, hinter rot-weiß-rotem Absperrband, fieberten die Westhofener dem Augenblick entgegen, als der Meister im weißen Kittel aus der Ladentür trat. So sollte „Herr Schatz“, wie der Sänger im Film heißt, die Damenherzen einer Kleinstadt in der Sieben-Millionen-Euro-Produktion im Flug erobern.

Gigantische Scheinwerfer gaukelten Sonne vor

Genau nach diesem Milieu hatte Regisseur Winkelmann Ausschau gehalten. Unmengen von Kilometern – so sagte er – war er bei der Suche abgefahren, bis er in Westhofen fündig wurde, das im Film „Schwingen“ heißt.

Nicht im Drehbuch stand der Wintereinbruch am ersten Drehtag. Immer wieder mussten fleißige Helfer die störenden Schneeflocken vom Bürgersteig vertreiben. Gigantische Scheinwerfer gaukelten den Kameras sonnige Atmosphäre vor. Eine Woche lang war die Reichshofstraße gesperrt. Dann endete der Spuk.

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