Sophie Waßmann (r.) und der PSV Bork blieben ohne eigenes Tor. © Henkel
Fußball

„Mit Abstand das schwächste Saisonspiel“: Zwei Szenen sorgen für Niederlage des PSV Bork

Die Fußballerinnen des PSV Bork verlieren das Verfolgerduell gegen den TuS Gahlen. Zwei Szenen hätten das Spiel auch in die andere Richtung kippen lassen können. Es gab aber auch Kritik am Team.

Die Voraussetzungen waren einfach nicht die besten. Darauf hatte Markus König schon im Vorfeld hingewiesen. Und für den Trainer der Bezirksliga-Fußballerinnen des PSV Bork kam es sogar noch schlimmer. Kurzfristig meldeten sich noch Lea Komsta und Toptorjägerin Jule Kieslich erkrankt ab. Auch das war ein Grund, warum der PSV das Spiel gegen den TuS Gahlen mit 0:2 (0:0) verlor. Allerdings machte König noch andere Defizite aus.

„Wir hatten uns das anders vorgestellt“, sagte der PSV-Trainer nach dem Abpfiff. Damit meint König nicht die personelle Lage, sondern auch das Auftreten seiner Mannschaft. „Wir haben nicht miteinander gespielt und viele Bälle unbedrängt weggeschlagen. Unser Spielaufbau hat überhaupt nicht stattgefunden“, bemängelte er.

PSV Bork schafft nicht viele Möglichkeiten

Tatsächlich kreierten die PSV-Kickerinnen im ersten Spielabschnitt nicht viele Offensivaktionen. Die einzig wirklich gute hatte es aber in sich. Karla Hackenberg behauptete stark den Ball im Mittelfeld und schickte Melissa Herzberg steil. Ihr Abschluss landete jedoch am Innenpfosten, von dem der Ball ins Feld zurücksprang (14. Minute).

Auf der anderen Seite näherten sich die Gahlenerinnen zweimal gefährlich dem PSV-Tor. Erst fand eine Hereingabe keine Abnehmerin (33.), mit der letzten Aktion vor der Halbzeit verfehlten die Gäste nach einer Ecke per Kopf das Tor knapp.

Melissa Herzberg (r.) behauptet den Ball gegen eine Gegenspielerin.
Melissa Herzberg (r.) behauptet den Ball gegen eine Gegenspielerin. © Henkel © Henkel

Nach dem Seitenwechsel machte der TuS da weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte und war zunächst die stärkere Mannschaft. Die Borkerinnen, die nur zwölf einsatzfähige Spielerinnen im Kader hatten, mussten auch auf ihren Kräftehaushalt achten. Dennoch gelangen vereinzelt Vorstöße. Nach 55 Minuten war eine Borker Stürmerin frei durch – wurde jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen. „Das war noch nicht mal gleiche Höhe“, monierte König.

Der PSV-Coach blieb auch nach dem Abpfiff bei dieser Darstellung und ärgerte sich noch immer: „Das waren zwei Meter kein Abseits. Wenn das Spiel weiterläuft gehen wir in eine Eins-gegen-eins-Situation und dann kann das Spiel auch unsere Richtung kippen.“

TuS Gahlen erhöht den Druck

Stattdessen musste König mit ansehen, wie sein Team immer weiter in die Defensive geriet, auch wenn sie die Borkerinnen so geht es ging zu wehren versuchten. Aus dem steigenden Druck der Gahlenerinnen resultierte dann auch das 0:1. Durch einen individuellen Fehler im PSV-Spielaufbau eroberte Nathalie Bollmann den Ball, ließ durch eine Körpertäuschung ihre Gegenspielerin aussteigen und legte auf Isabell Fengels ab, die kein Problem hatte, den Ball einzuschieben (78.). In der Folge machten die Borkerinnen auf. Das zweite Gegentor in der Nachspielzeit war die Folge dessen.

„Man muss den Mädchen immer noch ein Kompliment machen, die sich heute teils angeschlagen noch den Hintern aufgerissen haben“, fand König, der allerdings auch befand: „Das war heute mit Abstand unsere schwächste Saisonleistung.“ Der Einsatz der Borkerinnen war mehr als in Ordnung, mit der dünnen Personaldecke und den Defiziten im Spielaufbau war allerdings nicht mehr möglich.

PSV: Leymann – Cymontkowski, Waßmann, Herzberg, Faßbender, Sell, Hackenberg, Bendieck, Kindler, Elsner, Lübbers / Borns

Tore: 0:1 Fengels (78.), 0:2 Bollmann (90.)

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel