Wo landen eigentlich die Bußgelder vom Blitzen?

Geschwindigkeitskontrollen

Kurz nicht aufgepasst, ein wenig zu sehr aufs Gaspedal gedrückt - zack, ist man geblitzt worden. Mit der überschrittenen Geschwindigkeit nimmt auch das Bußgeld zu. Aber wo landen diese Gelder eigentlich? Wie viel kommt da so zusammen? Und steigt diese Summe oder sinkt sie? Wir sind diesen Fragen nachgegangen.

KREIS UNNA

, 09.03.2015, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer bekommt die Einnahmen aus den Strafgeldern?

Das kommt darauf an, wer die Autos blitzt. Ist es der Kreis selbst, kann er die Einnahmen behalten, erklärt Thomas Brötzmann, der Leiter der Bußgeldstelle des Kreises Unna. Blitzt allerdings die Polizei, hängt es von der Höhe der Geldstrafe ab. Ein Verwarngeld bis 35 Euro geht an das Land NRW. Ein höherer Betrag, der dann als Bußgeld bezeichnet wird, fließt in die Kreiskasse. Die Städte und Kommunen erhalten nur indirekt Geld durch die Blitzer, so Schwertes Stadtsprecher Carsten Morgenthal. "Das Ordnungsamt in Schwerte darf nur den ruhenden Verkehr kontrollieren", erklärt er. Das Geld von Strafzetteln für falsches Parken geht also an die Städte. Durch Zuschüsse vom Kreis landet aber auch Bußgeld in den Stadtkassen - wie viel, sei unklar, so Morgenthal weiter.

Wie viel verdient der Kreis an den Blitzern?

Die genaue Zahl lässt sich nicht beziffern, da die Kreispolizei ihre Zahlen nicht nach Bußgeld-Kategorie sortiert, so Kreis-Polizeisprecher Ralf Hammerl. Es dürften aber weit über drei Millionen Euro sein. Denn 2,9 Millionen nimmt der Kreis allein durch Strafen der Bußgeldstelle ein, so etwas wie das Ordnungsamt des Kreises. Dieses Geld sei aber kein reiner Gewinn, betont Bußgeldstellen-Leiter Thomas Brötzmann. Gerade bei mobilen Kontrollen habe man auch hohe Personalkosten.

Wie viele Fahrer werden geblitzt?

Die Bußgeldstelle hat im Jahr 2013 knapp 80.000 Fahrer geblitzt. Über 1000 von ihnen mussten kurzzeitig ihren Führerschein abgeben. Die Kreispolizei kann auch hier keine genauen Angaben machen. Anders als die Bußgeldstelle darf die Polizei die Autofahrer auch aus anderen Gründen als einer Geschwindigkeitsübertretung anhalten.

Wo wird geblitzt?

Mehrere sogenannte Starenkästen, stationäre Blitzanlagen, betreibt die Bußgeldstelle des Kreises in den einzelnen Städten. Hinzu kommen die Stellen, an denen manchmal mobile Stationen stehen. Darüber hinaus gibt es immer wieder Kontrollen der Polizei. Generell gilt dabei: Die Polizei darf überall kontrollieren, die Bußgeldstelle nur an Gefahrenstellen. Dazu zählen laut Thomas Brötzmann, Leiter der Bußgeldstelle, vor allem die "sechs Klassiker": Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Behinderten- und Altenheime sowie Spielplätze.

Hier gibt es unsere wöchentlichen Blitzer-Übersichten für Lünen, Schwerte, Selm und Werne.

Wie werden die Standorte bestimmt?

Neben den Klassikern achtet die Bußgeldstelle des Kreises auf Orte, an denen sich beispielsweise Unfälle häufen. "Viele Orte werden uns auch von Bürgern gemeldet", so Thomas Brötzmann. Dann würde man überprüfen, wie schnell die Autos dort fahren. Nicht immer wird danach geblitzt, manchmal reichen auch neue Schilder oder bessere Fahrbahnmarkierungen.

Wird mehr geblitzt als früher?

Die Anzahl der Blitzer gehe nicht zurück, so Thomas Brötzmann von der Bußgeldstelle. Die Einnahmen aus Bußgeldern seien aber gesunken, auch wenn Brötzmann keine genauen Zahlen nennen konnte. "Das liegt daran, dass wir die Kontrollen offensiv ankündigen", sagt er.

Was kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts?

Los geht's mit 15 Euro für 10 Stundenkilometer zu hohe Geschwindigkeit. Ab 21 Stundenkilometern zu schnell kommen mindestens ein Punkt in Flensburg sowie 80 Euro Bußgeld hinzu. Am teuersten sind alle Geschwindigkeitsüberschreitungen jenseits der 70 Stundenkilometer. Dann gibt es 680 Euro Strafe, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.

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