Zwischen Prüfung, Party und Planungsstress

Abitur in Schwerte

Aufatmen bei den Schwerter Abiturienten: Sie haben jetzt Prüfungspause, der meiste Stress liegt schon hinter ihnen. Das gilt aber nicht für alle. Denn auch Abiball, Mottoshirts und Co. wollen noch organisiert werden. Wir haben mit zwei Schwerter Schülerinnen gesprochen - und zu diesem Anlass ein paar alte Abishirts unter die Lupe genommen.

SCHWERTE

, 30.04.2016, 05:35 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zwischen Prüfung, Party und Planungsstress

Im Interview mit den Abi-Organisatorinnen Salome Meuser und Leonie Loock.

Die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2016 des Friedrich-Bärens-Gymnasiums nutzen zurzeit ihre Prüfungspause – sei es fürs Büffeln oder Kopffreikriegen. Für manche von ihnen, darunter Leonie Loock (17) und Salome Meuser (18) geht der Stress jedoch weiter.

Im Abi-Organisations-Team kümmern sie sich um Motto, Sturm, Zeitung, Shirts und natürlich um die Finanzierung. Was sie so alles geplant haben und wie sie die Mammutaufgabe mit ihren Prüfungen unter einen Hut bringen, haben sie Reporter Tim Vinnbruch im Interview erzählt.

Die Klausuren habt ihr nun hinter eu ch. Ein Zwischenfazit?

Meuser: Insgesamt war es schon OK. Die Klausur im Deutsch-Leistungskurs war irgendwie anders aufgebaut, weil es überraschend viel um Gestaltungsmittel ging. Die vom Mathe-Grund- und Pädagogik-Leistungskurs waren relativ einfach. Physik war wohl bei allen etwas schwierig.

Wie lautet euer Abimotto?

Meuser: „Meist dichter als Denker: Abi 2016“. Eigentlich war es Abi 2,016 Promille, aber das haben wir dann doch gelassen. Es ist jedenfalls kein 08/15-Motto. Wir hatten auch andere Vorschläge, so wie „KohlrAbi: Wir machen uns vom Acker“, aber am Ende war es eine Mehrheitsentscheidung.

Loock: Das Abstimmen hat sich dann teilweise als schwierig erwiesen, weil manche mit vielem nicht einverstanden waren.

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So sahen die Abishirts der RN-Redakteure aus

Jeder Abiturjahrgang wählt es, bei vielen sorgt es für lange Diskussionen, am Ende enthält es meist ein mehr oder weniger kreatives Wortspiel: Das Abi-Motto. Pünktlich zur Abitur-Zeit hat auch die Schwerter RN-Redaktion ihre alten Abishirts samt Motto-Aufschrift ausgepackt.
29.04.2016
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„RABInson Crusoe – 13 Jahre warten auf Freitag“: Unter diesem Motto hat Katharina Hesse 2010 in Dortmund Abi gemacht. Sie trägt ihr Abishirt und das passende Sweatshirt noch zum Schlafen.© Foto: Bernd Paulitschke
„Wenn ich mich mit ehemaligen Schulkameraden treffe, ist da immer jemand dabei, der unser Abishirt trägt", erzählt sie.© Foto: Bernd Paulitschke
Sophie Bissingen hat ihr Abitur auf einem Internat in Baden Württemberg gemacht. Die Abishirts mit dem Motto „Wir waren dabei – Abi 2002“ hat sie mitgestaltet.© Foto: Bernd Paulitschke
Sie erinnert sich: „Wir sind in der letzten Minute fertig geworden – so sieht‘s leider auch aus“. Auf dem T-Shirt ist ein Bild der Schule und der Motto-Spruch gedruckt.© Foto: Bernd Paulitschke
Isabell Pietron hat ihr Abitur 2006 am Ruhrtal-Gymnasium gemacht. Sie hat nicht nur ein Abi-Poloshirt, sondern auch noch ein Sweatshirt mit dem Abimotto „KABIribik – Reif für die Insel“.© Foto: Bernd Paulitschke
Beides zieht sie aber nicht mehr an, sie sagt: „Ich bewahr die nur als Erinnerungsstücke auf“.© Foto: Bernd Paulitschke
Annette Theobald-Block hat ihr Abi 1994 am Ruhrtal-Gymnasium gemacht. Auf ihrem Shirt ist der Schulleiter Dr. Günther Behme und der Titel „Der Abiator“ zu sehen.© Foto: Bernd Paulitschke
Hinten drauf steht: „Doof bleibt doof, da hilft auch kein KohlrABI“. Auf dem Shirt sind die Unterschriften aller Abiturienten.© Foto: Bernd Paulitschke
Die freie Mitarbeiterin Lena Beneke hat 2010 in Bremen ihr Abitur bestanden. Ihr Abimotto war „ABIpunktur. Jeder Punkt kostet Nerven“. Das Abishirt zieht sie noch heute zum Schlafen an. Die Bedruckung mit einem Herz, in dem Akupunkturnadeln stecken, findet sie aber „schon ein bisschen eklig“.
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Wie sieht es mit der Abizeitung aus?

Loock: Da sind wir etwas spät dran. Es soll zum Beispiel jeder einen Steckbrief abgeben. Dann wird es beispielsweise Lehrer- und Schüler-Rankings und Zitate geben. Da dauert es lange, bis man wirklich von jedem etwas hat.

Meuser: Schließlich sind wir 107 Leute in der Stufe. Aber jetzt haben wir etwas länger frei und jeder hat mehr Zeit für diese Dinge.

Wie sah der Weg zu den fertigen Shirts aus?

Loock: Wir haben die Shirts hier in der Nähe bestellt. Darunter sind sowohl normale als auch Fairtrade-Shirts.

Meuser: Leonie hat mit einer Mitschülerin das Logo vorbereitet. Ich kenne jemanden, der Grafikdesigner ist und auf Basis dieses Musters das Logo gestaltet hat. Bedruckt hat die Shirts dann die Iserlohner Firma XMediaPrint. Dafür haben sie nur wenige Tage benötigt.

Gibt es eine große Abifahrt, oder mehrere kleine?

Loock: Wir fahren mit etwa 10 bis 20 Leuten. Die Fahrten werden privat organisiert und es haben sich kleinere Grüppchen gebildet, die zusammen wegfahren. Es sollte eigentlich eine große geben, zu der sich jeder anmelden konnte, aber das waren am Ende relativ wenige.

Gab es einen richtigen Abisturm, oder nur eine leichte Böe?

Loock: Es ging. Wir haben am Abend vorher alles vorbereitet und tausend Luftballons aufgepustet und sie in der Pausenhalle verteilt. Später haben wir auch viele Lehrer-gegen-Schüler-Spiele veranstaltet.

Meuser: Genau, das machen wir jedes Jahr. Wir dachten zunächst, so langsam sei die Luft raus, aber alle haben mitgemacht – auch viele Lehrer. Sogar beim Tortenwerfen, bei dem ihnen eine Torte ins Gesicht geworfen wird, waren viele der Lehrer dabei.

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Wie ist die Finanzierung organisiert? Gibt es Sponsoren?

Loock: Jeder Schüler hat in den drei Jahren pro Quartal einen Beitrag gezahlt, oder hätte zahlen sollen – das war teilweise ein bisschen schwierig. Wir haben auch Vorfeiern, Kuchenverkäufe und Kartenverkäufe etwa für die „School’s Out-Party“ veranstaltet. Sehr viel kam auch durch Sponsoren. Ein Mitschüler war in diesem Bereich besonders aktiv. Er hat überall angerufen, genau gesagt, was er braucht und dann klare Verabredungen getroffen.

Was war bis jetzt das Schwierigste bei der Organisation?

Meuser: Der Abiball ist auf jeden Fall das größte Projekt. Wir werden in der Rohrmeisterei feiern. Vor zwei Jahren mussten wir schon den Saal reservieren. und selbst dann haben wir nur einen Freitag bekommen, die Wochenenden war schon ausgebucht – alles in allem viel Papierkram.

Habt Ihr Organisation und Prüfungen gut unter einen Hut bekommen?

Meuser: Also während der Klausurphase habe ich nichts im Bereich Organisation gemacht – es geht auch gar nicht. Davor habe ich viel telefonieren und E-Mails schicken müssen. Und auch jetzt ist noch eine Menge zu tun bis das Abi durch ist.

Loock: Auch bei der Kontoprüfung muss man alle Kontoauszüge durchsehen und überprüfen. Das ist sehr zeitintensiv und neben den Prüfungen einfach nicht möglich.

Würdet ihr das ganze wiederholen, oder doch ablehnen?

Loock: Das ist schwierig. Ich bin vor ungefähr anderthalb Jahren mal ausgestiegen, weil nichts geklappt hat. Aber dann habe ich weitergemacht, weil man ja auch will, dass es schön wird.

Die Schwerter Abi-Mottos 2016

  • Das Motto „Meist Dichter als Denker – Abitur 2016“ des Friedrich-Bärens-Gymnasiums ist natürlich nicht die einzige kreative Betitelung des Schulabschlusses in Schwerte.
  • Das Abi-Team des Ruhrtal-Gymnasiums ging bei seiner Wahl mehr in die biologische Richtung: „SemipermeABIlität – Nur die Besten kommen durch“ lautet ihr Motto.
  • Die Städtische Gesamtschule kommt mit „ABIstokratie – Der Adel verlässt den Hof“ ebenfalls ziemlich selbstbewusst daher. Aber bei den ganzen Prüfungen ist ein wenig Eigenlob durchaus drin. 

Wie sieht ihr Abishirt aus? 
Haben Sie auch ein Abishirt? Schicken Sie uns ein Foto davon und erzählen uns seine Geschichte.
Oder schreiben Sie uns Ihr Abiturmotto und wie es entstanden ist an  oder über unser Formular.

 

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