Das Spiel ist entschieden: Selbst Torwart Nils Böckenbrink sprintete über den ganzen Platz, um Torschütze Felix Schröder zu gratulieren. © Henkel
Fußball

Drei Punkte zum 30. Geburtstag: SG Selm siegt deutlich, aber lässt zu viele Chancen liegen

Die SG Selm setzt sich im Spiel am Donnerstagabend klar gegen den SV BW Aasee II durch. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Jubilar – nicht nur wegen dessen Geburtstag.

Die Erleichterung war förmlich greifbar. „Alle“, gefolgt von einem noch lauteren „alle“, riefen die Offensivspieler der SG Selm, um ihre Mannschaftskameraden zum Jubeln nach vorne zu beordern, als endlich klar war, dass der Fußball-A-Ligist gegen den SV BW Aasee II die Punkte am Sandforter Weg behalten würde. Als der Ruf der Erleichterung durch die Sparkassenarena schallte, waren 80 Minuten gespielt und Felix Schröder hatte durch den 4:1 (3:0)-Endstand den Deckel auf diese Partie gemacht.

Bis dahin war es allerdings ein gutes Stück Arbeit, auch wenn die SG daran arbeitete, kaum Zweifel aufkommen zu lassen. Denn die Hausherren legten los wie die Feuerwehr. Das Spiel war nicht einmal zehn Minuten alt, da lag die SG schon vorne. Erst traf Kevin Coerdt per Kopf (5. Minute), nur vier Minuten später nutzte der Stürmer eine Unachtsamkeit in der SV-Hintermannschaft und erzielte seinen zweiten Treffer.

SG Selm geht mit 3:0 in die Pause

Und noch vor der Pause legte Basanan Tarhan nach und erhöhte nach starker Vorarbeit von Schröder auf 3:0. Die eindeutige Führung fiel teilweise noch zu niedrig aus, sowohl Coerdt als auch Schröder ließen aber zwei Riesenchancen liegen. „Natürlich ist es stöhnen auf hohem Niveau“, meinte auch Trainer Mario Rast, „aber eigentlich müssen wir mit 4:0 in die Halbzeit gehen.“

Torschützen unter sich: Doppelpacker Kevin Coerdt (r.) gratuliert Barnahan Tarhan zu dessen Treffer.
Torschützen unter sich: Doppelpacker Kevin Coerdt (r.) gratuliert Barnahan Tarhan zu dessen Treffer. © Henkel © Henkel

Seine Elf beließ es jedoch bei drei Treffern – durchaus zum Unmut des Coaches, der sich über die vergebenen Hochkaräter an der Seitenlinie ärgerte.

Viel Verbesserungspotenzial schien der SG-Trainer aber nicht zu sehen. Nach etwas mehr als der Hälfte der Pause waren die Selmer schon wieder zurück auf dem Feld. Die Gäste aus Aasee hatten sich für den zweiten Durchgang mehr vorgenommen. Der SV kam durchaus druckvoll aus der Kabine und belohnte sich durch den schnellen Treffer zum 1:3 (52.). Die nächsten Minuten war die SG erst einmal auf Sicherung aus – und damit recht erfolgreich. Kaum ein Angriff der Gäste kam in die gefährliche Zone.

Nach der Phase der Beruhigung bemühten sich die Selmer wieder um etwas mehr Offensivaktionen. Eine davon hätte auch schon früher für die endgültige Vorentscheidung sorgen können, aber Schröder scheitere in einer Eins-gegen-eins-Situation am Torwart aus Aasee. Letzterer durfte sich Richtung Ende des Spiels noch einige Male auszeichnen. „Wenn wir hier 7:1 gewinnen, ist das nicht unrealistisch“, merkte Rast an. Immerhin konnte sich der Trainer freuen: „Wir haben zu jedem Zeitpunkt das Spiel bestimmt.“

Felix Schröder erlöst seine Mannschaft

Daher dauerte es auch bis zur 80. Minute, bis Schröder sich und seine Mannschaft mit dem 4:1 belohnte. Eingeleitet hatte den Treffer übrigens Alexander Schwegler, der am Donnerstag seinen 30. Geburtstag feierte – der Grund, warum die SG um die Verlegung auf Donnerstag gebeten hatte.

Der eingewechselte Jubilar setzte sich stark über die rechte Seite durch, bediente im Strafraum Schröder, der noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und dann überlegt ins lange Eck abschloss. Der Selmer Sieg war perfekt, der kollektive Jubel groß.

SG: Böckenbrink – Konietzni (62. Rast), Lütjann, Ulrich, Maikötter, Neumann, Schröder (88. Kramzik), Tarhan, Kämper (62. Schwegler), Coerdt, Zolda

Tore: 1:0 Coerdt (5.), 2:0 Coerdt, 3:0 Tarhan (35.), 3:1 Sommer (52.), 4:1 Schröder (80.)

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel