Zeitplan für B236-Ausbau in Schwerte bleibt, aber eine Sperrung kommt hinzu

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Beim Ausbau der B236 in Schwerte scheint sich einiges zum Guten zu wenden. Allerdings kommt auf die Autofahrer eine Sperrung mehr zu, als bisher mit einkalkuliert.

Schwerte

, 21.11.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Auftritt von Dr. Udo Pasderski im Planungsausschuss der Stadt Schwerte im September war eher eine ungemütliche Angelegenheit. Der Chef der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, kurz Deges, in Nordrhein-Westfalen sah sich zum Teil auch sehr rauen Beschimpfungen ausgesetzt.

Deshalb begann sein nächster Auftritt am Dienstagabend auch mit einer beschwichtigen Geste: „Wir sind angetreten, um nicht gegen, sondern mit Ihnen zu bauen.“ Allerdings betonte er auch vorab, dass dem Bau ein Planfeststellungsverfahren vorangegangen sei und man die Baufirma Deges nicht für Dinge verantwortlich machen könne, die in der Planung gelaufen seien.

Und auf den ersten Blick sieht es bei der Bauplanung auch geordneter aus. Im Streit mit den Gasversorgern Thyssen und Open Grid gibt es zwar immer noch keine Einigung, aber einen Kompromiss.

Gasleitungsverlegung geht mit Sperrung einher

Ungeachtet, wer eigentlich für die Verlegung der beiden großen Gasleitungen im Bereich der Kreuzung Bergstraße/Hörderstraße/Heidestraße zahlen muss, übernimmt zunächst der Bund die Kosten. Damit können die Gasversorger ein Bauunternehmen beauftragen. „Wir hoffen, dass dies bis Mai erledigt ist, so Pasderski. Großen Einfluss darauf hat die Deges nicht.

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Für den Schwerter Autofahrer bedeutet dies, dass es vermutlich bereits bald mit den Sperrungen im Kreuzungsbereich beginnt. „Normalerweise wird eine Gasleitung immer so verlegt, dass man immer jeweils die halbe Straße sperrt.“ Da der Engpass am Ende der jetzt schon staubelasteten Freischütz-Strecke liegt, könnte das zur ersten Feuerprobe werden.

Streit um den Bau der Fußgängerbrücke

Im Streit um den missglückten Bau der Fußgängerbrücke am Freischütz hat sich jetzt das Landgericht Berlin eingeschaltet. Die Baustelle, die eigentlich wieder zurückgebaut werden sollte, muss zunächst stehen bleiben. „Das Landgericht hat ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet“, so Pasderski.

Zeitplan für B236-Ausbau in Schwerte bleibt, aber eine Sperrung kommt hinzu

Eigentlich sollte die Fußgängerbrücke bereits vor dem Baubeginn für die B 236 fertig sein, wie das Schild beweist. © Reinhard Schmitz

Wie berichtet hatte die Deges dem Bauunternehmen, das die Brücke vor dem eigentlichen Ausbau der B236 bauen sollte, die Verträge gekündigt. „So etwas kommt äußerst selten vor“, erklärte Pasderski. Neben dem Streit, ob die Firma in der Lage sei, die ausladende Brücke so auf Fundamente zu setzen, dass dies den statischen Ansprüchen genüge, habe es auch eine Reihe kleinerer Streitpunkte gegeben, wie der Wahl des richtigen Belags für die Behelfsbrücke.

Die bereits am Freischütz aufgebaute Notampelanlage gehe wegen des verschobenen Termins für den Bau der Fußgängerbrücke vorerst nicht in Betrieb.

Die Fußgängerbrücke wird jetzt zusammen mit dem Bau der Fahrbahn ausgeschrieben. „Wir haben die Hoffnung, dass sich für so einen großen Auftrag Firmen bewerben, die das auch stemmen können“, so Pasderski.

„Ich gehe davon aus, dass wir die Baustelle am Freischütz bis Weihnachten wieder zurückbauen können“, so Pasderski.

Weitere Bäume werden gefällt

Die restlichen Bäume, die noch für den Bau der B236 gefällt werden müssen, will man in zwei Raten roden. Im Februar fallen die ersten, die zweiten will man zum letztmöglichen Zeitpunkt, vermutlich im Februar 2020, fällen, um den Anwohnern Lärm- und Sichtschutz während der Bauphase zu bieten.

Außerdem prüft derzeit ein Gutachter, wie sich der Verkehr in der Umleitungsphase verteilen wird. Für die erste Bauphase wird neben der Autobahnauffahrt Richtung Köln auch die Bergstraße gesperrt. Die SPD hatte gefordert, dies bereits auf Dortmunder Gebiet zu machen, damit nicht auch noch der Verkehr aus Dortmund in die Umleitung fährt und über den dann wieder für beide Fahrtrichtungen geöffneten Klusenweg die Anwohnerstraßen nordwestlich der A1 verstopft.

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So sind die Umleitungen derzeit geplant.

Neuer Zeitplan der Deges

Nach dem neuen Zeitplan der Deges wird mit dem vierstreifigen Ausbau der B236 vom Tunnel in Berghofen bis zur Autobahn im Sommer 2019 begonnen. Jeweils ein halbes Jahr sind die Autobahnzufahrten dafür gesperrt. Zunächst in Richtung Köln, später in Richtung Bremen.

Nach dem Terminplan soll die neue Straße Mitte 2021 wieder normal befahrbar sein.

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