Wo man in Schwerte ein E-Auto leihen kann, und wie es mit der E-Mobilität weitergeht

rnE-Mobilität

Auf dem Smartphone nachschauen, ob gerade ein E-Auto in der Nähe für eine Fahrt bereitsteht, das ist in Schwerte nicht mehr Zukunftsmusik. Wie funktioniert das eigentlich?

Schwerte

, 05.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Atomunglück von Fukushima im März 2011 war für Holger Gies von den Schwerter Stadtwerken Anlass, bei Erzeugung und Einsatz von Strom umzudenken:

„Wir haben uns gefragt, was wir machen können.“ Ein Teil der gemeinsamen Initiative von Stadt und Stadtwerken mündete im Aufbau einer E-Auto-Flotte. „Die nutzen wir ohne Probleme im eigenen Betrieb, etwa für Dienstfahrten.“ Zwei Fahrzeuge stehen auch über ein Carsharing-Portal zur Verfügung. „Das Angebot wird aber noch wenig genutzt, momentan sind 20 User registriert“, so Gies.

Das Carsharing-Portal ist über die Seite der Stadtwerke zu erreichen. Nach der Anmeldung kann der registrierte Kunde auf einer interaktiven Karte in Echzeit sehen, welches E-Mobil gerade wo im Stadtgebiet zur Verfügung steht, und dieses für eine Fahrt buchen.

Noch verhältnismäßig wenige „Stromer“ auf Schwertes Straßen

Insgesamt sind laut Angaben der Stadtwerke 40 Elektro-Autos in Schwerte zugelassen. Bundesweit waren es nach einer Statistik des ADAC knapp 36.000 reine E-Fahrzeuge im Jahr 2018. Die verhältnismäßig spärliche Nutzung der Schwerter der so genannten „Stromer“ erklärt sich für Gies über eine alterhergebrachte Gewohnheit:

„Mit meinem Auto fahre ich alle zwei Wochen zur Tankstelle, tanke voll und das war es dann fürs Erste. Mit E-Autos muss ich mich vom klassischen Betankungsmodell verabschieden. Das hängt dann jeden Tag am Ladepunkt.“ Hier legt Gies seine Hoffnung in die junge Generation: „Bei denen steht das Nutzen, nicht das Besitzen von Dingen im Vordergrund.“

Eichrechtskonformität von Ladesäulen muss eingehalten werden

Damit die Nutzung der E-Fahrzeuge in Schwerte weiter vorangetrieben wird, sollen insgesamt 100 Ladepunkte in den nächsten drei Jahren installiert werden: „Wenn wir dann in 2025 deutlich mehr als 100 E-Autos hier haben, und das sehe ich kommen, sind wir aus dem Dilemma der Überversorgung raus“, sagt Gies.

Problematisch bei einer vielfach höheren Nachfrage, auch im Anbietervergleich, sei noch die Einhaltung der Eichrechtskonformität für Ladesäulen. Mit dieser will der Gesetzgeber sicherstellen, dass jeder Nutzer stets nachvollziehen kann, an welcher Säule wie viel Strom getankt, und wie viel dafür ausgegeben wurde. Hier müsse das Zusammenspiel von Soft- und Hardware noch optimiert werden, heißt es von den Stadtwerken.

E-Bikes auch attraktiv für junge Menschen. Stadt startet Aktionstag.

Werbung für die E-Mobilität wollen Stadt und Stadtwerke auch mit dem e-mobil-Tag am Samstag (6. Juli) machen. Hier soll es zusätzlich Einblicke zu E-Bikes geben. Die seien auch etwas für jüngere Menschen, findet Jana Ermlich, zuständig für den Klimaschutz in der Stadt: „Das Thema ist durch die Fridays-For-Future-Bewegung bei der Jugend angekommen. Durch E-Bikes wird das Radfahren, auf längeren Strecken oder bei windigem Wetter, auch für junge Menschen attraktiver.“

Beim e-mobil-Tag soll es zusätzlich zu Neuerungen bei Fahrzeugen auch Informationen zu Photovoltaik-Anlagen geben.

Lesen Sie jetzt