Tim "Timmy" Spiekermann läuft für die Heavy Kickers des PSV Bork auf. © PSV Bork
Fitness

„Corona war eine ordentliche Bremse“: Rückschlag für die Heavy Kickers des PSV Bork

Die Heavy Kickers des PSV Bork treffen sich zum Fußballspielen und Abnehmen. Die Corona-Pandemie erschwerte das aber massiv. Ein Heavy Kicker dürfte aber besonders motiviert sein.

Sport unter Gleichgesinnten macht wesentlich mehr Spaß. Das dachten sich auch die Heavy Kickers des PSV Bork bei ihrer Gründung. Fußball zu spielen und gleichzeitig dabei abzunehmen ist das gemeinsame Ziel der Heavy Kickers. Die Corona-Pandemie und die Lockdowns traf die Mannschaft daher härter als viele andere Teams.

Tim Spiekermann, den alle bei den Heavy Kickers nur „Timmy“ nennen, geht es da nicht anders. Der 30-Jährige sah das Projekt in den Sozialen Medien, das schnell sein Interesse weckte. „Ich habe ein bisschen was auf den Rippen und das schon länger verfolgt. Irgendwann habe ich mich selbst in den Arsch getreten und bin dann selbst dort zum Training gegangenen“, erzählt Spiekermann.

Spiekermann hütet zunächst das Tor beim PSV Bork

Beim Training sei er dann ins Tor gegangen. Bei einem Abschlag rief Spiekermann: „Ey Dicker!“ um die Aufmerksamkeit eines Mitspielers zu erlangen. „Daraufhin haben sich aber gleich 15 Mann umgedreht“, so Spiekermann. Er wusste, hier wollte er weiter Sport treiben.

Timmy Spiekermann gelang bereits ein seltenes Kunststück – und er arbeitet an einem weiteren.
Timmy Spiekermann gelang bereits ein seltenes Kunststück – und er arbeitet an einem weiteren. © PSV Bork © PSV Bork

Ein paar Kilos will der gelernte Maschinen- und Anlagenführer noch verlieren, die Corona-Krise erschwerte das aber zuletzt sehr. „Das war eine ordentliche Bremse“, sagt Spiekermann. „Da ist dann nicht viel weggegangen, aber immerhin bin ich dann ein bisschen fitter.“ So seien die Voraussetzungen immerhin etwas besser.

Durch den Fußball und der Integration in ein Mannschaftsgefüge ist die Motivation zudem höher. Letztere setzte Spiekermann in ordentlich Energie um. So heißt auf der Homepage der Heavy Kickers, dass der 30-Jährige schon mal Bälle fast über die ganze Länge des Spielfelds schlage.

„Schon als Kind hatte ich schon einen richtigen Hammer drauf“, holt Spiekermann aus. Das habe sich nicht geändert. „Wenn ich dann heute ein bisschen Wut habe, dann fliegt das Ding schon.“ Von Strafraum zu Strafraum könne da die Kugel schon mal fliegen.

Mittlerweile hat Spiekermann aber den Platz zwischen den Pfosten aufgegeben. „Ich will mehr laufen, da macht es keinen Sinn, als Torwart zu spielen“, sagt er. Seit einiger Zeit läuft er als Stürmer auf.

Weitschuss gegen den FC Dortmund

Seine Schusskraft bringt da er auch außerhalb des gegnerischen Strafraums ein. „Wenn wir Anstoß haben und ich an der Mittellinie stehe, dann versuche ich es manchmal einfach.“ Gegen den FC Dortmund war er damit beinahe erfolgreich. „Der Torwart hat aber gut reagiert und den Ball noch übers Tor geleitet.“

Ein anderes Highlight ist dem Stürmer aber auch schon gelungen: Spiekermann gelang das Kunststück, eine Ecke direkt zu verwandeln. Der Mitspieler habe eigentlich gerufen: „Leg mir den auf den Kopf“, so Timmy Spiekermann, „aber dann ist dann doch noch reingegangen“ – direkt.

Solch besondere Erlebnisse dürften die Motivation zum Sporttreiben weiter hochhalten. Bleibt nur zu hoffen, dass die Pandemie nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel