Das 2:2 zwischen Westfalia Vinnum und dem FC Leusberg hatte neben einem Traumtor auch viele harte Zweikämpfe zu bieten. © Fleckmann
Fußball

„Das brauche ich nicht trainieren“ – Spieler von Westfalia Vinnum schießt unfassbares Tor

Den Schlusspunkt in einem dramatischen Spiel zwischen Westfalia Vinnum und dem FC Leusberg setzt die Westfalia mit einem Wahnsinns-Tor zum 2:2-Endstand. Der Torschütze feiert – hadert aber auch.

Nicht viel sah vergangenen Sonntag danach aus, dass Westfalia Vinnum gegen den FC Leusberg noch etwas Zählbares mitnehmen könnte. Nach desolater Leistung im ersten Durchgang stand es zum Pausentee 0:2. Die Männer in Gelb kamen daraufhin allerdings komplett umgekrempelt aus der Kabine und kämpften sich noch zu einem verdienten 2:2-Unentschieden.

Das hart umkämpfte Spiel wird aber weniger wegen seiner absoluten Hochspannung im zweiten Durchgang im Gedächtnis bleiben, sondern viel mehr aufgrund eines Spielers: Fatih Cengiz.

Fatih Cengiz gelang gegen den FC Leusberg ein Tor per Kunstschuss.
Fatih Cengiz gelang gegen den FC Leusberg ein Tor per Kunstschuss. © Matthias Henkel © Matthias Henkel

Der Mann mit der Nummer neun schob seine Mannschaft das gesamte Spiel verbal und fußballerisch an, stemmte sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. In der Mitte der zweiten Spielhälfte setzte er dann seiner Topleistung die Krone auf: Cengiz verwertete einen weitergeleiteten Kopfball nach einer Ecke artistisch, indem er per Fallrückzieher eiskalt ins linke Toreck netzte – ein Traumtor!

Fatih Cengiz bleibt trotz Traumtor unzufrieden

„Als der Ball in der Luft war, musste ich ihn einfach per Fallrückzieher nehmen. Es war mein erster Gedanke und auf den habe ich gehört. Ich wusste, dass es klappt“, sagt der Torschütze selbst. Eine Mischung aus Glück und Können also. „So ein Tor versucht man nicht jeden Tag. Aber ich habe den Ball gut getroffen und dann geht er halt rein.“

Trotz seiner eigenen Topleistung und der starken Moral seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte des Spiels bleibt Cengiz aber unzufrieden und hadert: „Das heute muss eigentlich ein Sieg sein. Hätten wir direkt offensiv gespielt und die erste Halbzeit nicht so verpennt, hätten wir meiner Meinung nach gewonnen.“

Er relativiert daraufhin aber gleich wieder und legt den Fokus aufs Positive: „Ein 0:2 muss man aber auch erst einmal aufholen, so ein Rückstand schlaucht natürlich. Wir haben es hinten raus echt gut gemacht und gekämpft.“

Traumtorschütze trainiert keine Fallrückzieher

Der Ausgang des Spiels zwischen Vinnum und Leusberg hätte auch ein anderer sein können. Chancen gab es in der zweiten Hälfte auf beiden Seiten. Ein Aufreger ereignete sich kurz nach dem 1:2-Anschlusstreffer, als ein vermeintliches Vinnum-Tor wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde.

„Das war extrem knapp, aber ich vertraue meinen Leuten da und glaube auch, dass es abseits war“, sagt Cengiz. Ganz abgehakt hat er die Situation allerdings noch nicht: „Das ist trotzdem ärgerlich. Das Tor und den Sieg hätten wir sehr gerne gehabt. Drei Punkte sind natürlich besser als nur einer.“

Die nächste Chance, drei Punkte zu holen, bietet sich Westfalia Vinnum bereits am kommenden Sonntag um 15 Uhr beim VfB Waltrop. Dass Fatih Cengiz wieder voller Kampfeswille auf dem Platz stehen wird, steht außer Frage. Ob man dann wieder ein mögliches Traumtor bestaunen kann, wird sich zeigen.

Aktiv trainieren will Cengiz Fallrückzieher aber nicht: „Das brauche ich nicht trainieren und habe es auch noch nie getan. So etwas kommt spontan. Da kann ich mich auf meinen Bauch verlassen“, sagt er schmunzelnd nach dem Spiel.

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