"Zur schönen Aussicht": Lokal mit Blick auf die A1

Schwerter Kneipenserie

Welche Aussicht mit dem Namen der Schwerte Kneipe "Zur schönen Aussicht" auch immer gemeint war: Der Blick auf die A1 war es wohl nicht. Dem Wirtshaus ist die Abfahrt Schwerte quasi direkt vor den Tresen gebaut worden. Inzwischen hat das Haus Sprave aber eine ganz andere Funktion.

SCHWERTE

, 10.08.2017, 06:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Liebhaber wohlgeformter Automobile hatte Heinrich Sprave wohl noch nicht als Zielgruppe im Blick, als er sein Wirtshaus an der Hörder Straße 99 „Zur schönen Aussicht“ nannte. Beim Bau des Backsteinhauses dachte niemand an die Autobahn 1. Die wurde erst 1961 eröffnet.

Vorbei war es mit der Ruhe, in der die Gäste das Panorama der Ruhrstadt beim Kaffee oder Bier genießen konnten. Auf dem Fußmarsch zum Schwerter Wald legten Ausflügler gern in dem Lokal eine Rast ein. Oder sie ließen sich mit der Straßenbahn nach Hörde hinaufchauffieren.

Grund für die Schließung: der Autobahnausbau

So groß war der Andrang, dass sogar ein Saal angebaut wurde. Der ist vielen Schwertern noch als „Sternensaal“ in guter Erinnerung, wo zuletzt Kleinkunst-Veranstaltungen angeboten wurden. 1993 hatte die Schwerter Künstlerin Elvira Sürig das Restaurant übernommen und das Konzept des Esstheaters entwickelt. Doch 2004 musste das Haus schließen. Jahrelanger Dauerstau wegen des Ausbaus der Autobahn hatte die Gäste aus der weiteren Region vergrault, hieß es.

Das Inventar wurde versteigert, das damals quietschbunt gestrichene Gebäude 2006 an einen Investor verkauft, der es umfassend sanierte. Aus dem Sternensaal wurde ein Friseurhaus der besonderen Art, in der ehemaligen Gastsstube residiert eine Sandwich-Kette.

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